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Jared Homan (r.) kam vor Saisonbeggin aus Bologna nach München © imago

In fast schon gewohnter Manier lassen die Bayern auswärts Punkte liegen. Trainer Bauermann schlägt Alarm. Bamberg demontiert Ulm.

München - Tristesse beim FC Bayern München:

Der ambitionierte Aufsteiger hat seinen Auswärtsfluch in der Beko BBL auch am 21. Spieltag nicht bezwungen. Bei Abstiegskandidat TBB Trier verlor der FCB nach einem schwachen Schlussviertel mit 68:70 (41:34).

Ob München überhaupt den Sprung in die K.o.-Runde der besten acht Teams schafft, ist fraglich. Mit erst einem Auswärtssieg aus zehn Begegnungen hängt das Team auf Platz sieben fest.

Einmal mehr blieb Trainer Dirk Bauermann nicht anderes übrig, als seinem Gegenüber zu gratulieren: "Glückwunsch an Henrik Rödl und die Mannschaft. Sie haben vor einer tollen Kulisse sehr viel investiert und sind verdienterweise dafür belohnt worden."

Bayern fehlt Kaltschnäuzigkeit

Die Bayern präsentierten sich in der ausverkauften Trierer Arena wieder einmal ohne den nötigen Killer-Instinkt, der ihnen in der laufenden Saison schon den ein oder anderen Sieg verwehrte.

"Als wir uns hätten absetzten können, haben wir beispielsweise Dunkings nicht verwandelt und es Trier so ermöglicht, über Kampf, Einsatz und ihre Qualität ins Spiel zurück zu finden", spielte Bauermann auf die Führung seines Teams über weite Strecken des Spiels an.

Schließlich erarbeiteten sich Steffen Hamann und Co. im dritten Spielabschnitt einen zwischenzeitlichen 12-Punkte-Vorsprung.

Bauermann fordert Trotzreaktion

Der Bayern-Coach fand nach Spielende auch deutliche Worte in Richtung seiner Mannschaft. "Wir dürfen nicht so tun, als ob alle gegen uns wären", untersagte er Ausreden und forderte:

"Wir müssen auf uns selbst schauen und sagen: 'Das geht so nicht!'"

Denn Bauermann weiß, dass im harten Kampf um die Playoff-Plätze nicht viele Patzer erlaubt sind.

"Nur zuhause zu gewinnen, wird nicht reichen. Wir müssen auswärts mindestens zwei, drei Spiele gewinnen, um einen Playoff-Platz zu erreichen. Dafür müssen wir uns steigern", so der 54-Jährige.

[kaltura id="0_cj5l8aec" class="full_size" title="Bamberg putzt die Spatzen "]

Bamberg demontiert Ulm

Besser hat es der Deutsche Meister gemacht.

Mit einer Demonstration der Stärke unterstrichen die Brose Baskets Bamberg ihre derzeitige Ausnahmestellung in der Liga eindrucksvoll.

Auch das Überraschungsteam von ratiopharm Ulm konnte dem Titelverteidiger im Spitzenspiel kein Bein stellen, beim 74:102 (39:46) war der Tabellenzweite in eigener Halle chancenlos.

Über die vergebene Chance, die Tabellenführung zu übernehmen, sprach in Ulm nach der Schlusssirene keiner.

Lob von Ulmer Seite

"Wer dieses Jahr Meister werden will, muss Bamberg schlagen. Und so wie diese Mannschaft derzeit spielt, wird das sehr schwer", sagte Ulms Trainer Thorsten Leibenath nach dem Gipfeltreffen anerkennend.

Einmal mehr wurde klar, dass sich die Franken auf dem Weg zum dritten Meistertitel in Folge eigentlich nur selbst im Weg stehen können.

Fleming zufrieden

Bamberg zeigt einfach keine Schwächen, das wurde auch im Spiel beim ärgsten Verfolger überdeutlich.

Von der ersten Sekunde an präsentierten sich die Gäste hellwach.

"Wir waren heiß. Ich brauchte die Jungs nicht großartig zu motivieren", sagte Erfolgscoach Chris Fleming bei SPORT1: "Sie haben die Bedeutung der Partie erkannt und mit der nötigen Intensität gespielt."

Dreier-Rekord

Bamberg, das den Ulmern die erste Niederlage in der vor zwei Monaten bezogenen neuen Arena zufügte, tat dem Gegner vor allem aus der Distanz weh.

Mit 18 erfolgreichen Dreiern bei einer Trefferquote von fast 70 Prozent stellte der Meister seinen eigenen Rekord ein.

Kein anderer Bundesligist hat das bisher geschafft.

Mit 38:4 Punkten liegt Bamberg jetzt vier Zähler vor Ulm (34:8) und hat seine Chancen verbessert, die Hauptrunde auf dem ersten Platz abzuschließen.

Leibenath hin- und hergerissen

Leibenath wusste nicht so recht, wie er die Lehrstunde einordnen soll:

"Ich bin heute mit 35 Minuten unseres Spiels noch nicht einmal unzufrieden. Wir haben es bis dahin immer geschafft, Rückstände aufzuholen. Dass wir dann mit knapp 30 Punkten Differenz verlieren, hinterlässt einen bitteren Beigeschmack."

Ulm hat trotz der Niederlage weiterhin beste Aussichten, sich das Heimrecht für die erste Runde der Playoffs zu sichern.

Die Chance zur Wiedergutmachung könnte es für Ulm beim Top-Four-Turnier des Pokalwettbewerbs Ende März geben, für das sich beide Mannschaften unter der Woche souverän qualifiziert hatten.

ALBA erfüllt Pflichtaufgabe

Der frühere Serienchampion ALBA Berlin gewann 83:77 (47:24) bei Schlusslicht BG Göttingen und zog als Vierter nach Pluspunkten vorübergehend mit dem Tabellendritten Artland Dragons gleich.

Die Phantoms Braunschweig ließen durch ein 80:81 (72:72, 30:38) nach Verlängerung bei den Frankfurt Skyliners Federn.

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