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Marcus Slaugter wechselte 2011 von CB Valladolid zu den Brose Baskets Bamberg © imago

Bei SPORT1 spricht Slaughter über Bambergs Dominanz, die kriselnden Skyliners, die Konkurrenz zu Pleiß und "Currywurst-Gate".

Von Annette Bachert

München - Der Blick geht weiter, es bleibt keine Zeit sich zu ärgern.

Am Donnerstag verloren die Brose Baskets Bamberg noch unglücklich mit 78:79 (38:42) in der Euroleague gegen Unicaja Malaga und kassierten damit nach wettbewerbsübergreifend 28 Siegen in eigener Halle die erste Pleite. (BERICHT: Bamberg stirbt den Sekundentod)

Am Samstag wartet nun bereits der nächste Gegner: In der Beko BBL geht es für den Double-Gewinner gegen die Skyliners aus Frankfurt.

Die Bamberger führen die Liga mit 10:0 Punkten und einer Korbdifferenz von plus 141 souverän an, die Frankfurter dagegen stehen derweil mit 4:8 Punkten im hinteren Drittel und sind nach dem 57:83-Heimdebakel gegen ALBA Berlin angeschlagen.

Schlimmer noch: Ihr Coach Muli Katzurin warf den Spielern mangelndes Können vor. "ALBA hat doppelt so viel Qualität wie wir", erklärte der Israeli in der Pressekonferenz. (NEWS: Katzurin stutzt Skyliners)

Wie soll das Kräfteverhältnis erst gegen den Double-Gewinner sein, fragen sich nicht nur Skyliners-Fans, die prompt den Trainer-Rauswurf forderten.

Rausgeworfen wurde einst auch Bambergs Topscorer von heute, Marcus Slaughter. Der 26-Jährige musste 2008 nach der sogenannten "Currywurst-Affäre" die Eisbären Bremerhaven nach nur vier Monaten verlassen.

Im SPORT1-Interview spricht der US-Amerikaner über Bambergs Dominanz in der Liga und die Konkurrenz zu Nationalcenter Tibor Pleiß. Zudem schildert er seine Sicht von "Currywurst-Gate".

SPORT1: Herr Slaughter, Sie sind in die Bundesliga zurückgekehrt. Mit Bamberg rasen Sie nun förmlich von Sieg zu Sieg. Sind Sie ein wenig überrascht, wie einfach das momentan geht?

Marcus Slaughter: Nein, überrascht bin ich überhaupt nicht. Wir haben ein richtig starkes Team und wir trainieren sehr hart. Ehrlich gesagt haben wir erwartet, diese Spiele zu gewinnen.

SPORT1: Aber Sie besiegen Ihre Gegner nicht nur mit 15, sondern auch mit 30 und mehr Punkten. Was sagt das über die Mentalität der Mannschaft aus?

Slaughter: Wir versuchen einfach über die gesamte Spieldauer alles zu geben, weiter hart zu arbeiten und nicht auf die Punkte zu schauen. Ja klar, man kann Spiele gewinnen und man kann Spiele eben sehr hoch gewinnen, aber das ist uns eigentlich egal. Es geht nur ums Gewinnen .

SPORT1: Ihr Abschied von Bremerhaven 2008 verlief unrühmlich. Sie sollen sich unmittelbar vor einem Spiel einiges an Fast-Food gegönnt haben. Erzählen Sie uns doch bitte Ihre Version?

Slaughter: Es stand ein schweres Spiel gegen die Giants Düsseldorf bevor. Wir saßen ungefähr vier oder fünf Stunden im Bus, erreichten die Halle dann etwa drei Stunden vor dem Tipoff. Dort war aber noch niemand da und ein paar Leute hatten Hunger. Und so gingen wir eben noch etwas essen. Das wars.

SPORT1: Manager Wolfgang Heyder und Coach Chris Fleming haben sich trotzdem für Sie entschieden. Was haben Sie Ihnen bei Dienstbeginn in Bamberg gesagt?

Slaughter: Ich kann hart spielen, hart trainieren, und das soll ich vorleben. Denn das bringt am Ende auch den Erfolg. Aber das wollen die beiden ja ohnehin von jedem Spieler. Und auch meine Siegermentalität ist ihnen wichtig.

SPORT1: Bei den Brose Baskets teilen Sie sich die Position des Centers mit dem deutschen Nationalspieler Tibor Pleiß. Ihre Statistiken sind ähnlich, aber mal ehrlich: Wer ist der bessere Center?

Slaughter: Das kann ich nicht beurteilen. Das fängt ja schon damit an, dass ich kein reiner Center bin. Wir sind beide talentiert. Aber Tibor hat zum Beispiel den Größenvorteil (Anm. d. Red.: elf Zentimeter), das macht ihn auch zu einem guten Defensiv-Spieler. Ich bin dafür schneller. Wir haben also ganz unterschiedliche Stärken.

SPORT1: Herrscht bezüglich der Starting-Five eine gewisse Rivalität zwischen Ihnen beiden?

Slaughter: Nein, überhaupt nicht. Wir wollen als Mannschaft gewinnen, da gibt es keinen Streit. Es macht keinen Unterschied, wer anfängt und wer nicht. Am Ende bekommen wir ungefähr die gleiche Spielzeit, der Rest ist nicht wichtig.

SPORT1: Ihr nächster Gegner Fraport Skyliners hat im letzten Spiel gegen ALBA eine desaströse Leistung abgeliefert. Was bedeutet das für Sie und das Spiel am Samstag?

Slaughter: Rein gar nichts. Wir bereiten uns vor auf jedes Spiel sehr gut vor, unabhängig vom Ergebnis oder ob wir gegen den Ersten oder Letzten der Tabelle spielen. Das ist ein Meisterschafts-Spiel wie jedes andere auch und das wollen wir gewinnen, wie jedes andere auch.

SPORT1: Wie gut kennen Sie ihre Gegner, in diesem Fall die Skyliners?

Slaughter: Ich weiß gar nichts über Frankfurt.

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