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Gordon Herbert stand 2010/11 bei den Fraport Skyliners unter Vertrag © getty

Bei SPORT1 spricht Gordon Herbert über das Duell gegen Bamberg, das Niveau der Beko BBL und ein Talent in seinen Reihen.

Von Simon Kunert

München - Gordon Herbert ist in der Basketball-Szene als akribischer und ehrgeiziger Arbeiter bekannt.

Deshalb hat es dem vor der Saison nach Berlin gekommenen ALBA-Trainer gar nicht gefallen, dass zwei der ersten drei Saisonspiele seines Teams in der Beko BBL verloren gingen. Mittlerweile hat es der gebürtige Kanadier aber geschafft, die Berliner zurück auf die Siegerstraße zu führen.

Seit der Niederlage am dritten Spieltag in Hagen haben die Hauptstädter kein Spiel mehr verloren und sind auf Platz fünf der Tabelle geklettert.

Spitzenspiel gegen Bamberg

Nun kommt es am Sonntag zum Kracher mit dem unangefochtenen Tabellenführer, den Brose Baskets aus Bamberg (ab 16.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1).

Nach dem verbalen Gefecht der beiden Manager Wolfgang Heyder und Marco Baldi ist ordentlich Zündstoff dabei. (NEWS: Baldi kontert Heyders Kritik)

Im SPORT1-Interview spricht der ALBA-Coach über das Niveau der Beko BBL, mögliche NBA-Stars in der Liga und seinen Umgang mit Talenten.

SPORT1: Vor der Saison wurde ALBA als erster Verfolger der Bamberger gehandelt. Im Moment steht Ihr Team auf Platz fünf. Machen Sie sich Sorgen um Ihre Mannschaft?

Gordon Herbert: Nein, wir hatten mit drei Auswärtsspielen ein hartes Anfangsprogramm. Leider konnten wir nur eines davon gewinnen. Aber nach der Niederlage in Hagen haben wir sehr viel besseren Basketball gespielt und seitdem auch nicht mehr verloren.

SPORT1: Sie wechselten vor der Saison von Frankfurt nach Berlin. Worin liegt der Unterschied zwischen den Klubs?

Herbert: Beide sind ausgezeichnet organisiert. Aber Berlin ist eine Riesen-Stadt, und ALBA wird sehr professionell geführt. Die Erwartungshaltung und der Druck sind dadurch natürlich größer. Aber das ist es ja, was ich will. Es muss eine Spannung rund um die Mannschaft geben, um erfolgreich zu sein.

SPORT1: Nun kommt es zum Duell mit den Brose Baskets aus Bamberg. Die Rivalität wurde kürzlich neu entfacht, als sich die Manager Baldi und Heyder über das Niveau der Beko BBL stritten. Birgt dieses Duell deshalb besondere Brisanz?(Datencenter: Beko BBL)

Herbert: Über den Streit der beiden will ich nichts sagen. Das ist deren Sache. Ich weiß nur, dass sich das Niveau der BBL jedes Jahr erhöht. Die deutsche Liga ist meiner Meinung nach die meistunterschätzteste in Europa. Es gibt hier zahlreiche gute Teams.

SPORT1: Die Bamberger haben bisher noch kein Spiel verloren. Macht ihnen diese Dominanz Angst?

Herbert: Nein, Angst ist das falsche Wort. Wir haben Respekt vor ihnen, weil sie ein wirklich starkes Team haben. Chris Fleming ist ein guter Freund von mir und er leistet seit drei Jahren ausgezeichnete Arbeit in Bamberg. Ich bin mir auch sicher, dass sie es dieses Jahr unter die Top 16 in der Euroleague schaffen. Es ist sowieso wünschenswert, dass die deutschen Vereine in den europäischen Wettbewerben möglichst weit kommen. Für die BBL ist es sehr wichtig, solche Erfolge zu erzielen. Die gesamte Außendarstellung verändert sich dadurch.

SPORT1: DaShaun Wood, Kyle Weaver und Heiko Schaffartzik sind bei ALBA für mehr als die Hälfte des Offensiv-Outputs verantwortlich. Bamberg verteilt die Last auf mehrere Schultern. Ist das der große Vorteil der Brose Baskets?(Voting: Die SPORT1 2011)

Herbert: Deren Schlüssel zum Erfolg liegt mit Sicherheit darin, dass sie sehr viele gute Spieler in ihren Reihen haben. Nicht umsonst haben fünf oder sechs Bamberger Spieler einen Durchschnitt von neun bis elf Punkten pro Spiel. Aber auch wir sind ganz gut aufgestellt, und ich bin mir sicher, dass wir dagegen halten werden.

SPORT1: Lucca Staiger spielt aktuell weniger als zwölf Minuten pro Partie und trifft nur 36 Prozent aus dem Feld. Auch Sven Schultze ist nicht in Topform. Ist das immer noch den Nachwirkungen der EM geschuldet?

Herbert: Lucca ist eines der besten Talente in Deutschland und er hat eine große Zukunft vor sich. Er muss hart arbeiten um sich seine Sporen zu verdienen. Wir haben zehn gute Spieler in unseren Reihen, und da ist der Konkurrenzkampf groß. Geschenkt bekommt von mir kein Spieler etwas. Jeder muss sich seine Minuten erkämpfen. Aber bei Lucca habe ich da keine Angst, dass er seinen Weg machen wird. Mit der EM ist das natürlich immer so eine Sache, da die Nationalspieler erst später in das Mannschaftstraining einsteigen, mittlerweile darf das aber keine Rolle mehr spielen.

SPORT1: In den letzten Jahren wurde ALBA während der Saison stets noch mehrmals auf dem Transfermarkt tätig. Könnte das auch in diesem Jahr der Fall sein?

Herbert: Ich denke nicht. Ich bin mit dem Spielermaterial, das ich zur Verfügung habe, sehr zufrieden. Daraus möchte ich auf lange Sicht eine starke Truppe formen und sie zusammenhalten. Aber man weiß auch nie, wie es kommt.

SPORT1: Glauben sie, dass bei einem NBA-Lockout einige NBA-Stars den Weg in die Beko BBL finden könnten?(BERICHT: NBA-Saison vor dem Aus)

Herbert: Das wäre natürlich toll für die Liga und die Fans. So etwas bringt immer positive Publicity und das Niveau würde noch einmal angehoben werden. Ich denke aber nicht, dass wir da tätig werden.

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