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Neuzugang Taylor Rochestie (r.) soll ALBA Berlin wieder auf die Beine helfen © imago

Kurz vor Transferschluss schimpft Baldi über "bequeme" Spieler. Beim Hit in Oldenburg stehen auch die "Donnervögel" unter Druck.

Von Isabel Meixner und Philipp Langer

München - Zitter-Partie statt Liga-Gipfel: Beim Duell der Ex-Meister in Oldenburg (Sa., ab 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) droht sowohl den EWE Baskets als auch ALBA Berlin der Sturz in die Bedeutungslosigkeit.

Vor allem bei den Berlinern brennt nicht erst seit dem Eurocup-Aus am Dienstag der Baum: "Einige Spieler verfallen auf dem Feld in eine bequeme Grundhaltung und denken, alles geht von alleine", schimpfte Manager Marco Baldi in der "Sport Bild".

Bei den hoch bezahlten Profis dürften die Alarmglocken schrillen: Bis zum Ende des Transferfensters am Montag könnte Baldi den Kader durchaus noch mal durchmischen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Zwei Neue darf er nach den Verpflichtungen von Heiko Schaffartzik im Januar und zuletzt Taylor Rochestie noch holen.

Angst vor dem Verpassen der Playoffs

Und dass er im Gegenzug auch namhafte Kräfte vor die Tür setzt, beweist nicht erst die vorzeitige Trennung von Spielmacher Hollis Price.

Die Lage ist ernst: "Sogar die Playoffs sind für uns keine Selbstverständlichkeit mehr", meint Baldi, dessen Team noch drei Siege vor dem Tabellenneunten rangiert.

Nur ein Sieg ist das Polster von Gastgeber Oldenburg - ebenfalls mit Titelambitionen in die Saison gestartet. Nach dem radikalen Umbau zu Saisonbeginn und der durchwachsenen Hinrunde ringt das Team von Trainer Predrag Krunic um Stabilität.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die News im TV auf SPORT1)

ALBA statistisch klarer Favorit

Zwar brachte die Verpflichtung von Spielmacher Eddie Gill und Power Forward Luka Bogdanovic einen leichten Aufwärtstrend.

Doch nach der unerwarteten Pleite in Tübingen rutschten die "Donnervögel" wieder auf den sechsten Platz.

Und auch die Statistik im direkten Duell spricht gegen die Niedersachsen: Bei 30 Liga-Vergleichen gingen die "Albatrosse" 22 Mal als Sieger vom Parkett.

Katzurin schon angezählt

Doch die Berliner kommen auch nach dem Trainerwechsel nicht vom Fleck. Lediglich drei Siege sprangen in neun Pflichtspielen unter der Leitung von Muli Katzurin heraus.

Es scheint bereits wieder eng zu werden für den Israeli, der ohnehin nur einen Vertag bis zum Saisonende erhielt.

"Wenn du deinen Job machst, darfst du bleiben. Wenn nicht, musst du gehen", kennt auch Katzurin das Geschäft.

Letzte Hoffnung Rochestie

Brachte Nachverpflichtung Schaffartzik, der bereits vor Katzurins Amtsantritt kam, nicht den gewünschten Schritt nach vorn, ruhen die Hoffnungen nun auf Rochestie.

Der Ex-Göttinger feierte am vergangenen Spieltag gegen den BBC Bayreuth sein Debüt und avancierte auf Anhieb zum besten Vorlagengeber der Berliner.

Und auch mit Blick auf das nächste Spiel zeigt der Spielmacher das bei ALBA abhanden gekommene Selbstbewusstsein.

"Oldenburg ist ein starkes Team, aber wir haben in jedem Spiel den Anspruch zu gewinnen", kündigte der Amerikaner im Interview mit SPORT1 an und ergänzte: "Wir wollen jetzt eine Siegesserie starten."

"Erst mal unser Spiel ordnen"

Aussagen, die vielversprechend klingen und auch ALBA-Manager Baldi, der die laufende Saison "keinesfalls abhaken" will, optimistisch stimmen dürften.

Allerdings glauben längst nicht alle Berliner auf den längst überfälligen Aufschwung.

"Wir treffen auf einen ohne Frage in allen Belangen sehr starken Gegner. Aber bevor wir über Oldenburg nachdenken, müssen wir erst einmal unser eigenes Spiel ordnen", gibt sich Katzurin wenig angriffslustig.

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