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Bamberg feierte im Dezember 2010 gegen ALBA Berlin den höchsten Heimsieg seiner Geschichte: 103:52 © getty

Berlin gewinnt überraschend deutlich Spiel 4 gegen Bamberg. Deren Trainer Chris Fleming kritisiert die Einstellung seines Teams.

Berlin - Das Gesetz der Serie spricht für Bamberg, die Psychologie für Berlin:

Im Meisterschaftsfinale der Beko BBL erwartet die Fans in der Bamberger "Frankenhölle" ein hitziger Showdown. (DATENCENTER: Die Playoff-Ergebnisse)

Vor dem letzten und entscheidenden Spiel der Best-of-five-Serie am Samstag (ab 20.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1und LIVESCORES) bei den Brose Baskets haben die Hauptstädter rechtzeitig neuen Mut geschöpft und lassen die Muskeln spielen.

ALBA dominiert Spiel 4

"Wenn wir so spielen wie heute, dann werden wir auch in Bamberg gewinnen und können den Titel holen", sagte Berlins Nationalspieler Yassin Idbihi nach dem überzeugenden 87:67 (44:37)-Erfolg in Spiel vier (Bericht) am Dienstagabend, der den Ausgleich zum 2:2 brachte und den Titelverteidiger in ein fünftes Finale zwang.

Psychologisch ist ALBA vor dem finalen Duell im Vorteil, denn Bamberg hatte beim letzten Auswärtsspiel der Saison nicht den Hauch einer Chance und wurde an die Wand gespielt.

Fleming kritisiert Team

"An Einsatz für ein Finalspiel war das schlicht zu wenig", kritisierte Trainer Chris Fleming: (Jetzt mitspielen: Werden Sie SPORT1 Tipp-König!)

"Wir haben das Spiel in der Defensive verloren und nicht genügend um die Rebounds gekämpft. Die Spieler müssen jetzt verstehen, um was es hier eigentlich geht."

[kaltura id="0_zpwnha2s" class="full_size" title=" Albatrosse wehren Matchball ab"]

Brose ohne Konzept

Angepeitscht von der Final-Rekordkulisse von 14.118 Fans in der Arena am Berliner Ostbahnhof trumpften die Gastgeber in der Offensive groß auf und überrannten den Doublegewinner des Vorjahres nach ihrer besten Saisonleistung vor allem in der zweiten Halbzeit. (STENOGRAMME: Die Playoff-Finals)

"Wir werden uns etwas einfallen lassen, damit uns das am Samstag nicht wieder passiert", sagte Fleming, der gegen die clevere Alba-Zonenverteidigung kein Mittel fand.

Bamberg setzt auf Heimstärke

Angst haben die Oberfranken jedenfalls nicht, denn mit ihrer beeindruckenden Serie von 26 Saison-Heimspielen ohne Niederlage gibt es trotz der schwachen Vorstellung Grund zum Optimismus.

Noch keine deutsche Mannschaft konnte die "Frankenhölle", wie die Arena wegen des ohrenbetäubenden Lärms der Fans auch genannt wird, seit Juni 2010 in Liga und Pokal erobern.

"Man muss das ausblenden und einfach nur das Spiel sehen. Wir wissen, um was es geht", sagte ALBA-Nationalspieler Sven Schultze: "Wir haben uns durch harte Arbeit die Chance erspielt, in nur einem Spiel die Meisterschaft zu holen. Das sollte Motivation genug sein."

Wer hat mehr Energie?

Während Berlin vom neunten Titel der Vereinsgeschichte träumt, könnten die Bamberger mit einem Triumph zum zweiten Mal in Folge das Double aus Meisterschaft und Pokal sichern.

Das gelang dem früheren Serienmeister Berlin zuletzt vor acht Jahren.

"Den Titel wird die Mannschaft gewinnen, die mehr Energie investiert. Das war auch in den bisherigen vier Vergleichen so", sagte Fleming.

Neuer Pokal für den Sieger

In allen vier Finalduellen verließ die Heimmannschaft das Parkett bislang als Sieger, die Leistungen beider Teams glichen einer Achterbahnfahrt.

Demnach müsste es nun für Berlin wieder bergab und für Bamberg bergauf gehen. "Aber vielleicht geht es für uns auch noch weiter nach oben", sagte Idbihi mit einem breiten Grinsen.

Der Meister und 6800 Zuschauer in der ausverkauften Arena in "Freak-City" wollen das verhindern, und stattdessen sehen, wie ihr Kapitän Casey Jacobsen den nagelneuen 59 Zentimeter hohen und 6,4 Kilogramm schweren Meisterpokal als Erster überhaupt in Empfang nimmt.

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