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Demond Greene (l.) gewann mit der Deutschen Nationalmannschaft 2005 EM-Silber © getty

Nach der Berlin-Schlappe warten die nächsten Brocken auf die Bayern. Bei SPORT1 spricht Demond Greene über den FCB und Nowitzki.

Von Eric Böhm

München - Das Wiedersehen hatte sich Demond Greene ganz anders vorgestellt.

Der treffsichere Guard kassierte mit dem FC Bayern München eine 79:85-Heimpleite gegen seinen Ex-Verein ALBA Berlin (Video und Bericht).

Mit den großen Gegner kann der prominente Aufsteiger in die Beko BBL zwar regelmäßig mithalten, bringt sich aber regelmäßig um den Lohn.

"Auf dem Niveau bekommst du nur eine Chance, den Sack zuzumachen. Wenn du es nicht machst, wirst du bestraft. In Zukunft müssen wir die anderen bestrafen", fordert der 32-Jährige.

Zeit zum Grübeln bleibt jedoch nicht. Im Eurocup und der Liga warten auf Greene und Co. in dennächsten Wochen weitere schwere Aufgaben.

Mit SPORT1 spricht der 113-malige Nationalspieler unter anderem über den weiteren Weg der Bayern, den Eurocup, Jared Homan, Dirk Nowitzki und den NBA-Lockout.

SPORT1: Herr Greene, ist die knappe Niederlage gegen ALBA Berlin (Nachbericht) durch ihr Zustandekommen in der Schlussminute doppelt bitter?

Demond Greene: Sie ist in vielerlei Hinsicht bitter. Wir wollten unabhängig vom Gegner zu Hause ungeschlagen bleiben. Nachdem wir auswärts gegen starke Mannschaften geschwächelt haben, wollten wir hier daheim ein Statement setzen. Es ist uns nicht gelungen, obwohl wir zwischendurch gut mitgehalten haben (DATENCENTER: Beko BBL).

SPORT1: Woran hat es auch Ihrer Sicht gelegen?

Greene: Am Ende gaben kleine Fehler den Ausschlag. Wir haben die Rebounds nicht geholt, um das Spiel klarzumachen. Wenn wir einen kleinen Lauf hatten, konnten wir diese Energie und Emotionen nicht nutzen, um uns etwas abzusetzen. ALBA ist immer direkt zurückgekommen, was einen guten Gegner auszeichnet. Es ist sehr traurig für uns, dass wir es am Ende nicht geschafft haben.

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SPORT1: Sie haben jetzt gegen Berlin gespielt, das Bamberg geschlagen hat. Wie sehen Sie Ihre Mannschaft im Vergleich mit den deutschen Topteams?

Greene: Es ist noch eine lange Saison, aber wir haben auch noch einen langen Weg vor uns. Wir müssen uns nicht mit Bamberg und Berlin vergleichen. Wir dürfen uns durch solche Niederlagen nicht beeinflussen lassen. Wir müssen so ein Spiel nutzen, um Fehler zu korrigieren und Lehren zu ziehen.

SPORT1: Was fehlt denn noch, um auf das Niveau dieser Kaliber zu kommen?

Greene: Auf dem Niveau bekommst du nur eine Chance, den Sack zuzumachen. Das war heute ganz ähnlich. Wenn du es nicht machst, wirst du bestraft. In Zukunft müssen wir die anderen bestrafen. Es wird ein hartes Stück Arbeit, aber unmöglich ist die Aufgabe nicht. Zur Playoff-Zeit wollen wir dann auf Augenhöhe mit diesen Teams sein.

SPORT1: Halten sie die Doppelbelastung mit Liga und europäischem Wettbewerb für problematisch oder sehen Sie die vielen Spiele positiv?

Greene: Ich spiele gern in diesem Rhythmus. Mit unserem Kader kannst du deinen Rhythmus dann auch aufrechterhalten. Wir können viel und sinnvoll wechseln, sodass kein Spieler 30 oder 35 Minuten auf dem Feld stehen muss. Wir sind tief besetzt, aber wir müssen gegen starke Kontrahenten auch endlich einmal einen guten Spielrhythmus finden, um einen Lauf zu starten, wie wir ihn zu Saisonbeginn hatten.

SPORT1: Sie haben die Ausgeglichenheit des Kaders erwähnt. Mit Center Jared Homan gibt es eine weitere Alternative. Wie schätzen Sie ihn ein?

Greene: Ich bin sehr froh, dass wir mit ihm einen Ersatz für Ruben (Boumtje Boumtje, Anm. der Red.) gefunden haben. Ich habe gegen ihn in Griechenland gespielt. Er ist ein physischer Center, der in der Verteidigung eine Präsenz ausstrahlt. Er ist ein ausgezeichneter Rebounder. Wir müssen jetzt wieder ein bisschen von vorne anfangen und einen neuen Spieler integrieren. Da müssen wir Zeit aufwenden. Er ist kein dummer Spieler, hat viel Erfahrung und wird unser System schnell verinnerlichen.

SPORT1: Der NBA-Lockout steht kurz vor dem Ende. Sind Sie froh, dass jetzt die Spekulationen aufhören, oder sind Sie traurig, weil Dirk Nowitzki nun nicht in Deutschland spielen wird?

Greene: Ich war mit Dirk in Kontakt. Er war kurz davor, nach Europa zu wechseln. Ich bin froh, dass die NBA nun anfängt. Ich freue mich für Dirk. Er hat sich mit dem Titel einen Traum erfüllt. Jetzt bekommt er seinen Ring und kann seine Meisterschaft verteidigen. Es geht darum, was für ihn wichtig ist, nicht was für unsere Mannschaft oder mich als Freund wichtig ist.

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