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Dirk Bauermann coachte von 2001 bis 2008 die Brose Baskets Bamberg © getty

Die Finalserie verfolgte Dirk Bauermann nur als Zuschauer. Im nächsten Jahr könnte der FCB-Coach selbst um den Titel spielen.

Berlin - Während Bamberg jubelte (419939DIASHOW: Die Meisterfeier) und Berlin sich ärgerte, war die neue Kraft im deutschen Basketball längst im Urlaub.

Bundesliga-Aufsteiger Bayern München, der die Saison vor knapp zwei Monaten als souveräner Zweitliga-Meister beendete, konnte ganz entspannt verfolgen, wie sich die Brose Baskets gegen die "Albatrosse" den vierten Titel der Vereinsgeschichte sicherten.

Es wird vielleicht auf lange Sicht das letzte Finale ohne Münchner Beteiligung gewesen sein.

Im nächsten Jahr wollen die Bayern selbst um die Meisterschaft spielen, den beiden erfolgreichsten Klubs des letzten Jahrzehnts den Rang ablaufen und für die Wachablösung sorgen.

"Bayern wird stark sein. Aber man kann nicht einfach eine Meisterschaft planen, dazu müssen viele Dinge zusammenpassen und es darf nichts schiefgehen", sagte Bambergs Manager Wolfgang Heyder.

"Wir sind selbstbewusst genug"

Und der weiß, wovon er spricht, schließlich formte er gemeinsam mit Trainer Chris Fleming in akribischer Kleinarbeit ein homogenes Team, das in dieser Saison die Liga dominierte und kein Heimspiel verlor.

"Wir sind selbstbewusst genug, um uns nicht an anderen zu orientieren", sagte Heyder. München hingegen müsste erstmal beweisen, dass es oben mitspielen könne.

Etat von etwa 7 Millionen Euro

Eine Einstellung, die man auch in der Hauptstadt teilt.

"Es ist logisch, dass Bayern München nicht aufgestiegen ist, um nur die Klasse zu halten", sagte Aufsichtsratschef Axel Schweitzer.

"Für uns ist aber klar, dass wir unseren Etat nicht von anderen Klubs abhängig machen, sondern unsere Arbeit ganz normal fortsetzen und auf uns schauen. Wir waren in den letzten 21 Jahren 14-mal im Finale um die Meisterschaft. Das spricht doch für sich", so Schweitzer weiter.

[kaltura id="0_ixscbl5z" class="full_size" title="Bamberg holt das Double"]

Trotzdem verfolgen die beiden Vorzeigeklubs jeden Schritt des finanzkräftigen Emporkömmlings genau. Bei etwa sieben Millionen Euro soll der Etat für die Aufstiegssaison gelegen haben. Zwar wird ein großer Teil für die Sanierung der neuen Spielstätte verwendet, trotzdem dürfte es an Geld nicht mangeln.

"Wir haben viel Potenzial"

Berlins Etat soll geschätzt ebenfalls bei sieben Millionen Euro liegen, das Bamberger Budget bewegt sich zwischen fünf und sechs Millionen.

"Wenn jemand wie Uli Hoeneß so ein Projekt unterstützt, dann spricht das alleine für Qualität", hatte Bayerns Trainer Dirk Bauermann einmal gesagt. Ab 1. Oktober wird Bauermann sogar sein Amt als Bundestrainer aufgeben, um sich bis 2014 ganz auf den FCB konzentrieren zu können.

"Wir stehen vor einer spannenden Aufgabe und haben viel Potenzial", sagte Bauermann.

Der FCB "garantiert volle Hallen"

Fest steht, dass die Liga durch den Zuwachs der Münchner spannender und attraktiver wird.

"Man freut sich natürlich auch über so eine Mannschaft. Sie garantiert volle Hallen und sicher guten Sport. Das ist immer positiv", sagte Schweitzer.

Streitpunkt zwischen den drei Klubs ist neben dem Titel auch NBA-Champion Dirk Nowitzki (Bericht: Kampf um Nowitzki immer heißer).

Sollte es in der nächsten Saison zum Arbeitskampf ("Lockout") in der NBA kommen und sich der Saisonstart nach hinten verschieben, könnte es die Möglichkeit geben, den Superstar der Dallas Mavericks nach Deutschland zu lotsen.

Noch ist es "Utopie"

Sowohl Berlin als auch München wollen sich um die Dienste des gebürtigen Würzburgers bemühen.

"Im Moment ist das noch Utopie. Man muss abwarten, wie sich die Situation entwickelt", sagte dagegen Heyder. Für die Bayern wäre es die erste große Chance, den Konkurrenten ein Schnippchen zu schlagen.

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