Der Aufstieg des ProA-Krösus ist auch dem Trainer zuzuschreiben. Die Beko BBL sollte sich zu einer Ausnahmeregelung durchringen.

Die Bayern sind durch - sechs Spieltage vor Schluss und damit so souverän, wie von fast allen erwartet, steht die Rückkehr ins Oberhaus nach 22 Jahren fest.

Mit der Finanz-Power von Uli Hoeneß ' Gnaden und einem entsprechend hochkarätigen Kader war kein Vorbeikommen am FCB - nur in Würzburg unterlagen die Mannen von Trainer Dirk Bauermann, noch im Oktober und mit erheblichen Verletzungssorgen.

Noch konstanter spitze war und ist die Begeisterung, die das Projekt auch weit über München hinaus auslöst.

Vom Rekord-Gipfel gegen die Würzburger in der ausverkauften Olympiahalle schwärmte selbst Dirk Nowitzki in Dallas.

Volle Hallen in der Landeshauptstadt, volle Hallen bei den Gastspielen - und bald wohl auch Rekordquoten im TV: Die Beko BBL reibt sich längst die Hände.

Sie hat aber - mit Geschäftsführer und Bauermann-Freund Jan Pommer an der Spitze - die wichtigste Frage noch zu klären: Erlaubt sie Bauermann, zugleich Bundestrainer, den laut ihrer Statuten verbotenen Doppel-Job?

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Zwar argumentiert die BBL zu Recht, dass die Gründe gegen diese Ämterunion nach wie vor gültig seien. Und sie sagt, der FCB habe das Dilemma ja durch den Aufstieg selbst verursacht und habe es daher auch zu lösen.

Dennoch liegt der Ball bei der Bundesliga, denn ihr dürfte nicht nur am FC Bayern, sondern an einem Titelanwärter FC Bayern gelegen sein.

Auf der anderen Seite hat Hoeneß betont, dass das Projekt mit Coach Bauermann steht und fällt. Bedeutet wohl, dass er den Geldhahn andernfalls weniger weit aufgedreht.

Der Präsident dürfte sich in seiner Wertschätzung Bauermanns bestätigt sehen, die er seit ihrem ersten Treffen im Frühjahr 2010 beständig ausdrückt.

Denn auch wenn viele Enthusiasten am Werk und der stille Fachmann Bernd Rauch an vielen Strippen war: Bauermann steht für das runde Gesamtbild des FC Bayern Basketball.

Er hat es mal wieder geschafft, ein Team zu formen, dass ohne Nebengeräusche, Allüren und Egoismen verschworen ein Ziel verfolgt - geradezu ein Gegenentwurf zu einem FC Hollywood.

Zudem vermarktet Bauermann sich selbst, seinen Klub und seinen Sport in den Medien äußerst geschickt.

Gleiches leistet er aber auch fürs Nationalteam, das mit Olympia 2012 ein vielleicht letztes großes Ziel in der Ära Nowitzki vor sich hat und dessen Superstar sich Kontinuität auf der Trainerposition wünscht.

Die Beko BBL wäre gut beraten und stünde nicht als Umfaller da, wenn sie sich noch mal zu einer auf ein Jahr befristeten Sondergenehmigung für Bauermann durchringen würde.

Und das gerne schnell: Denn alle Seiten brauchen Planungssicherheit.

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