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ALBAS Shooting Guard Bryce Taylor (M.). nahm 2010 im Sommercamp der Knicks teil © imago

Vor Spiel vier im Playoff-Viertelfinale wächst bei ALBA die Angst vor dem Scheitern. Oldenburg vertraut auf zwei US-Stars.

Von Philipp Langer

München - Spannung, Aggressivität und viele Emotionen - all das verspricht das vierte Aufeinandertreffen im Playoff-Viertelfinale der Beko BBL zwischen ALBA Berlin und den EWE Baskets Oldenburg (ab 20.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1).

Ein Spiel, auf das zumindest die "Albatrosse" gern verzichtet hätten. (Stenogramme: Die Playoffs)

Doch mit der 86:99-Pleite (Bericht) in der dritten Partie setzten sich die Berliner selbst unter Druck - und bei Oldenburg neue Kräfte frei.

"Es wird eine Schlacht", rechnet ALBA-Coach Muli Katzurin in der "B.Z." beim Stand von 2:1 in der "Best-of-five"-Serie mit einer heiß umkämpften Partie. (DATENCENTER: Playoffs).

"Das fünfte Spiel unbedingt vermeiden"

Auch Shooting Guard Bryce Taylor erwartet gegen die "Donnervögel" keinesfalls einen Spaziergang: "Mein College-Trainer nannte solche Spiele einen Hundekampf."

Und vor diesem herrscht in Berlin durchaus das große Zittern.

"Wir müssen das fünfte Spiel unbedingt vermeiden", ist ALBA-Regisseur Taylor Rochestie die Anspannung deutlich anzumerken.

Ohnehin sieht SPORT1-Experte Stephan Baeck Oldenburg psychologisch im Vorteil: "In den Playoffs ist immer alles möglich. Es hat auch viel mit dem Momentum zu tun, und das ist aktuell ganz klar auf Oldenburger Seite."

Produktive Videoanalyse statt Hochnäsigkeit

Dabei schien ALBAs Halbfinal-Einzug nach den ersten beiden Siegen schon so gut wie sicher.

"Wir haben vielleicht ein wenig zu hochnäsig gespielt, und diese Hallo-Wach-Niederlage war bestimmt ganz gut, damit wir mit mehr Verbissenheit in das nächste Spiel gehen", erklärt Sven Schultze in der "Berliner Morgenpost".

Allein auf den Lerneffekt wollte sich ALBA-Coach Katzurin in Vorbereitung auf das vierte Spiel jedoch nicht verlassen und lud zu einer ausführlichen Videoanalyse, in der der Israeli mit seinem Team alle Fehler akribisch aufarbeitete.

"Spaß macht das nicht, ein verlorenes Spiel zu sehen. Doch es war sehr produktiv", versichert Schultze, dass die Maßnahme ihre Wirkung nicht verfehlt hat.

Neuer Optimismus in Oldenburg

"Wir müssen härter verteidigen und jeden Spielzug so nehmen, als wäre es der letzte", fordert ALBA-Manager Marco Baldi in der "Bild" eine aggressive Herangehensweise des achtmaligen Meisters ein.

Die soll vor allem die Oldenburger Eddie Gill und Ricky Paulding stoppen. Schließlich hatten die beiden US-Amerikaner mit 51 Punkten einen erheblichen Anteil am Sieg der Niedersachsen und versprühten mit ihren Leistungen neuen Optimismus.

In Berlin dagegen fühlt man sich nach dem ersten vergebenen Matchball an die zahlreichen Rückschläge der laufenden Saison erinnert.

"Das sollte in den Köpfen der Spieler keine Rolle mehr spielen. Es geht nicht darum an das Vergangene zu denken, sondern sich intensiv auf das Spiel vorzubereiten", glaubt Baeck an die Professionalität der ?Albatrosse?.

"Werden den Sack zumachen"

Geht es nach ALBA-Manager Baldi war die Heimpleite ohnehin nur ein Ausrutscher: "Wir steigen jetzt in den Bus nach Oldenburg und nutzen dort die Möglichkeit den Sack zuzumachen."

Baeck geht dagegen von einer knappen Entscheidung aus: "Oldenburg hat gemerkt, dass sie über viel mehr Intensität in der Verteidigung ALBA Paroli bieten können."

Und weiter: "Wer die frischeren Beine, den frischeren Kopf, aber auch die nötige Energie und Aggressivität mitbringt, wird die Partie letztlich für sich entscheiden."

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