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DaShaun Wood (l.) kam diese Saison von den Frankfurt Skyliners zu ALBA © dapd

ALBAs Aufbauspieler glänzt im lange Zeit offenen Schlagabtausch, entscheidet das Duell beim Aufsteiger kurz vor Schluss.

Aus dem Audi Dome berichtet Eric Böhm

München - Der FC Bayern München hat seinen Heimnimbus im Topspiel der Beko BBL verloren.

Im mit 6.700 Zuschauern erstmals restlos ausverkauften Audi Dome unterlag der Aufsteiger gegen ALBA Berlin mit 79:83 (43:39) und verlor im siebten Heimauftritt seine weiße Weste.

In der sehr intensiv geführten Partie entschied die Coolness des amtierenden MVP DaShaun Wood das spannende Aufeinandertreffen.

Die Berliner veredelten mit ihrem sechsten BBL-Sieg hintereinander den Coup gegen Meister Bamberg und schauen nach oben.

"Es war ein hochklassiges Spiel von beiden Seiten. Uns haben am Ende zwei Rebounds gefehlt. Wir hatten das heißeste Team der Liga am Rand einer Niederlage", sagte Bayerns Trainer Dirk Bauermann.

Neuzugang Homan mittendrin

Die Gastgeber bleiben trotz ordentlicher Leistung vor den Augen von Fußballstar Bastian Schweinsteiger in der Tabelle im Mittelfeld hängen.

Blitzneuzugang Jared Homan war am Tag seiner Verpflichtung sofort mittendrin.

Der Center, der kurzfristig aus Bologna geholt worden war (News), kam nach sechs Minuten von der Bank erstmals ins Spiel.

Dem 28-Jährigen (vier Punkte) war zwar die noch nicht vorhandene Abstimmung mit den Kollegen anzumerken, sein krachender Dunking kurz vor der Pause setzte aber ein erstes Ausrufezeichen im neuen Trikot.

Troutman bringt Halle zum Kochen

In der Startformation hatte sich Trainer Dirk Bauermann für die bewährte Variante mit Chevon Troutman und Routinier Aleksandar Nadjfeji auf den großen Positionen entschieden.

Im Gegensatz zu einigen anderen Spielen gegen starke Konkurrenz waren die Gastgeber gegen ALBA von Beginn an hellwach und erwischten einen guten Start.

Zwei frühe Dreier von Je'Kel Foster, Troutmans Drei-Punkte-Spiel sowie die aggressive Verteidigung der "Bauermänner" brachte die Halle zum Kochen.

Berlins Coach Gordon Herbert musste nach gut vier Minuten beim Stand von 6:13 und einem 8:0-Lauf der Münchner die erste Auszeit nehmen (DATENCENTER: Die Beko BBL).

[kaltura id="0_o2azbrmq" class="full_size" title="Wood Haben 40 Minuten gek mpft "]

Spannender Schlagabtausch

Danach arbeiteten sich die "Albatrosse" mit der reiferen Spielanlage heran. So schrumpfte die Führung des FCB am Ende des ersten Viertels auf 22:21 zusammen.

Immer wieder brachten die Guards den Ball zum Korb und bedienten die Big Men Derrick Allen (zwölf Zähler) oder Yassin Idbihi. Ein deutliches Plus an der Freiwurflinie war die Folge.

Bis zur Halbzeit entwickelte sich ein nicht immer hochklassiger, aber extrem spannender Schlagabtausch.

MVP Wood hält ALBA im Spiel

Durch ihre ausgezeichnete Trefferquote von der Dreierlinie - phasenweise bei 80 Prozent - öffneten sich für die "roten Riesen" immer mehr Räume in der Zone.

Vor allem der herausragende Troutman nutzte das ein ums andere Mal aus - er markierte in den ersten 20 Minuten acht seiner insgesamt 14 Punkte.

Der amtierende MVP Wood (27 Zähler) hielt die Hauptstädter mit seinen schnellen Antritten jedoch im Spiel. Mit dem 39:43-Halbzeitstand war der Vizemeister noch gut bedient. "Wir haben einfach 40 Minuten intensiv Basketball gespielt und sind so im Spiel geblieben", erklärte Wood.

Ständiger Führungswechsel

Der unfassbar dynamische Wood drehte nach der Pause richtig auf und war von keinem der diversen Bayern-Verteidiger zu kontrollieren.

So machte ALBA aus dem Rückstand zwischenzeitlich eine 64:57-Führung. Auch Nationalspieler Heiko Schaffartzik (14 Punkte) streute in dieser Phase wichtige Punkte und Anspiele ein.

Mit dem zuletzt selten eingesetzten Spielmacher Ben Hansbrough arbeiteten sich die Münchner wieder heran.

Jan-Hendrik Jagla sorgte zu Beginn des Schlussabschnitts mit zwei unwiderstehlichen Dreiern für den erneuten Führungswechsel.

Privatduell zwischen Wood und Foster

In der nervenaufreibenden Schlussphase wog die Partie hin und her. Ein Fast-Break über Robin Benzing brachte knapp vier Minuten vor der Sirene das 74:73 für die Gastgeber.

Am Ende lieferten sich Wood und Foster (13 Zähler, acht Rebounds) ein Privatduell. Berlins Guard zog immer wieder eiskalt zum Korb und markierte acht der letzten neun Punkte der Berliner.

Die Gastgeber gestatteten ALBA in der letzten Minute zwei folgenschwere Offensivrebounds, die dem Topscorer seinen Zähler ermöglichten. Trotzdem war fünf Sekunden vor Schluss noch die Chance zum Ausgleich da, doch FCB-Kapitän Steffen Hamann unterlief der entscheidende Ballverlust.

"Es war ein Spiel von Runs auf beiden Seiten. Wir sind stolz, dass wir das bessere Ende für uns hatten", freute sich Berlins Cheftrainer Gordon Herbert.

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