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Muli Katzurin gewann 2000 die polnische Meisterschaft mit Slask Wroclaw © imago

ALBA-Coach Muli Katzurin kämpft gegen Berlins Anfangsphasen-Problem. Bei Bamberg ist Goldsberrys Rückkehr in der Schwebe.

Von Jakob Gajdzik

München - Spielt er oder spielt er nicht?

Vor dem dritten Spiel der Bamberger gegen ALBA Berlin (ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) könnte die Personalie John Goldsberry in den Finals der Beko BBL zu einem entscheidenden Faktor werden.

Der 28-Jährige, von Brose-Baskets-Coach Chris Fleming im SPORT1-Interview als "bester Point Guard der Liga" geadelt, knickte im ersten Finalspiel um und fehlte den Franken im zweiten Spiel wegen seiner erlittenen Bänderdehnung im Sprunggelenk schmerzlich.

"Nicht optimistisch, dass wir ihn noch einmal sehen"

Ohne seine Übersicht und Routine ging beim Double-Gewinner 2010 zu häufig die Orientierung verloren, und das Team kassierte zu oft einfache Punkte.

Nachdem im Lager der Bamberger der Rückkehr für das dritte Spiel mit vorsichtigem Optimismus entgegengefiebert wurde, äußerte sich nun Manager Wolfgang Heyder in der "Bild" alles andere als zuversichtlich:

"Goldsberry wird Tag und Nacht behandelt, um die Schwellung wegzubekommen. Ich bin derzeit nicht optimistisch, dass wir ihn noch einmal sehen", so Heyder.

Eine absichtliche Verwirrtaktik, oder ist die Verletzung doch schlimmer als angenommen?

Zu viele einfache Fehler

Ein erneuter Ausfall des Point Guards würde den Bambergern ohne Frage sehr weh tun. Eine Entscheidung dürfte erst kurz vor Spielbeginn fallen.

Im zweiten Spiel stach ins Auge, dass die Bamberger sowohl in der Defensive als auch in der Offensive zu viele einfache Fehler machten und so den Berlinern erlaubten, nach einem zwischenzeitlichen 16-Punkte-Rückstand die Partie doch noch zu drehen. (DATENCENTER: Playoffs)

[kaltura id="0_eheehptq" class="full_size" title="ALBA gleicht aus"]

Doch anders als Fleming suchte der Manager der Brose Baskets die Schuldigen nicht nur in der eigenen Mannschaft.

Heyder wettert gegen Schiedsrichter

"Zwei der drei eingeteilten Schiris waren völlig unerfahren und ließen sich vom Publikum beeinflussen. Vier bis fünf krasse Fehlentscheidungen haben das Spiel eindeutig gegen uns entschieden", wetterte Heyder gegen die Unparteiischen im zweiten Spiel (Bericht und Video).

Besonders das angebliche Offensiv-Foul von Brian Roberts an Julius Jenkins erregte die Gemüter, auch wenn Fleming das Resultat nicht nur an dieser Fehlentscheidung festnageln wollte. (Interview Chris Fleming: "Das war schwer zu verdauen")

Die Kritik an den Herren in Grau ist aufgrund ihrer kleinlichen Spielauslegung nicht ganz unberechtigt. Von einer gezielten Benachteiligung zu sprechen, wäre jedoch falsch. Bamberg hatte am Ende 26 Fouls auf dem Bogen, Berlin 27.

ALBA: Problem mit der Anfangsphase

Schiedsrichter-Diskussion hin oder her: Die Berliner haben gezeigt, dass sie durchaus in der Lage sind, den Titelverteidiger zu stürzen.

Allen voran Julius Jenkins, der mit 23 Punkten wie aufgedreht spielte und von der Verteidigung der Bamberger nicht in den Griff zu kriegen war. (STENOGRAMME: Die Playoff-Finals)

Allerdings dürfen es sich die Hauptstädter nicht noch mal erlauben, den Start zu verschlafen.

Trainer Muli Katzurin kann nicht davon ausgehen, dass seine Mannschaft wie im zweiten Spiel einen hohen Rückstand noch durch einen Kraftakt drehen kann. (Jetzt mitspielen: Werden Sie SPORT1 Tipp-König!)

Das wurmte den ALBA-Coach auch im zweiten Spiel ungemein, weswegen er mit einer Wechselorgie reagierte, die auf den Rängen für Staunen sorgte.

"Waren zu Beginn wie im Koma"

"Wir spielen ein Finale. Da muss sich jeder zeigen. Man kann mal einen Wurf daneben setzen, doch Fehler in der Defensive kann ich nicht akzeptieren. Wir waren zu Beginn wie im Koma. Was kann ein Trainer da tun?", begründete der 56-Jährige in der "B.Z." seine Maßnahmen.

ALBA-Center Yassin Idbihi sah das ähnlich: "Der Trainer hat gnadenlos alle ausgewechselt, die nicht wach waren. Das ist ein Zeichen an die Mannschaft."

Sollte Taktik-Fuchs Katzurin wieder mit seinen Methoden Erfolg haben, könnte er mit einem Sieg auch die Heimserie der Bamberger knacken.

Seit über einem Jahr zu Hause ungeschlagen

Seit über einem Jahr hat er keine Mannschaft mehr geschafft, "Freak City" zu stürmen. Die letzte Heimpleite der Franken datiert vom 6. Juni 2010 gegen die Deutsche Bank Skyliners aus Frankfurt.

Doch das schreckt ALBA-Manager Marco Baldi nicht: "Wenn es eine Chance gibt, Bamberg in eigener Halle zu schlagen, dann jetzt. Die Energie und Leidenschaft ist da. Die Spieler mögen sich, und spielerisch ist zu Bamberg sowieso kein Unterschied. Wir sind cool genug."

Um in der heißen "Freak City" zu bestehen, ist das auch nötig.

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