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Die Artland Dragons verloren das Finale 2007 gegen die Brose Baskets Bamberg © imago

Artlands Rice ist heiß und lässt Bamberg vor Halbfinal-Spiel 5 alle Hüte ziehen. Doch der Meister gibt sich selbstsicher.

Von Jakob Gajdzik

München - Der Riese wankt - doch fällt er auch?

Der Titelträger Brose Baskets Bamberg hat beim erneuten Einzug in das Playoff-Finale der Beko BBL mehr Schwierigkeiten als gedacht.

Die Artland Dragons zwingen den Liga-Primus nach zwei Heimsiegen ins Entscheidungsspiel (20.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) und machen sich berechtigte Hoffnungen, das vermeintliche Überteam auszuschalten und zum zweiten Mal in ihrer Vereinsgeschichte ins Endspiel einzuziehen. (DATENCENTER: Playoffs)

Bamberg fast ein Jahr ohne Heimpleite

Das gelang den Dragons zuletzt im Jahr 2007. Die Finals verlor man damals mit 1:3 - gegen Bamberg.

Nachteil für Artland: Die Franken sind im heimischen "Freak City" seit fast einem Jahr ungeschlagen. Die letzte Heimpleite datiert vom 6. Juni 2010 gegen die Deutsche Bank Skyliners aus Frankfurt.

Außerdem gab es in den beiden Partien in Franken für die Dragons mit 73:85 und 61:84 klare Pleiten.

"Brauchen einen guten Start"

"Nach den zwei deutlichen Niederlagen in Bamberg setzen sicher nicht viele Leute darauf, dass wir gewinnen. Doch wir brauchen einen guten Start, dann haben wir eine Chance", sagte Artland-Co-Trainer Tyron McCoy vor der Partie.

[kaltura id="0_s1px3o98" class="full_size" title="Drachen nicht zu z hmen"]

Hoffnungsträger Rice

Hoffnungsträger im Team von Trainer Stefan Koch, der erneut ohne die Außenspieler Johannes Strasser (Knie-OP am Montag) und Alexander Seggelke (Mittelhandbruch) auskommen muss, ist der Guard Tyrese Rice.

Beim 75:59-Erfolg im vierten Spiel (Bericht) war der 1,85 Meter kleine "König Tyrese" mit 30 Punkten und einer Trefferquote von 63 Prozent der Garant für den Sieg gegen den Favoriten. (STENOGRAMME: Die Playoffs)

"Rice trägt die gesamte Mannschaft", beurteilt SPORT1-Experte Stephan Baeck den Wert des US-Amerikaners für die Mannschaft aus Quakenbrück.

Selbst Brose-Baskets-Trainer Chris Flemming zog ob der überragenden Leistung des 24-Jährigen den Hut und sprach von "einer der besten Playoff-Leistungen eines Guards, die ich bisher gesehen habe".

"Haben neun Monate auf diesen Moment gewartet"

Rice selbst glaubt an eine Chance gegen den großen Favoriten: "Ich glaube, es ist alles möglich".

Trotz eines Rice in Hochform: besonders der Heimvorteil soll als großes Pfand für den Deutschen Meister gelten.

23 Siege in 23 Spielen in dieser Saison sprechen eine deutliche Sprache. "Wir haben neun Monate auf diesen Moment gewartet. Wir spielen zu Hause, das ist ein Vorteil" sagte Bambergs Guard Anton Gavel.

Und auch Forward Reyshawn Terry stieß ins gleiche Horn: "Ich bin mir sicher, dass wir unseren Heimvorteil nutzen. Wir beenden diese Serie mit einem Sieg".

Die letzten beiden Spiele 5 gewannen die Bamberger jedenfalls vor heimischen Publikum: 2010 in den Finals gegen Frankfurt und 2007 in den Viertelfinals gegen Bonn.

"Bamberg wir seine ganze Klasse ausspielen müssen"

Auch SPORT1-Experte Baeck hält das Heimspiel für den entscheidenden Vorteil, auch wenn er keinen Spaziergang des Titelverteidigers sieht:

"Bamberg wird seine ganze Klasse ausspielen müssen, um das Spiel zu gewinnen. Doch zuhause ist Bamberg einen Tick stärker und sie werden sich auf ihre Stärken besinnen." (Kolumne: "Wie ein Schwergewichtskampf")

Coach Stefan Koch hält unter Verweis aufs Auswärtsspiel der Regular Season und des Pokal-Halbfinals in "Freak City" dagegen: "Wir waren zweimal in dieser Saison ganz knapp dran - also soweit entfernt sind wir nicht."

Der Schlüssel für Bamberg wird sein, Rice aus dem Spiel zu nehmen, doch auch die in den Halbfinal-Spielen starken Center Darren Fenn und Ruben Boumtje Boumtje dürfen auf keinen Fall vernachlässigt werden.

Dann wären die Bamberger einen Schritt weiter in ihrer Mission, sich nach 2005, 2007 und 2010 den vierten Titel der Vereinsgeschichte zu sichern.

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