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"Sasa" Nadjfeji (u.) erzielte zehn Punkte, sein Gegenüber "Tez" Robertson (o.) elf © imago

Die herbe Bruchlandung in Frankfurt lässt München in der Tabelle abrutschen. Coach Bauermann will ein Kopfproblem erkannt haben.

München - Uli Hoeneß als ausgewiesenen Basketball-Experten zu bezeichnen, geht wahrscheinlich etwas zu weit.

Mit der Bundesliga-Arithmetik kennt sich der Bayern-Präsident allerdings aus, nicht nur im Fußball.

Mit einer desaströsen Auswärtsbilanz wie die der Münchner Korbjäger sinken die Chancen auf eine erfolgreiche Saison in der Beko BBL von Woche zu Woche.

Und so kam Hoeneß bereits vor der zehnten Pleite im elften Spiel in fremder Halle bei den Fraport Skyliners (49:68) (Bericht) zum Schluss: "Da müssen wir schon noch zwei oder drei gewinnen, wenn wir in die Playoffs wollen."

"Der Druck gehört dazu"

Wie das gelingen soll, weiß Coach Dirk Bauermann derzeit nicht so genau.

Die Vorstellung in Frankfurt bezeichnete er als "nicht akzeptabel", brachte aber gleich Verständnis für seine Mannschaft auf.

"Das 'mia san mia' haben die Basketballer noch nicht verstanden. Der Druck, für diese Weltmarke unterwegs zu sein, gehört ständig dazu", sagte der frühere Nationaltrainer und stellte nach der katastrophalen Leistung in Frankfurt klar:

"Das zeigt, dass die Mannschaft ein Problem hat, auswärts mit dem Druck im Kopf zurechtzukommen."

[kaltura id="0_q3737vss" class="full_size" title="M nchen geht gegen Frankfurt unter"]

Kazurin lobt sein Team

Nichtmals über 50 Punkte erzielten die Münchner und blieben mit einer Trefferquote von unter 30 % aus dem Feld weit hinter ihrem Schnitt zurück.

Gleichzeitig bedeutete das 49:68 aus Sicht der Bayern die höchste Saisonniederlage, die die Mannschaft ausgerechnet beim zweitschlechtesten Heimteam der Liga einstecken musste.

Für die Fraport Skyliners war es in der laufenden Saison der erst vierte Erfolg in eigener Halle, der aufgrund der geschlossenen Mannschaftsleistung auch in seiner Höhe verdient war. (STENOGRAMME: Der 23. Spieltag)

"Wir haben nicht das kompletteste Team, haben nicht so viele Scorer wie andere Mannschaften, aber was wir haben ist Herz!", lobte Frankfurts Trainer Muli Kazurin die wohl wichtigste Eigenschaft einer Mannschaft, um erfolgreich zu sein.

Dem Höhenflug folgt die Bruchlandung

Die Niederlage in Frankfurt folgte ausgerechnet einer Galavorstellung in eigener Halle.

Gegen das Überraschungsteam aus Ulm hatten die Bayern ihren elften Sieg im zwölften Heimspiel gefeiert - mit Uli Hoeneß mittendrin (Bericht).

Matchwinner Je'Kel Foster war seinem obersten Boss vor Freude gar völlig verschwitzt in die Arme gesprungen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

In Frankfurt zeigte die Mannschaft ein völlig anderes Gesicht. Gegen die gut eingestellten Hessen mangelte es München oft an Ideen.

Zu große Last?

Die Bayern tragen schwer an der Last, ein Ableger der polarisierenden Fußballer zu sein.

Erst zum zweiten Mal in dieser Saison war die Halle in Frankfurt ausverkauft.

"Wir sind aber eine Mannschaft, die sich diese Aufmerksamkeit und diese Zielscheibe auf dem Rücken noch nicht verdient hat", meinte Bauermann.

ALBA schlägt Artland

Anders als Meister Brose Baskets Bamberg, der Inbegriff der Bundesligakonstanz.

Der Spitzenreiter hatte gegen das Schlusslicht aus Göttingen nie Probleme und gewann 101:68.

Auch Verfolger Ulm hatte sich von der Niederlage in München erholt und besiegte Bremerhaven 98:71.

ALBA Berlin wahrte als Tabellenvierter den Anschluss mit einem 94:70-Sieg im Verfolgerduell gegen die Artland Dragons.

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