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Bryce Taylor erzielte in Spiel 5 acht Punkte und acht Rebounds © imago

Durch Berlins dritten Auswärtssieg steht ds Traumfinale der Beko BBL gegen Bamberg fest. Katzurin hebt die Routiniers heraus.

Frankfurt/München - Für einen kurzen Moment hielt Sven Schultze inne.

Einen Sekundenbruchteil vor dem Ende des dritten Viertels im entscheidenden fünften Spiel des Playoff-Halbfinals setzte der Power Forward von ALBA Berlin zum Drei-Punkte-Wurf an.

Als sich der Ball nach einer gefühlten Ewigkeit in den Korb gesenkt hatte, gab es bei den "Albatrossen" kein Halten mehr. Wild gestikulierend rannte Schultze zur Berliner Bank, wo sich seine Kollegen jubelnd auf ihn stürzten.

Beim Anhang und den Spielern des Gegners Deutsche Bank Skyliners Frankfurt senkten sich dagegen ernüchtert die Köpfe.

ALBA siegt mit Frankfurter Tugenden

Der Treffer zum zwischenzeitlichen 65:48 war der Schlüsselmoment in einem umkämpften Spiel (Video), das die "Albatrosse" am Ende deutlich mit 87:68 (45:36) gewannen (Spielbericht).

Dank einer Energieleistung steht der einstige Serienmeister im vermeintlichen Traumfinale der Beko BBL gegen Titelverteidiger Brose Baskets Bamberg. Genau mit diesen Tugenden hatten sich die Frankfurter zweimal gegen ALBA durchgesetzt.

Roller beendet Karriere

"In Spiel vier haben wir sie mit unserem Willen geschlagen. Heute ist Berlin das mit uns gelungen. Bei einem Spiel fünf geht es nicht darum, was sie oder wir tun, es geht nur um Einsatz, Energie und Willen. Da waren sie heute einfach besser als wir", sagte Frankfurts Trainer Gordon Herbert, dem die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben stand. (Bericht Spiel 4)

Fast symbolisch zur Frankfurter Gemütslage wirkte auch der emotionale Abschied des 122-maligen Nationalspielers Pascal Roller, der nach elf Jahren im Frankfurter Trikot nach dieser Saison seine Karriere beendet und die bittere Niederlage nicht verhindern konnte. (VIDEO: Pascal Roller im SPORT1-Interview)

[kaltura id="0_1q8utiro" class="full_size" title="Zusammenfassung ALBA berrennt Frankfurt"]

Wood ein Totalausfall

An ihr hatte auch der amtierende MVP DaShaun Wood seinen Anteil. Der Amerikaner fand nie in die Partie und erwischte einen rabenschwarzen Tag. Er kam auf eine magere Ausbeute von neun Zählern.

Bei den Berlinern ließ sich die mannschaftliche Geschlossenheit dagegen auch auf dem Scoreboard ablesen. Yassin Idbihi (16), Derrick Allen (15), der an alter Wirkungsstätte eine starke Leistung zeigte, Julius Jenkins (11) und Heiko Schaffartzik (10) trafen jeweils zweistellig. (STENOGRAMME: Die Playoffs)

ALBA setzt Novum

"Vor dem Spiel habe ich meiner Mannschaft gesagt, dass es heute nicht um spielerische Qualität, sondern einzig und allein um unsere Energie geht. Vor allem unsere Routiniers haben heute stark gespielt. Ich will mich bei den mitgereisten Fans, meinen Spielern und meinen Assistenztrainern, die für mich eher wie Partner sind, bedanken", sagte ALBA-Coach Muli Katzurin.

Es war das Ende einer kuriosen Serie, die in die Geschichte der Bundesliga eingehen wird. Noch nie hatte sich in einer Best-of-Five-Serie in allen fünf Spielen das Auswärtsteam durchgesetzt. (DATENCENTER: Playoffs)

Bamberg "schwer, zu schlagen"

Am Sonntag (ab 15.40 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) kommt es in Oberfranken zum ersten Finalspiel zwischen Bamberg, das im zweiten Halbfinale die Artland Dragons Quakenbrück mit 3:2 ausschaltete, und dem Team aus der Hauptstadt. (Bericht: Mit weißer Weste ins Finale)

Für die Hausherren ist die Marschroute klar. "Wir wollen natürlich unseren Titel erfolgreich verteidigen. Wir haben Heimrecht. Mit solch überragenden Fans im Hintergrund wird es schwer, uns hier zu schlagen", sagte Bambergs Flügelspieler Karsten Tadda.

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