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Brandon Bowmann kam vom italienischen Zweitligisten Ignis Novara nach Bonn © getty

Die Telekom Baskets verdrängen durch den Sieg über Düsseldorf die Göttinger nach ihrem ersten Tag an der Spitze auf Platz zwei.

München - Festtagsstimmung in Bonn und Göttingen: Pünktlich zur Weihnachtspause in der Bundesliga hatte die BG 74 Göttingen für eine Nacht zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte die Tabellenspitze inne.

Am Sonntag allerdings holten sich die Telekom Baskets Bonn den ersten Platz durch einen 70:60 (28:29)-Erfolg über die Giants Düsseldorf zurück.

Der Deutsche Meister ALBA Berlin kann selbst bei einem Sieg zum Abschluss des 15. Spieltags am Montag (20 Uhr LIVESCORES) gegen die Walter Tigers Tübingen nicht mehr an den Bonnern vorbeiziehen.

Dreier-Hattrick von Bowman

Die Bonner, die in den kommenden drei Monaten auf ihr Abwehr-Ass Vicent Yarbrough verzichten müssen (Riss der Peroneus-Longus-Sehne), taten sich im Telekom Dome schwer und gerieten mit 0:9 ins Hintertreffen.

Erst nach über vier Minuten erzielte Brandon Kyle Bowman mit einem Dreier die ersten Punkte für die Gastgeber. Der US-Amerikaner glich mit zwei weiteren Dreiern aus, Earl Jerrod Rowland und Winsome Frazier vollendeten den 13:0-Lauf der Telekom Baskets.

Die Düsseldorfer ließen sich aber nicht abschütteln, lagen nach Brant Baileys Dunking in der Schlussminute des ersten Viertels wieder vorn.

Doppelschlag von Lottich

Bailey eröffnete auch den zerfahrenen zweiten Abschnitt, den die Gäste 10:6 gewannen, für sich. Keines der beiden Teams konnte sich vor der Pause mit mehr als vier Punkten absetzen.

"Wir haben vielleicht zu viel von diesem Spiel erwartet", begründete Bowman die Nervosität im Bonner Spiel.

Die Offensive kam auch im dritten Viertel nicht ins Rollen, auf der Gegenseite bescherten Matt Lottich mit zwei Dreiern und Logan Kosmalski den Giants ihren höchsten Vorsprung: 44:34 (27.).

Rowland wendet das Blatt

Nun zog Bonn in der Verteidigung an. Nach zwei Steals von Rowland und Johannes Strassers Buzzer Beater kamen die Magentafarbenen noch vor dem Schlussviertel auf 43:44 heran.

Die Düsseldorfer blieben jedoch heiß von außen: Fred Peete versenkte den zehnten, Pete Campbell den elften Giants-Dreier bei 19 Versuchen zum 58:51 (36.). Das aber war die Initialzüdung für Bonns Rowland, der drei Dreier nacheinander traf und das Blatt zum 60:58 wendete. Ken Johnson und Rowland legten von der Freiwurflinie zum 63:58 nach - die Entscheidung.

Rowland war mit 27 Punkten Topscorer der Partie, bei den Giants taten sich Bailey und Campbell mit jeweils zwölf Punkten hervor.

"Stolz auf unsere harte Arbeit"

Während die 3374 Zuschauer in Göttingen den 87:80-Erfolg gegen Aufsteiger Giants Nördlingen frenetisch bejubelten, blieb Trainer John Patrick nach dem zehnten Saisonsieg cool.

"Ich bin stolz auf unsere harte Arbeit, aber es gibt keinen Grund für Euphorie. Dafür ist es noch zu früh", sagte der US-Amerikaner, der den Klub erst vor einem Jahr in die BBL geführt hatte. "Die gute Teamchemie ist ein wichtiger Faktor für unseren Erfolg. Aber wir bleiben am Boden", erklärte Patrick.

Auch nach der Weihnachtspause, die bis Anfang Januar geht, bleibe das Erreichen der Playoffs das Saisonziel der Göttinger (20:6 Punkte), so der Coach. Allerdings hat Patrick aus Nobodys längst eine Spitzenmannschaft geformt.

In Bremerhaven brennt der Baum

Auf den Plätzen drei und vier folgen die DB Skyliners Frankfurt Skyliners und die EWE Baskets Oldenburg mit jeweils 20:8 Punkten.

Im Hessen-Derby bei den LTi Giessen 46ers (8:22) setzten sich die Frankfurter mit 75:57 durch, Oldenburg siegte bei den Artland Dragons Quakenbrück (16:14) mit 93:72.

Während in Göttingen vorzeitige Bescherung angesagt war, brennt bei den Eisbären Bremerhaven derweil der Baum. Die Norddeutschen, die seit ihrem Aufstieg im Jahr 2005 drei Mal in Folge die Play-Offs erreichten, kassierten beim 67:83 gegen die Brose Baskets Bamberg bereits ihre 14. Niederlage in Folge.

Saisonrekord von Suput

"Der Wille bei uns war da, das Herz meiner Spieler war groß. Aber der Druck gewinnen zu müssen, hat uns gebremst", sagte Eisbären-Coach Sarunas Sakalauskas, in dessen Team auch Neuzugang Jared Reiner trotz 14 Punkten und elf Rebounds die neuerliche Pleite nicht verhindern konnte.

Auf Bamberger Seite stellte Flügelspieler Predrag Suput mit 31 Punkten einen neuen Saison-Rekord auf.

Mit nur einem Sieg auf dem Konto und bereits vier Punkten Rückstand zu den Nicht-Abstiegsplätzen liegt das Team von Sakalauskas weiter abgeschlagen am Tabellenende.

Sechste Schlappe für Ludwigsburg

"Ich glaube, dass uns allen die bevorstehende Pause gut tun wird. Den Spielern ebenso wie den Trainern", erklärte der Litauer.

Ob der 48-Jährige den Jahreswechsel überhaupt als Coach in Bremerhaven erlebt, ist nach der Talfahrt allerdings fraglich.

Eine Niederlage hinnehmen musste auch EnBW Ludwigsburg (16:12). Der Siebte aus Schwaben verlor in eigener Halle gegen die Paderborn Baskets (12:16) mit 73:77.

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