Stephan Baeck lobt die Leistungen von Meisterjäger Nummer eins ratiopharm Ulm. Gegen Bamberg erwartet er eine enge Partie.

Hallo Basketball-Freunde,

am Samstag kommt es in der Beko BBL zum Top-Duell des Spieltags: ratiopharm Ulm empfängt Meister Bamberg.

Vor der Saison hätte wohl kaum jemand erwartet, dass sich Ulm als Meisterjäger Nummer eins etabliert. Es wird eine weitere Standortbestimmung für Ulm werden, die bisher viele solcher Prüfungen erfolgreich bestanden haben (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Allein Partien gegen Berlin und Würzburg sowie das Hinspiel in Bamberg gingen bisher verloren. Das ist eine beachtenswerte Serie, der zweite Tabellenplatz als Belohnung ist absolut verdient.

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Die bisher herausragende Saison ist Resultat einer absolut ausgewogenen Mannschaft mit einem jungen Trainer, der viel aus seinen bisher nicht immer erfolgreichen Engagements gelernt hat.

Thorsten Leibenath hat sich kontinuierlich als Trainer weiterentwickelt und ist nun offensichtlich in der Lage, eine junge Mannschaft erfolgreich Basketball spielen zu lassen und in die Playoffs zu führen. Das ist eine schöne Bestätigung für ihn.

Er hat ein Team geformt, das sehr gut miteinander harmoniert und neben den nur schwer zu kontrollierenden Guards Per Günther, Tommy Mason-Griffin und Isaiah Swann mit John Bryant einen überragenden Spieler unter dem Korb hat.

Man nehme eine Prise Erfahrung von Steve Esterkamp, Defense von Roderick Trice und Athletik von Dane Watts, füge noch Firepower jenseits der Dreipunktelinie von Nankivil Keaton dazu und fertig ist ein vollwertiges Basketballgericht.

Diese Mannschaft eilt nun von Sieg zu Sieg. Und sie hat das Wissen, auch die knappen Spiele für sich entschieden zu haben.

Dieses Selbstvertrauen macht das Spiel gegen Bamberg zu einem Duell auf Augenhöhe.

Ich sehe Bamberg zwar nach wie vor als etablierte Mannschaft, die mehr Struktur im Team hat und konsequenter spielen kann, aber Bamberg muss in Ulm antreten und wird wohl alles aufbieten müssen, um dort zu bestehen.

Die große Stärke der Bamberger ist, dass sie fast ausnahmslos in jeder Partie mit hundertprozentiger Konzentration und Energie spielen. Jeder Spieler will sich in jeder Partie beweisen und zeigen, dass er zurecht seine Rolle im Team hat.

So werden individuelle Ziele zu einem großen Ziel der Mannschaft: Die Deutsche Meisterschaft erneut zu verteidigen. Sie haben das Wissen, dass dies nur als funktionierendes Kollektiv gelingt.

Die Bamberger pushen sich gegenseitig zu herausragenden Leistungen, egal gegen welchen Gegner - und bis jetzt klappt das grandios.

Vor allem das Duell Tibor Pleiß gegen John Bryant unter dem Korb wird interessant. Beide spielen zurzeit auf einem sehr hohen Niveau, von daher erwarte ich ein gutes Match-up.

Für die Ulmer wird es auch darum gehen, wie die Guards um Per Günther mit dem Druck der Bamberger zurechtkommen. Denn die Bamberger, allen voran Anton Gavel und Karsten Tadda verstehen es, konstant Druck auf die gegnerischen Aufbauspieler auszuüben und sie zu Fehlern zu zwingen.

Wenn Ulm in der Lage ist, diesem Druck standzuhalten, dann wird das ein ganz enges Spiel. Außerdem hat Bamberg gelernt, die Stärken von PJ Tucker mehr und mehr zum eigenen Vorteil zu nutzen.

Er ist das ultimative Missmatch der Beko BBL bisher. Es macht Spaß, einen Spieler mit seiner Athletik und Fähigkeit mit Ball zu spielen zuzusehen.

In diesem Sinne, NEXXT!

Stephan Baeck

Stephan Baeck, 46, erzielte in 133 Länderspielen 1210 Punkte für Deutschland und wurde 1993 in einem dramatischen Finale gegen Russland Europameister. Der Shooting Guard holte zudem drei Meistertitel mit Bayer 04 Leverkusen, zwei mit dem BSC Saturn Köln und einen mit ALBA Berlin. Mit den "Albatrossen" gewann er 1995 zudem den Korac-Cup. Von 2000 bis 2009 arbeitete Stephan Baeck als Geschäftsführer, Sportdirektor und Head Coach für das Kölner Bundesliga-Team und führte es zu drei Pokalsiegen und zum Meistertitel 2006.

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