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Gordon Herbert (li., mit Julius Jenkins) kam erst 2010 zu den Deutsche Bank Skyliners © imago

Nach dem Coach müssen die Berliner etliche Spieler verpflichten. Manager Baldi erklärt bei SPORT1, warum er auf Zeit spielt.

Von Tobias Wiltschek

München/Berlin - Jetzt herrscht also Klarheit in der Trainerfrage bei ALBA Berlin.

Nicht Muli Katzurin, sondern Gordon Herbert wird die Hauptstädter in die kommende Saison der Beko BBL führen.

Das haben die Spatzen zwar schon seit einigen Tagen von den Berliner Dächern gepfiffen, und dennoch war es laut ALBA-Geschäftsführer Marco Baldi eine knappe Entscheidung zu Gunsten des Kanadiers.

"Katzurin war auch ein sehr ernsthafter Kandidat, aber man muss sich am Ende für einen entscheiden", sagt Baldi bei SPORT1 über den Israeli, der die "Albatrosse" in der vergangenen Saison von einem Mittelfeldplatz bis in die Finals geführt hatte.

Erst fünf Spieler sicher

Von Herbert, den die Berliner aus Frankfurt losgeeist hatten, erhoffen sich die Berliner eine noch bessere Verzahnung des Profi-Teams mit der Jugendabteilung des Vereins.

"Wichtig ist für uns ein Trainer, der sich auf die Fahne geschrieben hat, Spieler zu entwickeln", erklärte der ALBA-Geschäftsführer.

Herbert wolle nun so schnell wie möglich nach Berlin kommen, um sich einzuleben und mit der gemeinsamen Arbeit zu beginnen. Die Zeit drängt, noch haben lediglich fünf Spieler einen Profi-Vertrag beim früheren deutschen Serienmeister.

Das Gerüst "vervollständigen"

Julius Jenkins - in der abgelaufenen Saison Berlins Top-Scorer - gehört ebenso wenig dazu wie die Stammkräfte Emanuel McIlroy und Bryce Taylor. Es gibt also viel zu tun für den 52-Jährigen, der ab sofort auch ein gewichtiges Wort in Sachen Neuverpflichtungen mitsprechen wird.

Dass der Coach aus der hessischen Bankenmetropole DaShaun Wood gleich mit nach Berlin nehmen werde, wollte Baldi nicht kommentieren. Der MVP der vergangenen Saison steht derzeit im Mittelpunkt der Wechsel-Spekulationen.

Es gehe jetzt vielmehr darum, das Gerüst "ideal zu vervollständigen", so Baldi bei SPORT1.

NBA-Lockout gut für BBL?

Dieses Gerüst besteht derzeit aber nur aus fünf Säulen, den deutschen Nationalspielern Heiko Schaffartzik, Yassin Idbihi, Sven Schultze und Lucca Steiger sowie Derrick Allen. Lediglich dieses Quintett steht beim Hauptstadtklub für die kommende Saison unter Vertrag.

Auf der Suche nach Verstärkungen will sich Baldi nicht unter Druck setzen lassen. Denn in diesem Sommer könne es durchaus von Vorteil sein, sich ein bisschen länger auf dem Transfermarkt umzuschauen.

"In Griechenland und Spanien schwächeln einige Klubs", betonte der 49-Jährige. Außerdem könne sich die Zahl der interessanten Akteure durch den zu erwartenden NBA-Lockout erhöhen. "Viele Spieler, die versuchen würden, in die NBA zu kommen, würden sich in dem Fall auf dem europäischen Markt anbieten", schätzt Baldi.

Und zudem den Preis der bereits in Europa tätigen Akteure drücken.

Euroleague-Quali steht an

In diesem Zusammenhang wollte der frühere Junioren-Nationalspieler auch ein Engagement von Dirk Nowitzki an der Spree nicht ausschließen.

"Wir werden versuchen, in dem Fall da zu sein und ihm zu zeigen, wie es gehen könnte", meinte Baldi bei SPORT1. "Es wäre ein Traum, aber die Wahrscheinlichkeit ist aus tausenden Gründen gering."

Eine Teilnahme an der Euroleague könnte womöglich ein Argument sein, um den Superstar und NBA-Meister nach Berlin zu locken.

Doch nur dank einer Wildcard haben die "Albatrosse" nun noch die Chance sich für den lukrativsten europäischen Vereinswettbewerb zu qualifizieren (News). Das dürfte noch schwerer werden als in den letzten beiden Jahren, als ALBA jeweils haarscharf scheiterte.

Finalserie zum Saisonauftakt

Denn nun müssen sich die die Berliner in einem K.o.-Wettbewerb, der am 7. Juli ausgelost wird, mit sieben zumeist hochkarätigen Gegnern um ein Euroleague-Ticket streiten.

Innerhalb von nur vier Tagen müsste ALBA drei Spiele hintereinander gewinnen.

"Man startet die Saison praktisch mit einer Finalserie", kommentierte Baldi den neuen Modus der Qualifikation süffisant.

Späte EM ungünstig

Doch nicht nur wegen der starken Gegner sieht er der Qualifikation mit gemischten Gefühlen entgegen.

"Wir haben vier Nationalspieler. Die werden erst eine Woche davor von der Europameisterschaft zurückkommen", gibt er zu bedenken. Das Team könne in dieser kurzen Zeit noch nicht eingespielt sein.

Trotzdem werde man alles versuchen, endlich wieder in der europäischen Eliteliga mitzumischen. Den Trainer, der diese Mission erfüllen soll, haben die Berliner. Jetzt brauchen sie nur noch die passenden Spieler dafür.

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