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Darius Hall wechselte 2010 von den Artland Dragons zum FC Bayern in die Pro A © getty

Bayerns Center fiebert bei SPORT1 der Rückkehr ins Artland entgegen. Trotz bayern-rotem Blut hofft er auf "100 Prozent Liebe".

Von Raphael Weber

München - Es ist die große Rückkehr von "Hall the Wall" in die "Drachenhöhle".

Sechs Jahre lang trug Bayern Münchens Center Darius Hall das Trikot der Artland Dragons. Am Samstag (ab 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) kommt er mit dem FC Bayern erstmals als Gegner nach Quakenbrück.

Sein absoluter Einsatz für das Team zeichnet Hall aus - damals wie heute. "Früher habe ich Drachen-Rot geblutet, jetzt blute ich Bayern-Rot", erklärt der Münchner Center im Gespräch mit SPORT1.

Gerne hätte der Publikumsliebling die ehemaligen Kollegen schon vor der Partie ein wenig geärgert, aber "Fenn und Bailey gehen nicht ans Telefon".

Liebe und Hass

Dass die Ex-Teamkollegen scheinbar zufällig im Funkloch leben, wundert Hall nicht: "Ich glaube sie wissen, dass ich bereit für ein bisschen Trash-Talk bin." (DATENCENTER: Die Ergebnisse der BEKO-BBL)

Mit gemischten Reaktionen des Publikums rechnet Hall fest: "Wenn du bei Bayern spielst, liebt dich die Hälfte der Fans ? und die andere Hälfte hasst dich." Allerdings verspricht sich Artlands ehemaliger Publikumsliebling persönlich etwas mehr: "Ich hoffe auf 100 Prozent Liebe."

"Artland war gut zu mir. Das war der einzige Ort, den ich kannte, seit ich in Deutschland war", blickt Hall zurück. Von 2004 bis 2010 trug er das Trikot der Dragons. Gleichzeitig stellt "Hall the Wall" klar: "Ich bin jetzt in München und will hier Spiele und Meisterschaften gewinnen."

"Ich hoffe, sie drehen durch"

Letztendlich mache die energiegeladene Stimmung in der "Drachenhöhle" den Reiz der Partie aus. "Um ehrlich zu sein: Ich hoffe sie drehen durch", verrät Hall.

Mit der Rückkehr ihres Lieblings beim Gastspiel der Bayern ist jedenfalls genug Potenzial für einen Kracher geboten, meint der Center: "Ich bin sicher, dass es ein verrücktes Spiel für die Fans wird."

Bei aller Rivalität wünscht er sich aber, dass der Spaß am Spiel nicht auf der Strecke bleibt: "Hoffentlich können wir uns ? nachdem wir gewonnen haben ? in die Arme schließen und Freunde sein."

[kaltura id="0_24je78gh" class="full_size" title="Bauermann Haben die Zielscheibe auf den R cken "]

Mehr Spielzeit, mehr Show, mehr Siege

Für die Bayern gehe es gegen Artland vor allem darum, den ersten Auswärts-Sieg gegen ein Top-Team einzufahren. Dazu will auch Hall, der bisher nur auf rund zehn Minuten Einsatzzeit pro Partie kommt, mehr beitragen.

"Ich hoffe, dass ich ein bisschen länger spielen kann und die Chance bekomme, meine Show abzuziehen, um uns dabei zu helfen, Spiele zu gewinnen", erklärt der Publikumsliebling.

Allerdings hätten die Münchner am Korb hohe Qualität, merkt Hall an: "Chevon (Troutman, Anm. d. Red.) spielt gerade toll. Mit Jan-Hendrik Jagla, und Alexander Nadjfeji haben wir viele Waffen auf den großen Positionen."

Dragons-Personallage entspannt sich

Beim Gegner aus dem Artland kehren rechtzeitig zum Hit gegen den ambitionierten Aufsteiger mehrere Akteuer zurück. (STENOGRAMME: Der 7. Spieltag)

Bei Nathan Peavy (Augenverletzung) und Florian Hartenstein (Rückenblockade) stehen die Chancen auf einen Einsatz gegen Bayern laut Verein bei mehr als 50 Prozent. Auch der für den verletzten Bryan Bailey geholte Goran Jeretin darf wohl eingreifen.

Die Dragons haben unter der Woche auf Zypern mit dem 93:81-Auftakterfolg in der Eurochallenge gegen Nikosia Selbstvertrauen getankt: "Zum Glück sind solche Reisen mit Siegen im Gepäck immer ein bisschen leichter zu ertragen", erklärte Trainer Stefan Koch.

Wenn der Hexenkessel Amok läuft

Bayern-Coach Dirk Bauermann erklärt, Artland habe sich in den letzten Wochen, ähnlich wie die Münchner, "enorm stabilisiert". Er erwartet eine schwere Partie: "Die Siege in Braunschweig und in Zypern geben ihnen zusätzliches Selbstvertrauen und erschweren unsere Aufgabe im Hexenkessel der Artland Arena." (VIDEO: Bauermann im SPORT1-Interview)

Hall fügt hinzu: "Es wird ein sehr emotionales Spiel. Diese Emotionen müssen wir auch bringen. Wir dürfen Artland das Spiel nicht kontrollieren lassen."

Sein Trainer warnt im Gespräch mit SPORT1: "Wenn Artland einen Lauf hat und die Halle komplett Amok läuft, muss man ruhig bleiben, den Ball von ihnen weg halten und in der Verteidigung eine Schippe drauflegen."

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