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Julius Jenkins (l.) wechselte 2006 von Euphony Bree zu ALBA Berlin © imago

Der Guard überragt gegen den Titelverteidiger und macht in Spiel 2 den Unterschied aus. Bamberg hofft auf "Freak City".

Von Jakob Gajdzik

München - ALBA ist wieder da und darf von der neunten Meisterschaft träumen.

Nach dem 80:71-Sieg gegen Bamberg (Bericht und Video) haben sich die Berliner im Kampf um die Meisterschaft in der Beko BBL zurückgemeldet und in den Finals zum 1:1 ausgeglichen. (DATENCENTER: Playoffs)

Der Titelverteidiger und Favorit aus Bamberg wankt dagegen wieder.

Dabei war zu befürchten, dass die Brose Baskets die Best-of-Five-Finalserie locker in drei Partien nach Hause bringen. Nach dem 90:76 im ersten Spiel (Bericht) führten die Franken auch in der Hauptstadt bereits früh mit 18:2. (STENOGRAMME: Die Playoff-Finals)

Jenkins wie ausgewechselt

Alles lief auf einen vorentscheidenden Sieg und einen Matchball in "Freak City" hinaus.

Doch die Berliner mit dem Protagonisten Julius Jenkins hatten was dagegen. Der ALBA-Guard war im Vergleich zum schwachen Auftritt in Bamberg, wo ihm nur drei Punkte gelangen, wie ausgewechselt.

Im zweiten Spiel zeigte er eine bärenstarke Leistung und war mit 23 Punkten der Topscorer der Partie.

Auch von der Drei-Punkte-Linie warf Jenkins entscheidende Punkte, immer wenn die Partie wieder zu kippen drohte.

"Wohl das richtige zu Essen gegeben"

Als die Berliner beim Stand von 21:34 zunehmend auf die Verliererstraße zu rutschen drohten, drehte Jenkins auf und kam mit dem achtfachen Deutschen Meister und einem 14:0-Lauf in Spiel zurück.

"Wir wollen jetzt den nächsten Schritt machen und die Serie drehen", sagte der Matchwinner.

"Es war nur eine Frage der Zeit, bis Bambergs Guards müde werden und Probleme bekommen. Für mich kam es nicht so überraschend, dass wir diesen Rückstand aufgeholt haben, denn so schlecht konnten wir nicht die ganze Zeit spielen", sagte Nationalspieler Heiko Schaffartzik.

Patrick Femerling scherzte nach der Partie bei SPORT1: "Man hat Jenkins wohl das richtige zu Essen gegeben"

[kaltura id="0_eheehptq" class="full_size" title="ALBA gleicht aus"]

Femerling feiert Comeback

Der deutsche Rekordnationalspieler feierte nach überstandener Verletzung nach vier Monaten sein Comeback im Dress der "Albatrosse". Auch wenn nur für 33 Sekunden, die Halle feierte den ALBA-Kapitän dennoch frenetisch.

Das Lob an Jenkins weitete Femerling auf das komplette Team aus: "Die Mannschaft hat sich nach dem Fehlstart zusammengerissen und ihren Rhythmus gefunden. Das war der Schlüssel zum Sieg."

Raduljica als zweiter "Schlüssel"

Für SPORT1-Experte Ademola Okulaja gab es neben Jenkins auch noch einen zweiten "Schlüsselfaktor". Center Miroslav Raduljica.

Der 2,13-Meter große Serbe war unterm Korb nicht zu schlagen, zog mit dem Ball immer wieder unnachahmlich zum Brett und versenkte ihn sicher. Am Ende standen für Raduljica ebenfalls starke 17 Punkte zu Buche.

"Er wird mit jedem Spiel besser", sagte Okulaja, "ALBA hat mit Raduljica und Idbihi einen Vorteil auf der Centerposition. Den müssen sie gnadenlos ausnutzen".

Katzurin zieht den Hut

Trainer Muli Katzurin war nach dem Fehlstart ebenfalls zufrieden: "Ich muss meinem Team viel Respekt zollen, dass es so ein starkes Comeback abgeliefert hat. Das ist nicht einfach gegen einen Gegner wie Bamberg. In der zweiten Halbzeit haben wir die meiste Zeit 'richtig' gespielt, haben die richtigen Entscheidungen getroffen."

Allerdings weiß er auch, dass eine Leistungssteigerung nötig ist, um auswärts nicht wieder in Rückstand zu geraten: "Um in Bamberg zu gewinnen, müssen wir einmal 40 Minuten konstant gut spielen."

Für Titelverteidiger Bamberg war diese Niederlage die dritte Auswärtspleite in Folge, nachdem man im Halbfinale bereits zwei Mal in Quakenbrück verloren hatte.

Goldsberry wird vermisst

Der verletzte John Goldberry wurde schmerzlich vermisst, dazu erwischte Center Tibor Pleiss ebenfalls nicht seinen besten Tag. Acht Punkte sich verbesserungswürdig.

Goldsberry dürfte nach seiner Bänderdehnung im Sprunggelenk für das dritte Spiel am Samstag (ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) wieder fit werden und gilt als wichtiger Führungsspieler und Hoffnungsträger. Sein Aufbauspiel fehlte den Franken.

"Es sieht sehr gut aus. Wir haben ihn bewusst geschont." sagte Trainer Chris Fleming zu dem verletzten Spielmacher. (Jetzt mitspielen: Werden Sie SPORT1 Tipp-König!)

Überzeugen jedoch konnte neben Ex-NBA-Spieler Casey Jacobsen und Brian Roberts (beide 16 Punkte), auch Bambergs Predrag Suput mit 12 Zählern.

Allerdings stand der Forward in der zweiten Hälfte schnell bei vier Fouls und wurde nur dosiert eingesetzt. Auch ein Grund für die Niederlage.

"ALBA hat Kampfgeist gezeigt und vor allem im zweiten Viertel viel Energie investiert. Wir haben im zweiten Viertel defensiv zu viel die Hände eingesetzt. Damit haben wir uns selbst in Probleme gebracht. ALBA stand ständig an der Freiwurflinie, und hat danach gepresst, das hat uns den Spielaufbau schwer gemacht", sagte Fleming.

"Wir trauern nicht lange"

Den Hauptgrund für die Niederlage sah der 41-Jährige wie der Rest in einem Spieler:

"Die zweite Halbzeit war sehr lange ausgeglichen, dann hat Berlin die wichtigen Würfe getroffen und wir nicht. Jenkins war heute der entscheidende Spieler. Wir trauern nicht lange über diese Niederlage, sondern freuen uns auf Spiel 3."

In der Hoffnung, dass die Heimserie der Brose Baskets weitergeht. Im heimischen "Freak City" gewannen die Franken in dieser Saison alle Spiele.

"Es wird ein hartes Spiel, indem sich beide Mannschaften nichts schenken werden", blickt SPORT1-Experte Stephan Baeck auf das dritte Spiel voraus und ergänzt: "Bamberg wird brennen".

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