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Casey Jacobsen von 2008 bis 2009 bei ALBA Berlin © getty

Casey Jacobsen ist Bambergs Chef und gibt in den Finals seinem Ex-Team ALBA Rätsel auf. Die Berliner Giftpfeile lassen ihn kalt.

Bamberg - Er stand Dirk Nowitzki auf dem NBA-Parkett gegenüber, trug fast 300-mal das Trikot eines Klubs in der besten Liga der Welt und will jetzt erneut die Meisterschaft nach Bamberg holen:

Casey Jacobsen ist für die Brose Baskets der wichtigste Mann in den Finalspielen um den Titel in der Beko BBL. (STENOGRAMME: Die Playoff-Finals)

Wenn der Amerikaner zum Dreier ansetzt, sind alle Augen in der Halle auf ihn gerichtet (NACHBERICHT: ALBA taumelt aus der Franken-Hölle).

Der Distanzwurf ist seine größte Stärke und wichtigste Waffe zugleich. Damit er perfekt sitzt, hat der 30-Jährige jahrelang gearbeitet. Das bekommt im Moment vor allem ALBA Berlin im BBL-Finale zu spüren.

Topscorer der Brose Baskets

In allen drei Vergleichen war Jacobsen Topscorer der Franken und hat damit entscheidenden Anteil an der 2:1-Führung in der Best-of-Five-Serie.

Nur ein Sieg am Dienstag (ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) fehlt den Bambergern noch zum vierten Meistertitel der Vereinsgeschichte und zum zweiten Double-Gewinn in Folge.

"Ich liebe Bamberg, denn hier wird Basketball einfach gelebt. Da erwartet man einfach Titel", sagte Jacobsen, der für die Phoenix Suns, New Orleans Hornets und Memphis Grizzlies insgesamt 287 NBA-Spiele absolvierte.

Doch trotz dieser Erfolge und einem erfolgreichen Studium an der US-Eliteuniversität in Stanford ist der Kalifornier auf dem Boden geblieben. "Es ist ein Geschenk, dass ich mit meinem Hobby Geld verdienen kann", sagt er bescheiden.

[kaltura id="0_9qh79sv9" class="full_size" title="Schaffartzik vermisst ALBA Energie"]

Uneingeschränkter Chef auf dem Platz

In Bamberg ist Jacobsen Kapitän und uneingeschränkter Chef auf dem Platz. Sein Wort hat Gewicht, seiner Linie wird gefolgt.

Und die Gegenspieler sehen gerade in den wichtigsten Begegnungen der Saison alt aus. Die ALBA-Guards um Julius Jenkins, Bryce Taylor und Immanuel McElroy haben noch kein Mittel gegen den 1,98 m großen Flügelspieler gefunden.

Mit durchschnittlich 15 Punkten sticht Jacobsen aus der homogenen Bamberger Mannschaft heraus.

Freundschaften müssen dabei ruhen, denn Jacobsen spielte noch vor zwei Jahren selbst eine Saison in Berlin. Auch deswegen sind die Endspiele etwas ganz Besonderes. "Es ist kein Duell wie jedes andere und ich will gewinnen", sagte Jacobsen.

Duelle mit Nowitzki

In seinem vierten Jahr in Deutschland ist ihm die Mentalität der Mitteleuropäer ans Herz gewachsen. "Ich mag die Deutschen und ihre Art", sagte Jacobsen.

Er erinnert sich dabei auch gern an Dirk Nowitzki: "In der NBA konnte ich mit den Phoenix Suns oft gegen Dirk spielen, ich drücke auch der deutschen Nationalmannschaft immer die Daumen."

In den BBL-Finals fanden bislang 42,9 Prozent seiner Drei-Punkte-Würfe das Ziel, aus dem Feld sind es insgesamt nahezu 60 Prozent.

Hinzu kommen 88,2 Prozent von der Freiwurflinie. Zahlen, die eines Kapitäns würdig und zum jetzigen Zeitpunkt auch nötig sind.

Sorgen bei Goldsberry und Roberts

Denn ausgerechnet zum Finale plagen die Bamberger Verletzungssorgen. Erst erwischte es Spielmacher John Goldsberry, der sich kurz vor Spielende der ersten Partie eine Bänderdehnung am rechten Fuß zuzog.

Zwar kehrte der Aufbauspieler in Begegnung drei aufs Parkett zurück, doch es war erkennbar, dass er noch lange nicht bei vollen Kräften ist.

Am Samstagabend humpelte auch Brian Roberts nach einem Schlag aufs Knie verletzt vom Feld (Jetzt mitspielen: Werden Sie SPORT1 Tipp-König!).

Schultzes Giftpfeile prallen ab

Jacobsen sprang für seine Teamkollegen in die Bresche. Dabei scheut der wertvollste Spieler der letztjährigen Finalserie und der von 2007 auch nicht die offene Konfrontation mit den Hauptstädtern.

"Die Bamberger spielen aggressiv, aber wenn sie Gegenwehr kriegen, jammern sie gleich. Doch wer austeilt, muss auch einstecken können. Dazu habe ich dem Kollegen Jacobsen ein paar passende Worte gesagt", sagte der Berliner Sven Schultze.

Jacobsen lässt sich davon nicht aus der Ruhe bringen. "Kein Kommentar", war seine Reaktion.

Die ist auch nicht nötig, denn Antworten gibt der frühere NBA-Star lieber auf dem Feld.

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