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Im letzten Aufeinandertreffen unterlagen Michael Jordan (re.) und die Brose Baskets den Dragons mit 69:77 © getty

Bamberg gegen Artland hieß die Endspielserie 2007. Eineinhalb Jahre später sind beide Teams meilenweit davon entfernt.

Von Tobias Schröter

München - Die BBL-Finalserie 2006/07: Als Saison-Achter sind die Artland Dragons Quakenbrück die große Überraschung der Playoffs, kegeln zunächst Top-Favorit ALBA Berlin und danach Vorjahresmeister RheinEnergie Köln aus dem Wettbewerb.

Erst im Endspiel endet die Siegesserie der Drachen, mit einem knappen 64:63 im vierten Spiel holen die Brose Baskets Bamberg schließlich ihren zweiten Titel

Auch der darauffolgenden Saison drücken die zwei Teams ihren Stempel auf, auch wenn beide im Viertelfinale der Playoffs scheitern. Bamberg wird Vierter, Quakenbrück Zweiter der Hauptrunde.

Die Dragons holen "nebenbei" nach zwei vergeblichen Final-Four-Teilnahmen endlich den Pokalsieg und stoßen im ULEB-Pokal bis ins Achtelfinale vor.

Ende 2008 scheinen diese Erfolge allerdings Lichtjahre entfernt.

In der Liga mau, international noch schlechter

Mit einer fast ausgeglichenen Punkte-Bilanz dümpeln beide Teams im Mittelfeld der BBL umher, müssen jeweils um einen Playoff-Platz bangen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Zwar gelangen den Brose Baskets zuletzt zwei Siege, die Gegner waren mit Gießen und Bremerhaven jedoch die Abstiegskandidaten Nummer eins und zwei.

Noch schlimmer die Dragons: Ausgerechnet im Derby gegen Oldenburg ging man mit 72:93 unter.

Hinzu kommt: International läuft nichts zusammen. Quakenbrück gewann nur das erste Gruppenspiel im FIBA Eurocup, Bamberg gar keines.

"Es wird sich etwas ändern müssen"

Nicht nur Artland-Manager Marko Beens ist angesichts solch einer Entwicklung klar: "Es wird sich etwas ändern müssen."

Damit meint der Oberdrache aber zunächst keine personellen Konsequenzen. "Wir haben von unseren Spielern schon gute Partien gesehen. Wir müssen uns nur über die Einbrüche Gedanken machen", so Beens gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Eben weil er die Ursache für den Misserfolg vor allem in der kollektiven Verunsicherung sieht, will er vorerst keine weiteren Spieler verpflichten: "Das heißt für andere, dass man nicht mehr an sie glaubt, und das wäre nicht förderlich", erklärt der Manager seine Vorgehensweise.

Stattdessen soll nun die Trainingsintensität und die Disziplin erhöht, über den Ernst zurück zum Erfolg gefunden werden: "Vielleicht wird es auch mal einen Scherz weniger geben als bisher."

"Nationalspieler müssen sich beweisen"

Auch im 483 Autokilometer entfernten Bamberg fühlte sich jüngst der Manager zu klaren, harten Worten genötigt.

"Von unseren Nationalspielern kommen zu wenige Impulse. Sie müssen endlich ihre Führungsqualitäten beweisen", rügte Wolfgang Heyder die vermeintlichen Leistungsträger.

Auf einen hatte er es besonders abgesehen: Tim Ohlbrecht. Gleich mehrmals legte Heyder gegen den Nachwuchs-Center nach.

"Enttäuscht von Tim"

"Ich bin enttäuscht von Tim. Er hat weitaus mehr Potential, als er derzeit zeigt", war die eine Breitseite. "Er muss jetzt endlich Gas geben, wenn er nicht ein Leben lang ein mittelmäßiger Bundesliga-Spieler bleiben will", eine andere.

Nur Provokation, um den Shootingstar der letzten Jahre aus dem Leistungstief herauszukitzeln? Oder doch eine ernste Einschätzung.

So oder so, den Ernst der Lage hat man bei den beiden Finalisten von 2007 jedenfalls erkannt. Denn geht es so weiter wie bisher, heißen die Gegner in der Finalserie 2008/09 garantiert nicht Bamberg und Quakenbrück.

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