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Point Guard Heiko Schaffartzik (l.) spielt seit 2011 bei ALBA Berlin © getty

Berlins Schaffartzik kontert die Liga-Kritik von Bambergs Heyder. Brose-Coach Fleming nimmt aber seinen Manager in Schutz.

München - Als die Fans von ALBA Berlin die Halle nach dem Coup gegen den Meister zum Kochen brachten, konnte sich Heiko Schaffartzik eine Spitze nicht verkneifen.

"Es freut uns, dass wir Bamberg helfen konnten", sagte der Nationalspieler im Anschluss an das umjubelte 87:81 (41:48) gegen die bis dahin in der Beko BBL ungeschlagenen Brose Baskets. (BERICHT: ALBA holt Bamberg auf den Boden ).

Der Sieg im hochklassigen Spitzenspiel ging den Berlinern runter wie Öl, nachdem Bambergs Manager Wolfgang Heyder vor einigen Tagen die mangelnde Klasse in der Bundesliga kritisiert hatte.

Der Gegner hält das alles für ein Missverständnis.

Fleming korrigiert Heyder-Zitat

"Das Zitat ist falsch verstanden worden. Er meinte, dass wir in der Anfangsphase der Saison eher die schwächeren Gegner hatten. Es war keine Kritik an der Qualität der Liga", stellte Bambergs Trainer Chris Fleming klar.

Der Amerikaner war sichtlich bemüht, den Druck aus der Diskussion zu nehmen, die vor dem Duell der Erzrivalen für zusätzliche Brisanz gesorgt hatte.

"Ich will Bamberg unbedingt schlagen, weil ich die einfach nicht mag", hatte Schaffartzik vor dem Spiel in einem Einspieler auf dem Videowürfel zum Besten gegeben und die Stimmung weiter angeheizt.

Berlin-Fans verhöhnen Bamberg

Und auch die Fans gaben sich viel Mühe, den Gästen aus Oberfranken ihre Ablehnung zu zeigen. "Bei ALBA in Berlin fährt man keinen Traktor, sondern wartet auf die S-Bahn", hieß es auf einem Plakat der harmloseren Sorte.

Doch es ging auch ein bisschen tiefer: "Bei ALBA in Berlin hat der Vogel 'nen Bauer und nicht umgekehrt" oder "Bei ALBA in Berlin läuft Bauer sucht Frau nur im TV".

Wood: "Wir werden besser"

Die Berliner präsentierten sich schon vor dem Klassiker als stolze Großstädter, nach der Schlusssirene gab es in der mit 14.500 Zuschauern ausverkauften Arena natürlich kein Halten mehr.

"Deshalb bin ich nach Berlin gekommen. Die Atmosphäre war großartig. Das ist einer der Gründe, warum wir gewonnen haben", sagte Neuzugang DaShaun Wood.

Für den Topscorer der letzten Saison kam der Sieg nicht überraschend: "Wir werden besser und besser."

Fleming verbietet Ausreden

Während die Berliner nach der bitteren 2:3-Niederlage gegen Bamberg in der Finalserie der abgelaufenen Playoffs ein wenig Genugtuung verspürten, landete der Meister drei Tage nach dem Überraschungssieg in der Euroleague gegen Titelverteidiger Panathinaikos Athen hart auf dem Boden.

Die kurze Pause wollte Fleming aber nicht als Entschuldigung gelten lassen: "Wir hatten genug Zeit und waren vorbereitet."

In der Finalserie hatte Bamberg beide Spiele in Berlin verloren und den Titel zu Hause klargemacht.

Bamberg baut im Schlussviertel ab

Lange Zeit hatten die Gäste vorn gelegen und den Sieg vor Augen, doch im letzten Spielabschnitt ging Bamberg die Puste aus. Nach vorn lief fast nichts mehr zusammen.

"Wir haben nur acht Punkte im letzten Viertel gemacht, weil ALBA sehr aggressiv war, aber auch, weil es bei uns an Organisation gefehlt hat", sagte Fleming, der ergänzte:

"Das hat uns am Ende des Tages den Sieg gekostet. Aus dieser Erfahrung müssen wir lernen." (NEWS: Heyder: Gespräche über Nowitzki).

Herbert stolz

Flemings Gegenüber Gordon Herbert war einfach nur stolz.

"Wir haben eine sehr, sehr gute Basketballmannschaft geschlagen. Heute haben wir sehr viel Herz gezeigt und nie aufgegeben. Ich danke unseren Fans, die uns großartig unterstützt und uns Energie gegeben haben."

Tatsächlich herrschte in Berlin Playoff-Atmosphäre, die Basketball-Fans auf den Rängen und vor den Bildschirmen sahen ein echtes Spitzenspiel mit viel Dramaturgie und glänzender Stimmung.

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