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DaShaun Wood wechselte 2010 nach monate- langer Verletzungspause nach Frankfurt © imago

Der MVP zieht sich in Berlin durch Rempler Volkes Zorn zu, zeigt dann seine Klasse. Die dezimierten Dragons kochen Bamberg weich.

Von Michael Spandern

Berlin/Quakenbrück - Die Deutsche Bank Skyliners haben mit großer Moral ihre Halbfinal-Serie gegen ALBA Berlin ausgeglichen.

In der zweiten Begegnung setzte sich Frankfurt dank einer beeindruckenden Schlussphase beim achtmaligen deutschen Meister 80:72 (38:46) durch.

Der US-Amerikaner DaShaun Wood steuerte 23 Punkte und sieben Vorlagen zum Sieg der Skyliners bei. (STENOGRAMME: Die Playoffs)

Bester Berliner war Yassin Idbihi mit 17 Punkten. Das erste Halbfinal-Duell hatte ALBA mit 81:80 in Frankurt gewonnen (DATENCENTER: Playoffs).

Auch die Artland Dragons schafften überraschend den Ausgleich. Die Quakenbrücker setzten sich in ihrer Best-of-Five-Serie gegen die Brose Baskets Bamberg mit 86:72 (44:44) durch.

Buhmann Wood

Wood war in Berlin nicht nur bester Frankfurter, sondern auch der Buhmann der Partie.

In der ersten Spielhälfte zog er sich nach einem Rempler gegen Taylor Rochestie den Unmut des Berliner Publikums auf sich.

Nach der Halbzeit geriet er mit Julius Jenkins aneinander, kassierte ein Unsportliches Foul und wurde dafür mit hämischen MVP-Rufen bedacht.

Über acht Minuten ohne ALBA-Punkt

ALBA kam blendend in die Partie, führte nach rund vier Minuten bereits 15:4. Doch die Skyliners kamen rasch zurück, glichen in der 13. Minute durch Kimmo Muurinen zum 27:27 aus.

Die Hauptstädter blieben aber vorn und setzten sich im dritten Viertel auf 13 Punkte ab, nahmen einen 67:56-Vorsprung mit ins Schlussviertel. Da aber gelang dem Team von Muli Katzurin über acht Minuten kein Punkt - und die Gäste nutzten angetrieben von Wood ihre Chance.

"Er ist ein ganz besonderer Spieler. Wir haben den Ball seinen Händen anvertraut und er hat die richtigen Entscheidungen getroffen", lobte sein Coach Gordon Herbert den Spielmacher, der zwölf Zähler im letzten Abschnitt markierte.

Auch Power Forward Roger Powell (17 Punkte, 2 Dreier, 9 Rebounds) spielte in der Crunch Time stark auf. Spiel 3 findet am Mittwoch statt (ab 19 Uhr LIVE im TV auf SPORT1).

Dragons gleichen aus

Die Quakenbrücker schafften es nach zwei knappen Saisonniederlagen und dem verlorenen Halbfinal-Thriller im Beko-BBL-Pokal erstmals, die Bamberger in die Knie zu zwingen.

Das Team von Stefan Koch machte einen Elf-Punkte-Rückstand aus der ersten Spielhälfte wett und hatte bei den Rebounds eine klare Übermacht (44:26).

Matchwinner waren Tyrese Rice mit 24 Punkten und Nathan Peavy, der neben 16 Zählern neun Abpraller verbuchte.

Beim Topfavoriten, der erst das dritte Spiel dieser Saison verlor, erzielte Pedrag Suput 15 Zähler, Anton Gavel und Brian Roberts kamen auf 13. In Spiel 3 (Mi., ab 19 Uhr im LIVESTREAM) steht für die Franken nun der Heimvorteil auf dem Spiel.

[kaltura id="0_q2opkyus" class="full_size" title="Bamberg legt vor"]

Artlands Big Men in Foulproblemen

Die Dragons erwischten auch ohne die verletzten Alexander Seggelke und Johannes Strasser einen klasse Start, der angeschlagene Darren Fenn brachte sich direkt nach seiner Einwechslung mit einem Mitteldistanzwurf und einem Assist auf Hess ein.

Nach dessen Korbleger zum 10:4 nahm Brose-Baskets-Coach Chris Fleming Mitte des ersten Viertels die erste Auszeit, nach der die Gäste wesentlich konzentrierter zu Werke gingen.

Im ersten Viertel gerieten mit Robert Kurz, der bereits in der achten Minute sein drittes Foul kassierte, Nathan Peavy und Darren Fenn (jeweils zwei) gleich drei Big Men in Foulprobleme.

Dragons kommen in Fahrt

Bamberg schloss den Abschnitt mit einem 20:3-Run ab, Karsten Tadda schraubte den Vorsprung mit seinem Sprungwurf zum 24:13 wenige Sekunden vor der Sirene in zweistellige Höhe. "Da haben wohl nicht mehr viele Leute etwas auf meine Mannschaft gegeben", bemerkte Koch.

Mitte des zweiten Abschnitts kam Artland durch einige Fast-Breaks in Fahrt und erzielte acht Punkte in Folge zum 39:35.

Vor der Halbzeit sorgten Hess mit einem Dreier, Ruben Boumtje-Boumtje mit zwei Freiwürfen und Tyrese Rice mit dem Buzzer-Beater für den Ausgleich.

Terry versiebt Dunking

Im dritten Viertel übernahmen die Dragons dann das Kommando und erspielten sich durch einen 15:2-Zwischenspurt einen Acht-Punkte-Vorsprung, den sie nicht mehr aus der Hand gaben.

Die Bamberger gingen in dieser Phase zu sorglos mit dem Ball um und vergaben ihre Chancen. Reyshaun Terry scheiterte erst mit zwei Würfen, dann sogar bei einem Dunking.

Trainer Chris Fleming sah die Schuld aber beim Backcourt: "Unsere Guards waren nicht in der Lage, das Tempo zu kontrollieren, vor allem offensiv. Dadurch haben wir komplett unseren Rhythmus verloren."

Dreienhalb Minuten vor Schluss brach Hess (13 Punkte) mit seinem dritten Dreier zum 80:66 den letzten Widerstand der Brose Baskets. "Die Spieler haben Herz und Charakter gezeigt, ich bin stolz", sagte Dragons-Coach Koch.

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