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Der Mitteldeutsche Basketball Club aus Weißenfels wurde 1999 gegründet © getty

Der Abstieg in die Pro A sorgt beim Mitteldeutschen BC für Fassungslosigkeit und Tränen. Ein Hintertürchen gibt es dennoch.

München - Die Spieler konnten ihre Tränen nicht mehr zurückhalten, die Fans waren fassungslos.

Der Mitteldeutsche BC hat in der Beko BBL seine Chance auf den Klassenerhalt beim 50:71 (19:40) im "Endspiel" gegen die BG Göttingen leichtfertig weggeworfen.

Zwei Jahre nach der Rückkehr in die höchste deutsche Spielklasse muss der ehemalige Europapokalsieger den Gang in die Pro A antreten (DATENCENTER: Beko BBL).

Göttingen dagegen profitierte von der schwachen Vorstellung der "Wölfe" aus Weißenfels und sicherte sich als Tabellensiebter das Playoff-Ticket ebenso in einer "Last-Minute"-Aktion wie die Eisbären Bremerhaven, die den letzten Platz in der K.o.-Runde mit einem 102:92 (52:52) bei rathiopharm Ulm retteten (STENOGRAMME: 34. Spieltag).

Eisbären treffen auf Bamberg

"Wir hatten in den letzten zehn Partien Endspiele, aber dieses in Ulm war ganz besonders. Ich bin unheimlich stolz auf mein Team, weil es einen Weg gefunden hat, zu gewinnen", sagte Eisbären-Coach Douglas Spradley.

"Viele hatten uns schon abgeschrieben, aber abgerechnet wird immer am Ende", so Klubmanager Jan Rathjen. Zur Belohnung und Strafe zugleich bekommt es Bremerhaven im Viertelfinale mit Vorrundensieger Brose Baskets Bamberg zu tun.

"Wir müssen DaShaun Wood stoppen"

Göttingen ging dem Duell mit Meister Bamberg aus dem Weg, steht gegen den Vorrundenzweiten Frankfurt Skyliners aber vor einer ähnlich hohen Hürde. John Patrick kennt den Schlüssel zum Erfolg.

"Wir müssen DaShaun Wood stoppen", sagte der BG-Trainer mit Blick auf den BBL-Topscorer in Reihen der Frankfurter.

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"Albatrosse" gegen Oldenburg

In den weiteren Duellen der ersten K.o.-Runde im Modus "best of five", die am Samstag beginnt, trifft der achtmalige Meister ALBA Berlin auf die EWE Baskets Oldenburg, die Artland Dragons spielen gegen die Phantoms Braunschweig.

Mirolybov sieht schweren Zeiten entgegen

Riesige Enttäuschung machte sich in Weißenfels breit, als der Abstieg besiegelt war.

"Das ist jetzt eine verdammt harte Situation", sagte Trainer Anton Mirolybov, der das Ruder beim MBC in der Rückrunde vom erkrankten Björn Harmsen übernommen hatte und mit seiner Mannschaft von Niederlage zu Niederlage taumelte.

Auch das Engagement des ehemaligen Bundestrainers Henrik Dettmann, der Ende März als MBC-Berater engagiert worden war, blieb wirkungslos.

MBC gegen Göttingen wie gelähmt

Trotz der Negativserie hätte dem MBC ein Sieg gegen Göttingen zum Klassenerhalt gereicht, doch die Mannschaft war vom Druck wie gelähmt und unter dem Strich chancenlos.

"Es ist schwer, wenn man von Anfang an einem Rückstand hinterher rennt. Unser Team hat heute dennoch sein Bestes gegeben", sagte Mirolybov.

Bayreuth darf sich freuen

Nutznießer der Pleite war der BBC Bayreuth, der trotz einer 52:85 (26:57)-Vorführung in Bamberg erstklassig bleibt.

Der MBC folgt Schlusslicht Giants Düsseldorf in die Pro A, ersetzt werden die beiden Klubs nach derzeitigem Stand durch die Aufsteiger Bayern München und Baskets Würzburg.

Allerdings öffnet sich für die Absteiger vielleicht noch ein Hintertürchen. Beim Verzicht eines Aufsteigers oder der Verweigerung der Lizenz für einen der Klubs könnte man über eine Wildcard in der BBL verbleiben. Über diesen Weg hatte Düsseldorf bereits im letzten Jahr den Abstieg vermieden.

BBL verzeichnet Zuschauerrekord

Erfreuliches vermeldete unterdessen die BBL: Mit 1.166.636 Zuschauern bei 306 Spielen stieg der Schnitt im Vergleich zur Vorsaison um 1,5 Prozent von 3756 auf 3813 Zuschauer.

"Dies ist ein erneut sehr erfreuliches Ergebnis und ein Ausweis der hohen Attraktivität der Liga", sagte BBL-Geschäftsführer Jan Pommer.

Die erste Runde im Überblick:

Brose Baskets Bamberg (1) - Eisbären Bremerhaven (8) Deutsche Bank Skyliners (2) - BG Göttingen (7) ALBA Berlin (3) - EWE Baskets Oldenburg (6) Artland Dragons (4) - Phantoms Braunschweig (5)

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