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Ruben Boumtje Boumtje (l.) muss seine Karriere wegen eines Herzfehlers beenden © imago

Die Münchner begehen einen emotionalen Abschied für den herzkranken Center. Das Team bleibt an den siegreichern Bambergern dran.

München - Ein letztes Mal nahmen die Teamkollegen Ruben Boumtje Boumtje in ihre Mitte.

Nach der emotionalen Verabschiedung des Centers, der seine Karriere bei Bayern München aufgrund eines Herzfehlers vorzeitig beenden musste, schwor der frühere NBA-Profi die Basketballer auf das Spiel gegen EnBW Ludwigsburg ein - mit Erfolg. (STENOGRAMME: Der 7. Spieltag)

Die Mannschaft des ehemaligen Bundestrainers Dirk Bauermann feierte in der Beko BBL beim 61:55 (38:25) den fünften Saisonsieg und hält den Kontakt zu Tabellenführer Brose Baskets Bamberg. (BERICHT: Nächste Abreibung für Frankfurt)

"Schade, aber okay"

Nach der erschreckenden Diagnose tritt das Sportliche für Boumtje Boumtje jedoch in den Hintergrund. "Ich hatte eine schöne Karriere, und jetzt ist es vorbei. Schade, aber okay", sagte der 33-Jährige der "Bild"-Zeitung: "Das Leben ist schön, und ich will es weiter genießen."

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Von Sportdirektor Marko Pesic bekam der Kameruner, der sich in der Bundesliga in Berlin, Quakenbrück und Oldenburg bereits viele Sympathien erspielt hatte, ein gerahmtes Trikot mit der Rückennummer 44 geschenkt.

Die Zuschauer, unter ihnen Bayern-Präsident Uli Hoeneß, spendeten vor dem Sprungball minutenlang Beifall und bereiteten dem 2,12-Meter-Hünen einen würdigen Abschied.

Bamberg ungefährdet

"Das ist eine furchtbare Tragödie, wenn ein Spieler unter Druck kommt, zu entscheiden, ob er aufhören muss oder nicht", sagte Hoeneß. Der Verein habe ihm jedoch geraten, seine Gesundheit in den Vordergrund zu stellen. Auch ohne Boumtje Boumtje sieht Hoeneß den Klub auf einem guten Weg: "Bayern wird viele Titel gewinnen und damit die besten Spieler anziehen."

Dazu müssen die Münchner jedoch an Bamberg vorbei - und das dürfte in dieser Saison eine fast unlösbare Aufgabe werden. Der Double-Gewinner der letzten beiden Jahre fuhr auch im sechsten Saisonspiel gegen die Frankfurt Skyliners einen ungefährdeten 97:63 (43:25)-Sieg ein. (DATENCENTER: Die Ergebnisse der Beko BBL)

Brose Baskets weiter ungeschlagen

Das Team von Erfolgstrainer Chris Fleming steht als einzige ungeschlagene Mannschaft an der Spitze.

"Uns hat der Sieg vor eigenem Publikum sehr gut getan", sagte Fleming. Nach 28 Heimsiegen in Pflichtspielen hatte Bamberg am Donnerstag gegen Unicaja Malaga in der Euroleague zum ersten Mal seit knapp einem Jahr in der "Frankenhölle" verloren und will nun eine neue Serie starten.

Göttinger Tragödie

Den Bambergern dicht auf den Fersen bleiben die Telekom Baskets Bonn nach einem 84:65-Sieg bei der BG Göttingen.

"Ein Kommentar zum Spiel erübrigt sich heute, wir fühlen mit den Göttingern und der Familie", sagte Trainer Michael Koch. Es war für die BG das erste Heimspiel nach dem tragischen Tod der Lebensgefährtin und Schwester von Aufbauspieler Marco Grimaldi.

Beide Frauen waren am Samstag vor einer Woche bei einem Wildunfall auf der A5 ums Leben gekommen. "Es war nicht einfach für uns, in dieses Spiel zu gehen", sagte Göttingens Trainer Stefan Mienack: "Wir hatten alle Betroffenen jederzeit in unserem Herzen dabei."

Überraschungsteam Würzburg

Mit dem 29. Heimsieg in Folge bleibt Aufsteiger s.Oliver Baskets Würzburg das Überraschungsteam der Saison.

Auch ratiopharm Ulm konnte den Höhenflug der Franken nicht stoppen und unterlag in der erneut ausverkauften Arena mit 59:61 (32:33). "Ulm war sehr gut auf uns vorbereitet, es war für uns schwieriger zu punkten als erwartet", sagte Trainer John Patrick.

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