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Julius Jenkins (r.) wechselte 2006 von den Belgiern Euphony Bree nach Berlin © getty

Nach der Demütigung im Hinspiel hat ALBA trotz der Niederlage gegen Liga-Dominator Bamberg die neue, alte Stärke unterstrichen.

Von Philipp Langer

München - "Wir sind wieder da", freute sich Marco Baldi nach der 93:97 (44:43)-Pleite gegen die Brose Baskets Bamberg.

Die Aussage des Geschäftsführers von ALBA Berlin ist keinesfalls ironisch zu verstehen. Vielmehr ist es eine Kampfansage.

98 Tage nach der 52:103-Hinspielklatsche hatten die "Albatrosse" den Ligaprimus im Spitzenspiel der Beko BBL am Rande einer Niederlage - und ziehen daraus Hoffnung.

Hoffnung, dass sie nach einer lange Zeit missratenen Saison gerade rechtzeitig so weit sind, die hyperdominanten Franken (29 Spiele, 27 Siege) zu Fall zu bringen.

"Ich hoffe, dass wir uns in den Playoffs noch mal wieder sehen", setzt ALBA-Coach Muli Katzurin darauf Bamberg im dritten Anlauf zu bezwingen - es wäre das ultimative Comeback nach dem Tiefpunkt der Klubgeschichte (DATENCENTER: Beko BBL).

"Wir haben noch Luft nach oben"

Um den Bamberger Triumphzug aber tatsächlich zu stoppen, müssen sich die Berliner im Saisonendspurt noch einmal steigern.

Katzurin ist überzeugt, dass das gelingt. "Wir haben noch Luft nach oben. Wir können wirklich mithalten und sind nicht mehr weit von der Klasse Bambergs entfernt", zeigt sich der Israeli im "Berliner Kurier" selbstbewusst.

Vor allem eine detaillierte Analyse der Partie soll helfen auch die letzten Fehler abzustellen.

"Es war eine gute Lektion für uns. Wir haben gesehen, was wir noch besser machen müssen", erklärte Katzurin in der "Berliner Morgenpost".

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Der fehlende "Killer-Instinkt"

Besonders in der Defensive sieht der ALBA-Coach Nachholbedarf: "Wir haben Qualität gezeigt, doch zu viele offene Dreier zugelassen."

Power Forward Yassin Idbihi ärgert außerdem eine "zu lange Anlaufzeit" einiger Teamkollegen nach ihrer Einwechslung.

Zudem vermisste der Nationalspieler nach der 15-Punkte-Führung im ersten Viertel den nötigen "Killer-Instinkt": Wir haben es verpasst weiter aufs Gaspedal zu drücken und die Führung noch auszubauen.?

"Wir waren in diesem Moment zu zufrieden", ärgert sich auch Katzurin, der von seinem Team noch mehr "Überzeugung und Kaltschnäuzigkeit" erwartet.

Lernen vom Erzrivalen

Die zeigten die Bamberger, die sich trotz des hohen Rückstands (14:29) nicht aus der Ruhe bringen ließen und im zweiten Viertel mit einer eindrucksvollen Aufholjagd ins Spiel zurückfanden.

Einen großen Anteil daran hatte vor allem Predrag Suput, der mit einer hundertprozentigen Trefferquote aus dem Feld glänzte und 34 Punkte erzielte.

Nach nur zwei Niederlagen in der laufenden Saison geht das Team von Chris Fleming als unangefochtener Spitzenreiter in die Playoffs - das Ticket war längst gelöst.

Das Bamberger Spiel besticht durch Stabilität und Konstanz. Zwei weitere Faktoren, die ALBA in einer turbulenten Spielzeit lange fehlten. Zeitweise bangten die Berliner sogar um die Playoff-Teilnahme.

Der Weg aus der Krise

Doch die Berliner fanden nach dem Trainerwechsel von Luka Pavicevic zu Katzurin und vielen Rückschlägen mit zuletzt sechs Pflichtspielsiegen in Folge den Weg aus der Krise.

Die Anlaufschwierigkeiten unter dem 46-jährigen Israeli sind vergessen, die Neuverpflichtungen integriert und das Selbstbewusstsein endlich zurück.

Doch auch Bamberg dürfte nach der eintönigen Hauptrunde mit dem Playoff-Start einen neuen Motivationsschub erfahren.

Coach Fleming weiß, dass das der Spannung im Kampf um die Meisterschaft nur gut tun kann: "Wir haben die beiden derzeit besten Teams in Deutschland gesehen. Solche Spiele braucht der Basketball in Deutschland."

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