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John Goldsberry (r.) spielt seit 2008 für die Brose Baskets Bamberg © imago

Bamberg-Coach Fleming lobt bei SPORT1 seinen Berliner Kollegen und warnt seine Spieler. ALBAs Manager wettert gegen einen Bamberger.

Von Barnabas Szoecs

München - Die Erinnerungen an das Hinspiel am 18. Dezember 2010 könnten unterschiedlicher nicht sein.

ALBA-Fans wollten oder konnten ihren Augen nicht trauen, als die Anzeigetafel in Bamberg das finale 103:52 für die Franken leuchtend verkündete.

Der Schock bei den Anhängern saß tief.

Viel mehr jedoch schmerzte das Auftreten der Hauptstädter beim amtierenden Champion: zerfahren, kopflos und ohne Willen zum Kampf. (DATENCENTER: Beko BBL)

"Die Spieler haben aufgegeben. Das darf einem ALBA-Team nicht passieren", erinnert sich Manager Mithat Demirel in der "BZ" an das dunkelste Kapitel in der jüngsten Geschichte der Berliner.

Anderes ALBA als im Dezember

Für den Liga-Krösus Brose Baskets Bamberg bedeutete der Kantersieg eine glorreiche Machtdemonstration, eine Bestätigung des funktionierenden Systems von Trainer Chris Fleming.

Nur drei Monate nach dem Debakel haben sich die Verhältnisse für das Rückspiel in Berlin (ab 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) deutlich verändert - zumindest bei den "Albatrossen".

Ihre aktuelle Serie von sechs Siegen in Folge - zuletzt gegen Topklubs wie Braunschweig und Frankfurt - resultiert aus einem neuen Spielsystem, guten Verstärkungen und der Personalie Muli Katzurin. (STENOGRAMME 29. Spieltag)

Fleming lobt Trainerkollege Katzurin

Für Baskets-Coach Fleming hat der Israeli, der im Januar 2011 die Trainer-Nachfolge von Luka Pavicevic antrat, ALBAs Auftreten komplett verändert.

"Er hat der Mannschaft Selbstvertrauen und Rückenhalt gegeben. Sein neues System passt. Natürlich sind mit Taylor Rochestie und Miroslav Raduljica sehr gute Verstärkungen hinzugekommen. Dennoch macht Muli Katzurin den Unterschied", lobt Fleming im Gespräch mit SPORT1 die Arbeit seines Kollegen.

Besonders die oftmals starr wirkende Defensive hat unter dem 56-Jährigen einen enormen Leistungssprung gemacht, meint Bambergs Headcoach:

"Er nutzt die Schnelligkeit der Mannschaft sehr gut und spielt variabler, insbesondere in der Verteidigung. Sein Stil hat innerhalb kürzester Zeit die gesamte Mannschaft geprägt."

Demirel attackiert Goldsberry

Vor dem großen Showdown in der ausverkauften Berliner "O2-World" gibt es aber nicht nur sanfte Töne zwischen den Rivalen. Sticheleien, Wortgefechte und Fan-Rivalitäten gehören vor solch einer Partie auch zum Geschäft.

Demirel teilte besonders gegen Bambergs Aufbauspieler John Goldsberry heftig aus. Den bezeichnete er als eine Art Basketballverkörperung des Fußballrüpels Gennaro Gattuso.

"Er ist ihr Kopf, er organisiert diese Atmosphäre. Er provoziert bei jeder Aktion, spielt schmutzig, teilweise über der Grenze. So bringt er die enthusiastischen Fans auf. Die Schiris sind beeindruckt, dann wird der Gegner überrannt", schimpft der ehemalige DBB-Korbjäger.

Katzurin: "Wollen es diesmal besser machen"

Die Berliner sind auf Wiedergutmachung aus, das Debakel aus der Hinrunde hat Spuren hinterlassen, den Stolz gehörig verletzt.

Auf die Frage, ob er bei seinen Spielern vor dem Hit eine gewisse Anspannung verspüre, antwortete ALBA-Coach Katzurin im SPORT1-Interview: "Da müssen Sie die Spieler selbst fragen. Aber sie wissen ja auch, dass das Spiel in Bamberg nicht gut war und vielleicht wollen sie es ja diesmal besser machen."

Davon ist auch Chris Fleming überzeugt. "Die Begegnung am Samstag hat für ALBA eine große Bedeutung. Sie wollen noch Platz zwei holen und haben nun ein Spitzenspiel vor eigenem Publikum - da geht es auch um Ehre und Bestätigung für die eigene Arbeit. Außerdem ist es immer etwas Besonderes, wenn Berlin und Bamberg aufeinandertreffen", sagte er.

Fleming: "Hinspiel ist nichts wert"

Rechtzeitig für den aufgeladenen Kracher ist auch Berlins Spielmacher Heiko Schaffartzik wieder fit geworden. Seine Fingerverletzung ist auskuriert, der Nationalspieler ist einsatzbereit.

Sein eigenes Team sieht Fleming trotz der überragenden Leistungen in der Beko BBL gefordert, das Hinspiel sei für die Teams kein Orientierungspunkt:

"Für beide Mannschaften ist das Hinspiel komplett unbrauchbar. Wir haben damals zwei wichtige Punkte geholt, aber im Bezug auf die anstehende Partie ist das alles nichts mehr wert."

Dem Meister winkt in Berlin den 27. Sieg im 29. Ligaspiel. Fleming verspricht trotz des großen Vorsprungs an der Spitze der Tabelle vollen Einsatz: "Unser Rhythmus zwischen Training und Erholung ist sehr gut, doch jetzt wird es Zeit für mehr Spiele. Ich gehe nicht davon aus, dass wir uns schonen werden."

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