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Dirk Bauermann hat als Klub-Trainer neun deutsche Meistertitel gewonnen © imago

Die Münchner wollen die Energie nach dem Krimi-Sieg gegen Topteam Ulm auch auswärts mitnehmen. Hoeneß möchte mehr "Mia-san-mia".

Von Jakob Gajdzik

München - Als es in die entscheidende Phase ging, bewies der "Go-to-Guy" seine Qualitäten.

Nicht nur, aber hauptsächlich, Je'Kel Foster hatte es der FC Bayern München zu verdanken, dass der Tabellenzweite der Beko BBL, ratiopharm Ulm, in einem Krimi mit 87:83 (34:42) besiegt wurde (Bericht).

Drei Punkte hatte der Amerikaner vor dem letzten Viertel, am Ende waren es 22.

Dabei hatte der Bayern-Guard noch mit den Auswirkungen seiner Sprunggelenkverletzung zu kämpfen.

Sonderlob für Foster

"Ich bin noch nicht bei 100 Prozent", erklärte der 28-Jährige seine späte Explosion: "Je länger das Spiel dauerte, desto mehr kamen meine Beine zurück."

"Er hat im letzten Viertel gezeigt, was für ein Spieler er ist", strich auch Bastian Doreth den Matchwinner heraus.

Doreth selbst stand im für ihn erst dritten Saisonspiel nach langer Verletzungspause erstmals über 15 Minuten auf dem Parkett und bot mit sechs Punkten, zwei Assists und einem Steal eine starke Leistung.

Hoeneß erleichtert

Neben 6700 begeisterten Zuschauern im Audi Dome, machte Foster mit seinem Auftritt besonders Bayern-Präsident Uli Hoeneß glücklich.

"Wir haben ein enges Spiel endlich mal gewonnen", zeigte sich Hoeneß bei SPORT1 begeistert und gab zu, dass sein Puls "weit oben" lag.

"Wir wussten, wenn wir das verlieren, wird es ganz eng", bekannte Hoeneß und verwies auf die Auswärtsschwäche seiner Mannschaft. "Wir dürfen uns nicht erlauben, Heimspiele zu verlieren."

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"Sieg der Moral"

"Das tut gut", sagte auch Trainer Dirk Bauermann nach der Partie zu SPORT1, "wenn man sich in so eine Partie zurückgekämpft und auch -gespielt hat", und sprach von einem "Sieg der Moral."

"Eine Kunst von großen Mannschaften ist es, eine kurze Erinnerung zu haben", stärkte Bauermann das Selbstvertrauen seiner Mannen nach der Pleite zuletzt in Trier (Auswärtsfluch! Bayern bangen um die Playoffs) und lobte explizit "Aggressivität und Konsequenz."

Homan wichtige Stütze

Denn in der Tat verloren die Münchner nach einem 11:0-Lauf in der Anfangsphase beim Spielstand von 11:2 den Faden und ließen die bis dato unkonzentriert wirkenden Ulmer ins Spiel kommen.

Zur Pause stand es bereits 34:42 und es drohte die zweite Heimniederlage. Doch geführt von Foster und Center Jared Homan, der besonders in der Anfangsphase herausragte und auf insgesamt 21 Punkte und sechs Rebounds kam, stutzten die Münchner den "Spatzen" doch noch die Flügel.

"Wir haben in den entscheidenden Momenten die großen Würfe getroffen", lobte Homan seine Mannschaft und sah den Sieg als Bestandteil eines Prozess, den die Münchner durchmachen.

Ulm nicht wach genug

Auf der Gegenseite kritisierte Ulms Per Günther, mit 15 Punkten zweitbester Gäste-Scorer, die Konzentration seiner Mannschaft:

"Wenn man gegen einen Gegner wie München in kritischen Phasen ein, zwei Mal schläft, kann das schnell schief gehen. Diese Erfahrung mussten wir heute machen." (STENOGRAMME: 22. Spieltag)

Ulms Trainer Thorsten Leibenath bekannte: "Wir haben eine tollen Kampf gezeigt, sind aber umso trauriger, dass es nicht ganz gereicht hat."

Mit dem Erfolg steuert der FC Bayern weiterhin Richtung Playoffs, darf allerdings den Blick nach hinten nicht verlieren. Der Abstand zu Platz zehn beträgt weiterhin nur zwei Punkte.

Auswärtssiege folgen lassen

Mit dem neuen Selbstvertrauen forderte Hoeneß nach dem Sieg offen mehr "Mia-san-mia" der Münchner auf Reisen.

"Es muss sich ändern, dass wir mit mehr Selbstvertrauen zu den Auswärtsspielen fahren, denn wir müssen unbedingt die Playoffs schaffen", sagte der 60-Jährige.

Bauermann forderte bei der Auswärtsmisere dagegen Geduld: "Wenn man immer weiter an diesem Ast sägt, dann bricht er irgendwann."

Frankfurt und Hagen warten

Zumindest die Spieler schienen nach dem Sieg im Spitzenspiel Hoffnung auf ein baldiges Ende der Auswärtsschwäche zu haben.

"Besonders auswärts werden wir die Energie nach diesem Spiel mitnehmen", zeigte sich zumindest Doreth im FCB-Kader optimistisch.

Dazu haben die Münchner mit zwei Auswärtsspielen in Folge bei den Fraport Skyliners und Phoenix Hagen gleich Gelegenheit, ihr neues Selbstvertrauen unter Beweis zu stellen.

Danach kommt es im Audi Dome zum nächsten Knaller gegen die Artland Dragons. Uli Hoeneß wird hoffen, nicht erneut alles auf die Karte Heimspiel setzen zu müssen.

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