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Ruben Boumtje Boumtje spielt seit 2006 in der Beko BBL © getty

Der Center träumt nach dem Sieg gegen Bamberg von der Meisterschaft. In seiner Heimat gilt der Kameruner als großes Vorbild.

Quakenbrück/Köln - Erfolge stärken das Selbstbewusstsein, das ist auch bei Ruben Boumtje Boumtje nicht anders.

"Wir glauben fest daran, gegen Bamberg bestehen zu können", sagte der Center des Basketball-Bundesligisten Artland Dragons (DATENCENTER: Playoffs).

Die Zuversicht kommt nicht von ungefähr, denn beim 86:72 der "Drachen" am vergangenen Samstag gegen die Brose Baskets Bamberg gelang dem 2,12-m-Hünen aus Kamerun mit seinen Teamkollegen ein echter Coup.

14 Pflichtspiele in Folge hatten die Bamberger als amtierender Meister und aktueller Pokalsieger gewonnen, ehe die Dragons in der zweiten Playoff-Partie der Halbfinalserie "best of five" die Oberhand behielten und zum 1:1 ausglichen (STENOGRAMME: Die Playoffs).

"Traum ist wahr geworden"

"Unsere Begegnungen gegen Bamberg waren in der gesamten Saison sehr eng. Dieses Mal waren wir besser und haben verdient gewonnen", sagt der 32-jährige Boumtje Boumtje, der in seiner Heimat Kamerun ein echter Basketball-Pionier ist.

2001 schaffte das 117-kg-Schwergewicht als erster Spieler seines Landes den Sprung in die National Basketball Association (NBA), wo er von den Portland Trail Blazers verpflichtet wurde.

"Damals ist ein Traum wahr geworden", sagt Boumtje Boumtje im Rückblick auf seine drei Spielzeiten in den USA.

Körpergröße allein reicht nicht

Bis zu seinem Engagement in der besten Basketball-Liga der Welt war es jedoch ein weiter Weg.

"Als ich 15 war, kam ich zum ersten Mal mit Basketball in Kontakt, und da ich schon immer ziemlich groß war, brachte ich eine wichtige Komponente von Haus aus mit: die Physis", erinnert sich der Center an die ersten Schritte.

Doch die Körpergröße alleine brachte ihn nicht in die NBA.

Arbeit, Intelligenz und Talent

"Es braucht eine Menge harter Arbeit, Intelligenz und Talent, um den Sprung zu schaffen", sagt der Rebound-Spezialist, der in seiner Heimat hohes Ansehen genießt:

"Für die nächste Basketball-Generation in Kamerun bin ich ein Vorbild, das merke ich an all den Mails, die mich erreichen."

Während seiner Zeit an der renommierten Georgetown Universität in Washington D.C., wo er ein Basketball-Stipendium erhielt, studierte er Medizin, Mathematik und Biologie.

[kaltura id="0_epaf3nds" class="full_size" title="Bamberg bricht ein"]

"Ich passe mich den Gegebenheiten an"

"Das war mein Plan B, wenn es mit dem Basketball nicht geklappt hätte, aber nach meinem zweiten Studienjahr habe ich gemerkt, dass ich Profi werden kann", erzählt der Center, der seit 2006 in der Bundesliga spielt und vor zwei Jahren mit den EWE Baskets Oldenburg die deutsche Meisterschaft gewann.

Deutschland ist mittlerweile zur europäischen Heimat von Ruben Boumtje Boumtje geworden.

"Ich passe mich den Gegebenheiten an, das ist als Profisportler elementar. Aber ich habe mich noch immer nicht an die zwei Trainingseinheiten pro Tag gewöhnt", gesteht er schmunzelnd.

"Titel vielleicht schon in diesem Jahr"

Gut gelaunt darf Boumtje Boumtje auch sein, denn bei den Artland Dragons, wo er seit Sommer 2010 unter Vertrag steht, steuert der Afrikaner im Schnitt rund sieben Punkte und fünf Rebounds pro Spiel bei.

Ganz zufrieden ist er mit dieser Ausbeute aber nicht: "Ich hätte dem Team gerne noch mehr geholfen, aber das Wichtigste ist, dass die Mannschaft eine erfolgreiche Saison spielt und jetzt in den Playoffs überzeugt."

Am Mittwochabend (ab 19 Uhr im LIVESTREAM) haben die Niedersachsen die nächste Chance, dem Favoriten aus Bamberg ein Bein zu stellen.

Boumtje Boumtje wird seinen Teil dazu beitragen, wenn die Artland Dragons bei den Oberfranken zu Gast sind. Immerhin kennt er schon das süße Gefühl der Meisterschaft:

"Meister zu werden, ist überwältigend. Ich hoffe, dass ich diese Zeit noch einmal erleben darf - vielleicht schon in diesem Jahr."

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