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David Holston (l.) rangiert mit 16,7 Punkten pro Spiel auf Platz zwei der besten Scorer © imago

Beim Match der Bamberg-Verfolger stehen die kleinen Guards im Fokus. Leibenath steht vor der Rückkehr, Artland plagen Sorgen.

Von Ronald Maior

München - Die "Drachen" begrüßen die "Spatzen", der Sieger jagt "Freak City".

Wenn die Artland Dragons am Samstag mit ratiopharm Ulm das Überraschungs-Team der Beko BBL empfangen, erwarten die Zuschauer in der Artland-Arena ein Duell der Superlative (ab 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1).

Mit dem Tabellen-Zweiten und dessen Verfolger treffen die ärgsten Jäger von Klassenprimus Brose Baskets Bamberg aufeinander. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Wenn wir im Artland gewinnen, haben wir drei Siege Vorsprung auf eines der vielleicht am tiefsten und qualitativ am besten besetzten Teams der Liga?, blickt Ulms Trainer Thorsten Leibenath voraus.

Die Teams der Stunde

Tatsächlich steht ratiopharm Ulm bereits seit Weihnachten unangefochten auf dem zweiten Tabellenplatz der Beko BBL.

Nun könnten die "Spatzen" erstmals von den "Drachen" gefressen werden, wenn die Teams der Stunde in Quakenbrück die Klingen kreuzen.

Sowohl die Dragons als auch die Schwaben bestechen mit acht Siegen aus den letzten zehn Partien durch eine beeindruckende Konstanz.

Vor allem die Ulmer überraschen zunehmend, sahen sie einige Experten vor der Saison allenfalls als geheimen Playoff-Anwärter.

Plan A: Defense

Da zudem die beiden Rebound-stärksten Teams aufeinandertreffen, werden Verteidigungs-Liebhaber in der Artland-Arena auf ihren Geschmack kommen.

So gibt auch Ulms Coach Leibenath nur ein Ziel aus: "Verteidigung. Es kommt darauf an, dass wir dem Gegner keine einfachen Punkte gestatten dürfen und die Schnellangriffe vermeiden müssen."

Und der 36-Jährige ergänzt: "Wir benötigen eine möglichst komplette Team-Defense, die sich darauf konzentriert, die einfachen Punkte für die Dragons zu vermeiden. Alleine David Holston aus dem Spiel nehmen zu wollen, genügt nicht."

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Der Kleinste macht den Unterschied

Dabei wird es vor allen Dingen ausschlaggebend sein, wie sehr es den Schwaben gelingt, den Point Guard der Dragons aus dem Spiel zu nehmen.

Der 1,70 Meter große US-Amerikaner erzielt in dieser Spielzeit rund 17 Punkte und verteilt über sechs Assists, womit er in beiden Kategorien auf Platz zwei der Liga rangiert.

Wie wichtig Holston für sein Quakenbrücker Team ist, belegt die Tatsache, dass der Amerikaner bei drei der sechs Saisonniederlagen unter 13 Punkten gehalten wurde.

Das Duell der kleinen Point Guards

Für Ulms Leibenath kann die Defense nur über das Kollektiv funktionieren: "Da wir über zwei kleine Point Guards verfügen, die wir auf Holston abstellen können, erhoffe ich mir einen konditionellen Vorteil für uns."

Auf Ulmer Seite werden Per Günther und Tommy Mason-Griffin die Rolle der Holston-Bewacher übernehmen.

"Ihn müssen wir über das ganze Feld jagen und ihn müde machen", gibt Tommy Mason-Griffin die Marschroute vor.

Fünf Punkte für den Machtwechsel

Während die "Drachen" als beste Heim-Mannschaft der Beko BBL gegnerischen Teams über 92 Punkte pro Partie einschenken, reisen die "Spatzen" mit ausreichend Selbstbewusstsein ins Artland.

Lediglich vier Spiele verloren sie auf fremdem Parkett - nur Klassenprimus Bamberg verzeichnet bisher weniger Niederlagen.

Dennoch kann der Pokalsieger von 2007 durch einen Sieg mit fünf oder mehr Punkten Differenz die Ulmer vom zweiten Tabellenplatz verdrängen.

Für Artlands Co-Coach Tyron McCoy spielt dieser direkte Vergleich zunächst keine Rolle: "Wir müssen erst besser verteidigen als im Hinspiel. Dann machen wir uns darüber Gedanken."

Leibenath vor Rückkehr

Zusätzliche Brisanz erhält das Duell der Bamberg-Verfolger durch die Rückkehr von Thorsten Leibenath an die alte Wirkungsstätte.

Der Head-Coach trainierte den deutschen Vizemeister von 2006 zwei Jahre lang und freut sich "darauf, wieder alte Bekannte zu sehen".

Personalsorgen allenthalben

Allerdings stehen hinter den Kadern beider Teams in personeller Hinsicht noch Fragezeichen.

Während die Gäste auf den drittbesten Scorer, Power Forward Dane Watts, verzichten müssen, plagen die Quakenbrücker weitaus größere Sorgen.

Dragons-Head-Coach Stefan Koch musste zuletzt auf Kapitän Darren Fenn verzichten. Bryan Bailey zog sich in Moskau eine Muskelverletzung zu.

"Ein Einsatz von Bryan ist eher unwahrscheinlich. Bei David werden wir kurzfristig entscheiden, bei Darren sind wir eher optimistisch", sagt Koch.

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