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Julius Jenkins (M.) erzielte im ersten Spiel gegen Bamberg nur drei Punkte © imago

Berlin zeigt sich nach der Pleite im ersten Finale alles andere als eingeschüchtert. Ein Duo muss zur alten Form zurückfinden.

Von Barnabas Szöcs und Jakob Gajdzik

München - Der Frust nach der Schlusssirene hielt sich bei ALBA Berlin überraschend in Grenzen.

Zwar hatten die "Albatrosse" den Auftakt der Beko-BBL-Playoff-Finals mit 76:90 (38:42) gegen Titelverteidiger Bamberg am Ende relativ deutlich verloren, doch die gezeigte Leistung auf dem Parkett gab auch Anlass zur Hoffnung. (DATENCENTER: Playoffs)

"Für eine Mannschaft, die nur ein Training vor den Finalspielen zusammen hatte, haben wir zufriedenstellend gespielt", analysierte ALBA-Coach Muli Katzurin das Spiel seiner Mannschaft.

ALBA lange ebenbürtig

Die Worte des Israelis waren alles andere als nur müde Entschuldigungen.

Trotz kaum vorhandener Regenerationszeit - keine drei Tage lagen für Berlin zwischen dem ersten Finalspiel und der entscheidenden Halbfinalpartie in Frankfurt - bot der achtmalige Deutsche Meister den Brose Baskets bis zum Ende des dritten Viertels ordentlich Paroli und zeigte, dass Spiel 2 in Berlin (Mi., ab 19 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) ganz anders ablaufen kann.

In Spiel 1 jedenfalls spielte Bamberg im letzten Durchgang seine Trümpfe aus, verteidigte bissig und zwang die Hauptstädter zu Fehlern, die in schmerzhaften Ballverlusten resultierten - sehr zum Leid von Yassin Idbihi: "Wir dürfen die Runs nicht abgeben, wenn wir Meister werden wollen. Wir haben viele kleine Fehler gemacht", sagte der Center bei SPORT1.

Schwarzer Tag der Leistungsträger

Die heimstarken Franken hingegen, im Gegensatz zu ALBA mit zwei zusätzlichen Ruhetagen, leisteten sich im gesamten Spiel nur acht Ballverluste und nahmen Leistungsträger wie Julius Jenkins und Immanuel McElroy aus dem Spiel.

Auch wenn "I-Mac" durch starke Zahnschmerzen vor und während der Partie gehandicapt war, erwischten sowohl er als auch ALBA's Guard einen schwarzen Tag.

Jenkins, Beko-BBL-MVP des Jahres 2010, kam nur insgesamt auf drei Punkte, McElroy ging gar komplett leer aus. Die Berliner Hoffnung ist ganz eng verknüpft mit einer Leistungssteigerung und der Dynamik dieser beiden. Jenkins ist mit 14 Punkten im Schnitt bester Werfer der Hauptstädter, McElroy steht mit 9,7 auf Platz vier.

"Noch einmal werden wir nicht so einen schlechten Tag haben", ist sich Taylor Rochestie sicher, dass sich solch eine Leistung nicht wiederholt. (STENOGRAMME: Die Playoff-Finals)

[kaltura id="0_7ni8id5p" class="full_size" title="Highlights Bamberg gewinnt Spiel 1"]

"Bringt nichts, das Negative zu sehen"

Auch in der Aussicht auf eine Leistungssteigerung seiner beiden Leistungsträger, hat Katzurins Team die Auftakt-Pleite sicherlich schnell zu den Akten gelegt - denn der Fokus in der Serie "Best-of-Five" gilt nun Spiel 2 in der O2-World. (Jetzt mitspielen: Werden Sie SPORT1 Tipp-König!)

"Es bringt nichts, nur das Negative zu sehen, wir wollen mit einem Erfolg zurück kommen. Dann geht es wieder bei Null los", sagte der 56 Jahre alte Coach.

Neben ihrem Heimrecht werden die Berliner wohl auf ihre Spielweise aus der Auftaktpartie bauen - zumindest auf das letzte Viertel.

Allen: "Das würde mir alles bedeuten"

Die Motivation bei den Spielern ist auf jeden Fall groß.

"Wir sind im Finale, da darf der Fokus nur auf dem nächsten Sieg liegen. Alles andere ist egal. Ich gebe alles dafür, damit wird die Meisterschaft nach Berlin holen. Das würde mir einfach alles bedeuten", sagte der noch titellose Flügelspieler Derrick Allen.

Dazu kann man davon ausgehen, dass auch im zweiten Spiel jede Menge Feuer drin sein wird. In der ersten Begegnung trafen bereits Bambergs Casey Jacobsen und ALBAs Sven Schultze aufeinander - und das nicht nur sportlich.

Schultze geigt Jacobsen die Meinung

Dabei geigte Schultze dem Amerikaner wegen seiner Spielweise gehörig die Meinung: "Die Bamberger spielen aggressiv, aber wenn sie Gegenwehr kriegen, jammern sie gleich. Doch wer austeilt muss auch einstecken können. Dazu habe ich dem Kollegen Jacobsen ein paar passende Worte gesagt", sagte der gebürtige Bamberger.

Jacobsen selbst wollte sich dazu nicht äußern, ließ nur verlauten, dass Worte gefallen sind. Auch ein angeblicher Stich von Schultze in seine Augen steht im Raum, Beweise dafür gibt es allerdings keine.

Trotz der Spannungen im Vorfeld: Der Titelverteidiger aus Bamberg ist gewappnet.

Goldsberry-Einsatz auf der Kippe

Nur eine Personalie bereitet Coach Chris Fleming Kopfzerbrechen: Point Guard John Goldsberrys Verletzung, als er in den Schlusssekunden umknickte, stellte sich als Bänderdehnung im rechten Sprunggelenk heraus.

Über einen Einsatz beim Spiel in Berlin werde kurzfristig nach dem Abschlusstraining entschieden, sagte Fleming.

Von Hiobsbotschaften lassen sich die Bamberger aber nicht beirren - wohl wissend, dass der zweite Sieg eine große Vorentscheidung bringen würde - und den Druck auf ALBA wesentlich erhöhen würde.

"Wir können noch besser spielen", ließ Tibor Pleiß nach Spiel 1 bei SPORT1 die Muskeln spielen: "Wir haben noch nicht alles gezeigt."

Dasselbe gilt wohl auch für ALBA.

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