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Stefan Koch trat bei den Artland Dragons die Nachfolge von Thorsten Leibenath an © getty

Stefan Koch spricht bei SPORT1 über Steigerungspotenzial bei den Dragons, Topscorer Tyrese Rice und die Bauermann-Nachfolge.

Von Marcus Giebel

München - Die Artland Dragons nehmen wieder Kurs auf die Playoffs.

Nach zwei mageren Jahren in der Beko BBL ohne Postseason gehört das Team aus Quakenbrück wieder zur Spitze der Liga. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Die Mannschaft steht nach der Hälfte der Punkterunde auf dem dritten Platz - großen Anteil am jüngsten Aufschwung hat der neue Coach Stefan Koch.

Um die Erfolge der Jahre 2007 (Vize-Meisterschaft) und 2008 (Pokalsieg) wiederholen zu können, wäre ein Heimerfolg gegen die BG 74 Göttingen (Sa., ab 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) wichtig.

Vor dem Niedersachsen-Duell spricht Koch über Verbesserungsmöglichkeiten, die Angst vor dem Absturz und seine Ambitionen auf den Bundestrainer-Posten.

SPORT1: Herr Koch, das Hinspiel ging mit 61:77 verloren. Welche Schlüsse haben Sie daraus für die Partie gezogen?

Koch: Das Wichtigste ist, dass wir beim Rebound aggressiver und konsequenter zu Werke gehen. Da hatten wir die größten Defizite. Gerade gegen Göttingen ist es wichtig, denn sie leben davon, sich viele zweite Wurfchancen zu holen.

SPORT1: Wo sehen Sie die Stärken der BG, und auf wen müssen Sie besonders achten?

Koch: Die Mannschaft spielt immer mit großem Einsatz und wird außerdem exzellent gecoacht. John Patrick hat völlig zu Recht zweimal nacheinander die Auszeichnung 'Trainer des Jahres' bekommen. In Göttingen hat uns ganz klar Dwayne Anderson die meisten Probleme gemacht.

SPORT1: Die Dragons spielen bisher eine sehr starke Saison - gerade im Hinblick auf ihren recht späten Amtsantritt. Wie kommt das?

Koch: Ich bin zwar spät verpflichtet worden, aber den Kader hatten wir dann recht schnell zusammen. Ansonsten würde ich nicht sagen, dass unsere Saison so gelungen ist. Vom Tabellenplatz her können wir zufrieden sein, von der Bilanz her aber nicht. Unsere Leistungen finde ich noch zu wechselhaft.

SPORT1: Zugang Tyrese Rice ist Ihr Topscorer. Was macht ihn aus?

Koch: Tyrese ist vor allem in den letzten Spielen stark gekommen. Er ist sehr schnell, kreativ, kann nicht nur punkten, sondern auch andere in Szene setzen. Als Typ ist er sehr angenehm, weil er sehr gut coachbar ist. Ich arbeite sehr gern mit ihm, auch weil es menschlich passt.

SPORT1: In den vergangenen beiden Spielzeiten verpassten die Dragons die Playoffs als Neunter jeweils knapp. Fürchten Sie angesichts des knappen Abstands nach unten einen Absturz?

Koch: Befürchten tue ich es nicht, aber ich kann es auch nicht ausschließen. Es wird eine knappe Kiste mit den Playoffs. Aber es ist nicht so, dass ich nachts nicht schlafen kann. Wir stehen nicht schlecht da als Dritter. Und das zu Recht, denn wir haben nach den Brose Baskets das zweitbeste Korbverhältnis aller Klubs. Aber der Abstand nach unten ist nicht so groß - das muss man im Auge behalten.

SPORT1: Wie wichtig ist es, als Dragons-Coach Emotionen zu schüren - gerade in der entscheidenden Phase einer Partie?

Koch: Das ist nicht meine Aufgabe. Wir leben von Emotionen in der eigenen Halle, aber dafür haben wir ein fantastisches Publikum. Meine Aufgabe ist es, kühlen Kopf zu bewahren. Natürlich lasse ich meinen Spielern den emotionalen Zuspruch zukommen, wenn sie es brauchen. Aber eigentlich ist es zu Hause so, dass die Mannschaft so sehr von unserem Publikum gepusht wird, dass ich nicht mehr angreifen muss.

SPORT1: In nicht allzu ferner Zukunft wird Dirk Bauermann als Nationaltrainer abtreten. Ihr Bruder Michael wird als Kandidat gehandelt. Wie viele Koch-Brüder werfen denn ihren Hut in den Ring, wenn es um die Bauermann-Nachfolge geht?

Koch: Dirk Bauermann macht den Job ganz ausgezeichnet, und es ist nicht sicher, wann er abtritt. Ich bin im Moment Vereinstrainer und werde meinen Hut daher sicher nicht in den Ring werfen.

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