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MArko Pesic wurde mit ALBA sechs Mal Meister und fünf Mal Pokalsieger © getty

Der neue Sportdirektor der Münchner spricht bei SPORT1 über die ersten Schritte beim Aufsteiger. Nowitzki würde er nicht ablehnen.

Von Barnabas Szöcs und Jakob Gajdzik

München - Der FC Bayern München hat ein neues Triumvirat.

Neben Trainer Dirk Bauermann und Präsident Uli Hoeneß stößt nun ein dritter großer Name zur Basketball-Abteilung des Fußball-Rekordmeisters. (BERICHT: Bauermann gibt Bundestrainer-Job auf)

Ex-Nationalspieler und Bauermanns Wunschkandidat Marko Pesic übernimmt zur neuen Saison das Amt des Sportdirektors beim Aufsteiger und wurde dafür mit einem Dreijahresvertrag ausgestattet. (NEWS: Pesic Sportdirektor der Bayern)

"Es ist eine Herausforderung und eine große Ehre für mich", sagte der 34-Jährige bei SPORT1 nach seiner Vertragsunterzeichnung bei "Deutschlands größtem Basketball-Projekt".

Studium in Düsseldorf und Venedig

Dabei legte Pesic nach dem Ende seiner aktiven Karriere vor fünf Jahren bei Lottomatica Rom einen kometenhaften Aufstieg hin.

Dem Fernstudium "Sport-Management" in Düsseldorf folgte der Master in "Sport-Marketing und Kommunikation" in Venedig. Dass er nicht in die Fußstapfen seines als Trainer äußerst erfolgreichen Vaters Svetislav treten würde, war früh klar.

Stattdessen gründete der gebürtige Jugoslawe Ende 2007 die Spielerberater-Agentur "Lumani 10.7".

"Sie sehen mich als Betreuer"

36 Basketballer stehen mittlerweile bei "Lumani 10.7" unter Vertrag, darunter 14, die sich im Kreis der deutschen Nationalmannschaft bewegen. Von Größen wie Jan Jagla, Robin Benzing, Steffen Hamann bis hin zu den Youngstern Bastian Doreth und Maik Zirbes.

Was die Spieler an ihrem Berater schätzen? "Sie sehen mich nicht nur als Berater, sondern vielmehr als Betreuer", erklärt Pesic.

Die Agentur bietet das "All-Inclusive-Paket": Suche nach Sponsoren, Organisation von Trainingscamps, Hilfe bei ärztlicher Betreuung oder finanziellen Dingen.

Lösung von "Lumani 10.7"

Um einem Interessenskonflikt aus dem Weg zu gehen - mit Hamann, Doreth, Demond Greene und Aleksandar Nadjfeji stehen vier Lumani-Spieler beim FCB unter Vertrag - musste sich Pesic allerdings von seiner Agentur lösen und seine Anteile verkaufen. "Beide Jobs gehen nicht", erklärte er.

Denn nach sechs Meistertiteln mit ALBA Berlin, EM-Silber und WM-Bronze will er nun auch als Sportdirektor durchstarten.

In München ist Pesic derzeit auf Wohnungssuche. "Das gestaltet sich schwieriger, als ich dachte", gibt er in der "tz" zu. Bei den Rot-Weißen wird er aber sofort eingespannt sein: "Es geht sofort los. Von null auf hundert, wir arbeiten jetzt 24 Stunden am Tag."

Den ersten Schritt vor dem zweiten

Das Wichtigste sei nun erstmal ein "sportliches Konzept und eine konkurrenzfähige Mannschaft auf die Beine zu stellen", erklärte der 97-malige Nationalspieler bei SPORT1.

Beim FC Bayern erwarte man immer "das Beste, das Höchste und dass man jedes Spiel gewinnt". Den zweiten vor dem ersten Schritt wolle er jedoch nicht machen.

Dass die Bayern mit Pesic die richtige Entscheidung getroffen haben, glaubt auch ALBA-Geschäftsführer Marco Baldi: "Bei Marko merkt man, dass es ihm nicht nur um die Kohle geht. Er will auch nicht sofort die Sterne vom Himmel holen. Er denkt langfristig und das zahlt sich aus."

"Wir wären bescheuert, wenn wir Nein sagen"

Die Amateur- und Jugendarbeit wolle man aber nicht vernachlässigen, denn sie sei "für die Identität des Vereins sehr wichtig".

Dass dafür weitere Spieler seiner ehemaligen Agentur an die Isar wechseln, will Pesic nicht ausschließen. Die möglichen Transfers von Jagla (Ankara) und Benzing (Ulm) seien aber lediglich Gerüchte.

Auch mit Dirk Nowitzki habe man für den Fall eines NBA-Lockouts noch nicht gesprochen.

Sollte sich der Star der Dallas Mavericks aber melden, "wären wir ja bescheuert, wenn wir Nein sagen würden", gibt Pesic lachend zu.

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