Mit dem einmaligen Triple-Double haben sich Bamberg und Coach Fleming ein Denkmal gesetzt, stehen aber vor ihrer größten Hürde.

Drei Jahre, drei Double. Die Brose Baskets Bamberg haben trotz des Aufrüstens der nach Titeln dürstenden "Albatrosse " und der neuen, zahlungskräfigen Konkurrenz durch den FC Bayern Einmaliges geschafft und sich ein Denkmal gesetzt.

Archtitekt bei inzwischen acht Titeln - den Champions Cup eingerechnet - ist Trainer Chris Fleming, der nach seinem Wechsel aus dem beschaulichen Artland zunächst mit dem Erbe von Dirk Bauermann zu kämpfen hatte.

Doch seit Jahren dirigiert er nun ein Ensemble zu Spitzenleistungen, ohne dass Misstöne von einem der vielen Top-Akteure zu hören sind.

Nach außen ganz ruhig und immun gegen jede Euphorie, hat er der Bamberger Abwehrmentalität offensiven Schwung hinzugefügt.

[image id="b74606b9-63fa-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Mit dem gleichen Schwung muss der Amerikaner aber nun den wohl größten Umbruch vorantreiben.

"Die Karten werden neu gemischt, wir fangen wieder bei Null an" sagte er in der Stunde des Triumphes zu SPORT1 und hat damit mehr Recht als in den Vorjahren.

P.J. Tucker, wertvollster Spieler der Finalsserie gegen Ulm und Vize-MVP der Hauptrunde, dürfte nur schwer zu halten sein.

Noch schwerer ist die Lage bei den Deutschen: Tibor Pleiß steht vor dem Wechsel in die NBA, und auch der Vertrag seines neuen Nationalmannschaftskollegen Karsten Tadda läuft aus.

Bleibt nur noch Innenspieler Philipp Neumann, der in engen Spielen wie dem dritten Finale nicht Teil der Neuner-Rotation war.

Und das vor einer Saison, in der nur noch sechs Ausländer pro Spiel aufgestellt werden dürfen.

Nun käme eigentlich die beste Waffe der Bamberger ins Spiel - die von Manager Wolfgang Heyder gepriesene Scoutingabteilung mit dem ganzjährig im Ausland suchenden Brendan Rooney.

Doch die verblüffte vor allem durch ihre Arbeit auf kaum durchforsteten Feldern: Kyle Hines, der Finals-MVP von 2011, kam aus der zweiten italienischen Liga, Tucker aus Puerto Rico.

Kaum beachtete Deutschen aus dem Hut zu zaubern, die auch nur annähernd einen Beitrag von Pleiß? Größenordnung leisten können, ist schlichtweg unmöglich.

Hier sind ALBA mit drei und Bayern mit vier DBB-Korbjägern einfach besser aufgestellt und haben mit ihren Scheinen auch die besten Argumente, damit dies so bleibt.

Selbst Überraschungs-Finalist Ulm dürfte dank Per Günther und Sebastian Betz Bamberg etwas voraushaben.

Es wäre Bambergs größter Triumph, würden sie auch 2013 eine Trophäe in die Höhe recken und nicht wie die Chicago Bulls in den 90ern jeweils nach dem Threepeat im Mittelmaß versinken.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel