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Mithat Demirel (mit ALBA-Coach Muli Katzurin, l.) spielte zuletzt in der Türkei © getty

Vor der Beko-BBL-Finalserie erklärt Berlins Teammanager Mithat Demirel bei SPORT1 wie ALBA Bamberg schlagen kann.

Von Hardy Heuer

München - Jetzt wird's ernst.

Nach spannenden zehn Halbfinal-Partien kommt es nun zum finalen Showdown um den Titel in der Beko BBL (SPORT1-Check: Eigentlich hat ALBA keine Chance).

Der achtfache Deutsche Meister ALBA Berlin fordert den Titelverteidiger und Gewinner der Regulären Saison Brose Baskets Bamberg (DATENCENTER: Playoffs).

ALBAs Teammanager Mithat Demirel hat solch wichtige Spiele zu Hauf erlebt. Bei fünf der acht Meisterschaften stand der 33-Jährige für den Hauptstadt-Klub auf dem Feld (Jetzt mitspielen: Werden Sie SPORT1 Tipp-König!).

Mit der deutschen Nationalmannschaft gewann Demirel Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften.

Vor Spiel eins (So., ab 15.40 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) spricht der ehemalige Point Guard im SPORT1-Interview über die Heimniederlagen im Halbfinale, Trainer Muli Katzurin und erklärt, wie ALBA die überragenden Brose Baskets schlagen kann.

SPORT1: Herr Demirel, bevor wir zu den Finalspielen kommen, noch einmal kurz zum Halbfinale: Sie haben beide Heimspiele gegen Frankfurt verloren. Was lief falsch?

Mithat Demirel: Das kann man nicht so einfach erklären. Natürlich wollten wir bei unserem tollen Publikum, das uns in schwierigen Phasen über die Saison hinweg getragen hat, die Partien auch gewinnen - gerade, nachdem man auswärts so harte Spiele gewonnen hat.

SPORT1: Was könnten die Gründe gewesen sein?

Demirel: Vielleicht steckte so ein bisschen in den Köpfen drin, dass sich das Spiel von alleine gewinnen lässt und man sich zu sicher gefühlt hat. Auf der anderen Seite sind wir auf eine sehr gut gecoachte Mannschaft getroffen, die besonders in unseren Heimspielen sehr stark gespielt hat.

SPORT1: In Frankfurt hat ALBA alle Partien gewonnen? Ist es vielleicht gut, dass Bamberg den Heimvorteil hat?

Demirel: Das wäre schön. Aber wir spielen gegen eine Mannschaft, die eine überragende Saison gespielt hat und zu Hause noch keine Partie verloren hat. Es wird sehr hart dort zu bestehen. Trotzdem glaube ich, dass wir das Potential haben, in Bamberg zu gewinnen.

SPORT1: Frankfurts Trainer Gordon meinte, ALBA hätte die Skyliners mit ihrem Willen und ihrer Energie geschlagen. Stimmen Sie dem zu?

Demirel: Das sind elementare Dinge in den Playoffs, die gerade in dem entscheidendem 5.Spiel bei uns herausragend waren. Um allerdings in ein Finale zu kommen, braucht man natürlich auch Qualität, die unser Kader definitiv hat.

SPORT1: Welchen Anteil hat Trainer Muli Katzurin an ALBAs Erfolg?

Demirel: Wir haben uns mit ihm vor einigen Monaten auf einen neuen Weg begeben. Es war natürlich ein großer Einschnitt, mitten in der Saison den Trainer zu wechseln. Aber wir haben dieses Vertrauen in ihn gehabt.

SPORT1: Was hat er entscheidend verändert?

Demirel: Er hat der Mannschaft diese Hartnäckigkeit und Leidenschaft gegeben. Die Spieler haben sich das auch durch hartes Training erarbeitet. In der Saison sowie in den Heimspielen gegen Frankfurt haben wir uns leider für die Arbeit nicht belohnt. In den Playoffs hat sich aber gezeigt, dass das Team sich nicht von Dingen, wie nicht gepfiffenen Fouls oder Zuschauern beirren lässt. Die Mannschaft gibt sich nicht auf und glaubt immer an den Sieg.

SPORT1: ALBA hat beide Saisonspiele gegen Bamberg verloren. Was wird der Schlüssel zum Erfolg sein?

Demirel: Wir sind in der wichtigsten Phase der Saison, im Finale der Playoffs und da ist alles möglich. Wir haben in den letzten Wochen, nicht nur mit dem Finaleinzug, gezeigt, dass wir auch in Bamberg gewinnen und so eine Serie für uns entscheiden können.

SPORT1: Beim letzten Auftritt in Bamberg gab es eine deutliche Klatsche. Steckt das noch in den Hinterköpfen?

Demirel: Nein, das glaube ich nicht. Es ist in der Zwischenzeit sehr viel passiert. Ich denke nicht, dass dies noch eine Rolle spielt. Und wie gesagt, Playoffs?

[kaltura id="0_1q8utiro" class="full_size" title="Zusammenfassung ALBA berrennt Frankfurt"]

SPORT1: Die Guards von Bamberg sind für ihre gute Defensive bekannt. Wie kann ALBA dagegen vorgehen?

Demirel: Es ist wichtig, dass wir uns davon nicht aus der Ruhe bringen lassen, sondern selber aggressiv und intensiv verteidigen, wie wir es in vielen Playoff-Spielen gemacht haben. Im Angriff müssen wir unser Spiel spielen und dürfen uns nicht von unserem Weg abbringen lassen.

SPORT1: Worin liegen ALBAs Stärken?

Demirel: Es ist wichtig, dass wir nicht von einem Spieler abhängig sind und viele, die von der Bank kommen, Impulse setzen können. Die Spieler haben im Laufe der Saison gelernt, die Anforderungen des Trainers auf das Feld zu übertragen. Den einen Go-to-Guy haben wir nicht.

SPORT1: Welche Spieler der Brose Baskets müssen gestoppt werden?

Demirel: Bamberg hat eine sehr ausgeglichene Mannschaft. Alle haben ihre Stärken, aber auch Schwächen. Der größte Vorteil der Bamberger ist, dass sie nicht von einem Spieler alleine abhängen und eingespielt sind. In der Mannschaft weiß jeder, was er zu tun hat, z.B. auch zu provozieren und in entscheidenden Momenten die Zuschauer von den Rängen mit einzubringen.

SPORT1: Kurz zu Pascal Roller: Mit dem Halbfinal-Sieg hat ALBA seine Karriere beendet. War da ein bisschen Wehmut mit dabei?

Demirel: Natürlich. Ich habe ja sehr lange gegen Pascal, aber auch mit ihm in der Nationalmannschaft gespielt. Er hat eine bemerkenswerte Karriere hinter sich und ich hoffe, dass er dem Basketball in Deutschland erhalten bleibt.

SPORT1: Zum Abschluss: Glauben Sie, dass ALBA in Bamberg gewinnen kann?

Demirel: Selbstverständlich, sonst wären wir nicht hier. Ich bin überzeugt, dass wir genug Qualität haben gegen Bamberg nicht nur ein Spiel, sondern auch die Final-Serie zu gewinnen.

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