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Jared Homan (l.) hat vier Jahre in der NCAA für Iowa State gespielt © getty

Bayern wartet nach der Schlappe gegen Berlin auf einen großen Sieg. Dennoch herrscht Optimismus. Schaffartzik lobt den Hexenkessel.

Von Eric Böhm

München - Das war wieder nichts.

Der FC Bayern München kann gegen die großen Namen der Beko BBL noch nicht gewinnen. Trotzdem brachte die 79:85-Schlappe gegen ALBA Berlin (Bericht) auch positive Erkenntnisse.

Immerhin hatte es der Aufsteiger mit dem frischgebackenen "Bamberg-Besieger" vom vergangenen Wochenende zu tun und lieferte den Hauptstädtern einen großen Kampf.

"Dieses Spiel war eine Werbung für den Basketball. Wir hätten den Sieg verdient gehabt. Ich bin mit der Leistung sehr zufrieden", analysierte Bayerns Coach Dirk Bauermann.

Atmosphäre beeindruckt

Die fantastische Stimmung im mit 6.700 Zuschauern ausverkauften Audi Dome ließ den ehemaligen Nationaltrainer sogar in Erinnerungen schwelgen.

"Es war eine sensationelle Atmosphäre. Basketball ist in München angekommen. Vor einem Jahr waren wir irgendwo in der zweiten Liga, ich glaube in Crailsheim. Das ist eine erstaunliche Entwicklung", betonte Bauermann.

Schaffartzik überrascht

Selbst die siegreichen Gäste verneigten sich vor dem Hexenkessel des Aufsteigers. "Es war eine tolle Atmosphäre. Das hatte ich so nicht erwartet", gab ALBAs Heiko Schaffartzik zu.

Der Nationalspieler (14 Punkte, zwei Assists) hatte am Sieg seines Teams mit einigen eiskalten Treffern großen Anteil.

Doch abgesehen von dem großen Fehler des Münchner Kapitäns Steffen Hamann in den Schlusssekunden und den Rebound-Schwächen der Gastgeber, war DaShaun Wood der große Star des Abends.

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Sonderbewacher lobt Wood

Der amtierende MVP - ihm gelangen 27 Zähler, fünf Assists sowie sechs Rebounds - ließ den FCB in der zweiten Hälfte fast im Alleingang verzweifeln. (Datencenter: Beko BBL).

"Im vierten Viertel hat uns DaShaun getragen. Er hat mit Pässen angefangen und hat es mit Körben beendet. Er war für mich der entscheidende Faktor", lobte Schaffartzik.

Auch Sonderbewacher Demond Greene erkannte die famose Leistung an: "Er ist ein sehr starker Spieler. Allein kannst du ihn nicht stoppen. Ich freue mich auf ein Wiedersehen."

Der Matchwinner der "Albatrosse" gab sich dagegen bescheiden: "Wir spielen guten Teambasketball. Wenn ich der Mannschaft am Ende helfen kann, ist das umso besser."

Unauffälliges Debüt

Während Berlins Neuzugang die Erwartungen also wieder einmal übererfüllte, hoffen die Münchner auf eine ähnliche Erfolgsgeschichte mit ihrer neusten Erwerbung.

Der nur Stunden vor dem Spiel verpflichtete Center Jared Homan (News) wurde gleich ins kalte Wasser geworfen und kam elf Minuten zum Zug - dem Big Man gelangen vier Punkte.

"Er wird uns eine große körperliche Präsenz bringen. Wir müssen ihn natürlich erst integrieren, aber er wird vor allem unsere Verteidigung weiterbringen", schätzte Bauermann ein.

Bauermann sehr zufrieden

Vor dem Hintergrund des fast sicher beendeten NBA-Lockouts ging der Coach sogar noch einen Schritt weiter:

"In dieser Hinsicht ist es ein Geniestreich. Viele Teams in Europa verlieren nun ihre neuen Spieler. Wir steigern unsere Qualität."

Prügelei droht nicht

Die körperliche Auseinandersetzung mit seinem Coach in Bologna, die Homan den Job kostete, macht dem neunmaligen Meistertrainer nicht zu schaffen.

"Ich will das nicht entschuldigen. Es war eine Eselei. Dass der Coach vorher offenbar zweimal handgreiflich geworden ist, darf aber nicht unter den Tisch fallen", erläuterte der 53-Jährige.

Dass ihn Homan attackieren könnte, glaubt er nicht. "Ich bin ja etwas größer als der italienische Kollege. Also wird er sich das zweimal überlegen", witzelte Bauermann.

Troutman lobt

Auch die neuen Mitspieler sind aufgrund früherer Erfahrungen begeistert von dem 28-Jährigen Amerikaner, der für Bulgariens Nationalmannschaft aufläuft.

"Wir haben in Italien oft gegeneinander gespielt. Er ist ein großes menschliches Wesen. Er ist wirklich hart und wird uns helfen. Mit ihm zusammen kann ich auch Power Forward spielen", erklärte Chevon Troutman.

Spartak im Kopf

Bayerns bester Akteur (14 Zähler) trauerte den zwei Berliner Offensiv-Rebounds hinterher, die das Spiel entschieden, blickte aber auch schon nach vorn.

"Das ist bitter. Wir hätten das Spiel nach Hause bringen können. Es ist gut, dass wir am Dienstag gleich wieder im Eurocup spielen, so können wir dieses Ding gleich abhaken", so Troutman.

Am Dienstag steht die schwere Auswärtsaufgabe bei Spartak St. Petersburg an. Im Eurocup gelang gegen Benetton Treviso schon ein Erfolg gegen einen Großen, in der Liga soll der nächste Schritt noch kommen.

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