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Thomas Braumann ist seit September 2006 Präsident der Beko BBL © imago

Bestandsaufnahme der Beko BBL: Die Strategie bedarf einer Feinjustierung, Geld- und Zuschauerströme wachsen garantiert weiter.

Aus Bamberg berichtet Michael Spandern

Bamberg - Die Beko BBL sieht sich mitten in goldenen Zeiten:

Setzte die Bundesliga vor drei Jahren noch rund 46 Millionen Euro um, waren es 2010/11 bereits 55 Millionen.

Und in dieser Saison? "Das wird mehr werden", garantiert Geschäftsführer Jan Pommer einen neuen Rekord.

Am Rande des Top-Four-Pokalturniers in Bamberg überprüften die Mitglieder der Beko-BBL-AG, wie ihr Fünf-Jahres-Plan greift, und schrieben diesen um drei Jahre bis 2015 fort.

Die Strategien mussten nur geringfügig verändert werden. Die Marke ist entstaubt und auf Nervenkitzel gepolt, die Vereine sind gesund.

"Schadensfälle", also Insolvenzen, habe es zuletzt nicht mal ansatzweise gegeben.

Die besten Unterlagen aller Zeiten

Was also sollte das Alarmschlagen aus Gießen vor Jahren? Zwar befänden sich die 46ers in einem stabilen Konsolidierungsprozess, erläuterte Pommer, aber die Unkenrufe hatten wohl vor allem den Zweck, noch mal Sponsoren zu mobilisieren.

"Dieses Jaulen war ein wenig eingerissen", meint Liga-Präsident Dr. Thomas Braumann, "das war der falsche Weg."

Im Lizenzierungsverfahren für die kommende Saison hätten, "die besten Unterlagen, die wir jemals hatten", vorgelegen, meinte Pommer, ohne dabei auf die Ergebnisse vorgreifen zu wollen.

Dabei überprüft die Geschäftsführung der Liga die Rahmenbedingungen, die finanziellen Unterlagen werden vom Gutachterausschuss bewertet.

NBBL- und JBBL-Team Pflicht

Und das von 18 Klubs - einer Ligagröße, die es sonst nur im spanischen Basketball gebe.

Die Vereine müssen, um den Profibasketball in Deutschland zu stärken, erschwerte Auflagen erfüllen, auch wenn ihre Hallen auch künftig nicht mehr als mindestens 3000 Zuschauer fassen müssen.

Dafür ist es nun zwingend nötig, eine Jugend- und Junioren-Mannschaft in der bundesweiten NBBL bzw. JBBL auflaufen zu lassen, was jeweils mehr als 40.000 Euro verschlingt.

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Spielanteile der Deutschen bei 21,8 Prozent

Um Nachwuchsarbeit zu belohnen und auch in kleinen Vereinen anzukurbeln, erhalten nun die früheren Stationen der NBBL- und BBL-Spieler die Gelder aus dem Ausbildungsfond als Ausbildungsentschädigung.

Denn das Ziel, 2012/13 in der Bundesliga auf 30 Prozent Spielanteile für Deutsche zu kommen, ist in Gefahr - auch wenn der Prozentsatz in der abgelaufenen Hinrunde im Vergleich zur gesamten Vorsaison beträchtlich von 18,2 auf 21,8 gestiegen ist.

Solten die die anvisierten 30 Prozent bei der Deutschen-Quote, die 2012 noch mal geringfügig verschärft wird und dann nur noch sechs Ausländer im Spielkader zulässt, nicht erreicht werden, würde man weitere Maßnahmen in die Wege leiten, sagt AG-Präsident Braumann.

Derby-Spieltag am 2. Januar

Nationalität hin oder her - die Zuschauer strömen herbei. Und Braumann verspricht, dass in der nächsten Saison unabhängig vom Zugpferd FC Bayern noch mal knapp fünf Prozent mehr kommen.

Grund dafür ist eine Super-Software, die für die BBL nun erschwinglich geworden ist und die den Spielplan optimiert: Weniger Wochentagsspiele, ein Kracher an jedem Samstagabend und ein Derby-Spieltag in den Winterferien am 2. Januar - mit kurzen Entfernungen für alle.

Die Spielplangestaltung sei anders als im Fußball hochkomplex, da die Spielstätten von einigen Teams wie ALBA Berlin oder BG Göttingen nicht jeden Tag zur Verfügung stehen.

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