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Wolfgang Heyder (r.) bejubelt den Meistertitel mit Kapitän Casey Jacobsen © imago

Bei SPORT1 spricht Bamberg-Boss Wofgang Heyder über die "gigantische Saison", das Buhlen um Nowitzki und Konkurrent FCB.

Von Annette Bachert

München - Die Brose Baskets Bamberg waren in der vergangenen Spielzeit die bestimmende Mannschaft in der Beko BBL.

Und auch wenn es in den Playoffs noch einmal richtig knapp zu ging, zweifelten nur die wenigsten am Gewinn der Meisterschaft.

Nach dem zweiten Double der Vereinsgeschichte und starken Auftritten in der Euroleague spricht Geschäftsführer Wolfgang Heyder von der "besten" Saison in seiner Zeit bei den Brose Baskets.

Und diesen Erfolg kann sich der 54-Jährige auch selbst zu schreiben. Seit der Saison 1999/2000 steht Heyder den Bamberger Basketballern vor und gewann mit Dirk Bauermann (von 2001 bis 2008) und Chris Fleming (seit 2008) zwei der besten Trainer in Deutschland für den Verein.

Im SPORT1-Interview spricht Heyder über die "gigantische Saison", die Personalplanung und ein mögliches Engagement von Dirk Nowitzki.

SPORT1: Herr Heyder, zuerst einmal herzlichen Glückwunsch zur Meisterschaft. Wie war die Meisterparty?

Wolfgang Heyder: Ich bin nicht so ein richtiges Feierbiest. Außerdem standen am nächsten Tag viele Termine an, bei denen es ums Eingemachte ging, was die Verträge der Spieler und Sponsoren angeht. Insofern habe ich mich ein bisschen zurück gehalten. Aber es war für alle Beteiligten eine lustige Party. (419939DIASHOW: Die Meisterfeier)

SPORT1: Wie fällt ihr Saison-Fazit aus?

Heyder: Ich denke, dass wir eine absolut gigantische Saison hinter uns haben. Sicherlich die beste, die wir in den Jahren, seit ich das Ganze als Manager mit erlebe, gespielt haben. Ich glaube, überhaupt hat selten eine deutsche Mannschaft so dominierend und so konstant über eine ganze Saison gespielt. Dazu haben wir auch in der Euroleague fünf Siege eingefahren und sind fast unter die letzten 16 gekommen. Insofern sind wir extrem glücklich.

SPORT1: Was war Ihr persönliches Highlight der Saison?

Heyder: Da gab es viele. Für mich waren viele Spiele in der Euroleague absolute Highlights. Wir haben da ja äußerst knapp in Madrid verloren, wo wirklich großartig gespielt haben. Auch die Heimspiele gegen Olympiakos Piräus und Real Madrid, die wir gewonnen haben, waren Highlights. Und auch die letzten Spiele, in denen wir teilweise etwas müde und angeschlagen waren.

SPORT1: Wie weit sind die Planungen für die kommende Saison?

Heyder: Wir sind erst am Anfang der Planungen. Wir haben das Thema Personal bewusst bis nach den Playoffs ruhen lassen, damit von außen keinerlei Unruhe ins Team kommt. Wir haben gerade mit unserem Kapitän Casey Jacobsen den Vertrag verlängert (News). Grundsätzlicher Wunsch von Trainer Chris Fleming ist es, die Mannschaft so zusammenzuhalten, möglichst komplett. Ob das gelingt, ist momentan noch nicht absehbar.

SPORT1: Haben Sie bereits andere Spieler im Auge?

Heyder: Das hängt auch ein bisschen davon ab, wie die Mannschaft wirklich aussehen wird, wer hier bleibt und wer möglicherweise wechselt. Da können wir Stand jetzt noch keine Angaben machen. Aber wir würden uns natürlich freuen, wenn Tibor Pleiß noch in Bamberg bleibt.

SPORT1: Hat ihr angekündigtes Gespräch mit Nowitzki-Mentor Holger Geschwindner bereits stattgefunden?

Heyder: Nein, so schnell muss das ja auch nicht gehen. Ich denke, es wird Anfang Juli noch Gelegenheiten geben, sich mit Holger zusammen zu setzen.

SPORT1: Was spricht außer der Nähe zu Würzburg noch für die Brose Baskets?

Heyder: Ob die Nähe für Nowitzki wirklich ein entscheidender Faktor ist, weiß ich nicht. Ich denke, für uns könnte sprechen, dass wir das einzige Team sind, das in der Euroleague spielt. Das ist noch einmal eine ganz andere Herausforderung für jeden Top-Sportler und sicherlich auch für Dirk. Vielleicht ist das ein Argument.

SPORT1: Könnte so ein Ausnahmekönner möglicherweise den Teamgeist, der bei Bamberg immer wieder so gelobt wurde, stören?

Heyder: Nein, schon gar nicht, wenn man Dirk Nowitzki kennt. Da habe ich überhaupt keine Bedenken. Außerdem wäre es für jeden einzelnen Spieler in der Mannschaft ein absolutes Highlight, mit so einem Topstar, so einem Top-Athleten zusammen zu spielen.

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SPORT1: Wenn Nowitzki tatsächlich Interesse an der Beko BBL äußert, wie groß schätzen Sie Bambergs Chancen ein?

Heyder: Da sind wir noch zu weit weg. Wir wissen momentan gar nicht, wie Dirk das sieht. Auch nicht, welche Kriterien für ihn wichtig sind. Darüber eine Prognose abzugeben, wäre momentan Kaffesatz-Leserei.

SPORT1: Könnte man gegen den FC Bayern finanziell mithalten?

Heyder: Ich persönlich glaube nicht, dass dies am Ende eine finanzielle Entscheidung ist. Aber wenn der FC Bayern heute das Portemonnaie richtig dick aufmacht, wäre es für uns nicht möglich mitzuhalten.

SPORT1: Kann der FC Bayern in der ersten Saison nach dem Aufstieg gleich oben mitspielen?

Heyder: Das kann ich momentan schwer abschätzen. Grundsätzlich aber denke ich schon, wenn man die Beteiligten kennt, wie Uli Hoeneß und Marco Pesic auf der einen Seite, die die Rahmenbedingungen schaffen müssen. Auf der anderen Seite Dirk Bauermann als hochkarätigen, als DEN Trainer in Deutschland. Ich glaube, dass die Bayern von Anfang an ganz oben mitspielen werden. Alles andere würde mich sehr überraschen. Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass der Uli Hoeneß nur im Geringsten daran denkt, hier die zweite oder dritte Geige zu spielen.

SPORT1: Wessen Angriffe werden Sie abgesehen von den Bayern abwehren müssen?

Heyder: Ich habe immer gesagt, und dazu stehe ich auch, dass die Liga sich ganz toll entwickelt hat und dass seit zwei, drei Jahren auch ganz konsequent an den Standards gearbeitet wird. Es gibt natürlich viele Teams oben mitspielen werden: ALBA Berlin, die Artland Dragons, die Frankfurter, Braunschweig, Oldenburg. Ich bin davon überzeugt: es wird nächstes Jahr die interessanteste Saison überhaupt.

SPORT1: Welche Ziele geben Sie aus?

Heyder: Also zum Einen finde ich es gut, dass Chris Fleming die Mannschaft Ziele vorgeben lässt und sie dabei auch immer sehr mit einbezieht. Das hat er auch diese Saison hervorragend verstanden.

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