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Kapitän Jacobsen (l.) holt den Meistercup zum vierten, Finals-MVP Tucker (r.) zum ersten Mal © getty

Trotz Swann-Show: Die Franken gewinnen auch das dritte Finale gegen Ulm und bleiben Meister. Jacobsen trifft wieder den Big Shot.

Von Michael Spandern

Bamberg - Die Brose Baskets Bamberg haben Geschichte geschrieben und als erstes deutsches Team das dritte Double in drei Jahren perfekt gemacht.

Die Franken besiegten in den Finals der Beko BBL den Hauptrunden-Zweiten ratiopharm Ulm auch in Spiel 3 (571408Bilder) und fuhren durch den 97:95 (43:51)-Krimisieg nach 2005, 2007, 2010 und 2011 den fünften Meistertitel ein.

Bambergs beste Akteure beim neunten Playoff-Sieg in Folge waren Brian Roberts (16 Punkte, 6 Assists) und Reservist Peja Suput (15 Zähler, 5 Vorlagen). (STENOGRAMME: Playoff-Finale)

Swann mit irrer Dreier-Show

Bei den Ulmern hielt vor allem Isiah Swann mit 36 Punkten, davon acht Dreier, dagegen. Spielmacher Per Günther kam bis zu seinem foulbedingten Ausscheiden auf 17 Zähler. Der Pokalsieger von 1996 verpasste die die zweite Trophäe seiner Vereinsgeschichte klar.

"Wir haben es wieder geschafft, ein tolles Team auf die Beine zu stellen", sagte Nationalcenter Tibor Pleiß zu SPORT1, mochte aber seinen Wechsel zu den Oklahoma City Thunder noch nicht bekanntgeben: "Das ist Zukunftsmusik."

Sein Trainer Chris Fleming betonte aber einmal mehr, dass der 22-Jährige für den Sprung in die NBA reif ist.

Swann hat das heiße Händchen

Zwar gingen die ersten Zähler auf das Ulmer Konto, als Swann einen Korbleger abschloss. Aber Tibor Pleiß und P.J. Tucker befeuerten einen frühen Run der Gastgeber bis zum 10:2.

Die Ulmer setzten auf Tempo und antworteten mit einem 14:2-Zwischenspurt, den Per Günther in der siebten Minute aus der Ecke abschloss.

Swann verwandelte im dritten Versuch seinen dritten Dreier - 21:17. Und an der Seitenlinie trieb Coach Thorsten Leibenath die Schwaben unbändig nach vorn.

Tadda setzt defensive Akzente

MVP John Bryant stand dagegen neben sich. Sein unsportliches Foul ermöglichte Bamberg kurz vor Ende des ersten Abschnitts den 22:23-Anschluss.

Während die Bamberger nur einen ihrer ersten sechs Distanzwürfe trafen, blieben die "Spatzen" von außen brandgefährlich. Erneut Swann erhöhte auf 33:29 und ließ die Emotionen hochkochen, als er nach einem Ellbogenkontakt von Karsten Tadda theatralisch zu Boden sank.

[kaltura id="0_7jx4pxwk" class="full_size" title="Bamberg schreibt Geschichte"]

Bambergs Edel-Verteidiger Tadda trieb Swann kurz danach zu einem Offensivfoul und ließ auch Steven Esterkamp erfolgreich auflaufen.

Buzzer Beater von Ulms Nankivil

Auch Suput brachte von der Bank kommend wichtige Impulse für den Titelverteidiger, lieferte vor der Halbzeit neun Punkte, drei Assists und einen Blocked Shot gegen Bryant ab.

Aber dank Günther, der einen artistischen Korbleger verwandelte und einen Dreier einnetzte, sowie Keaton Nankivil, der mit der Sirene aus acht Metern traf, nahmen die Ulmer einen 51:43-Vorsprung mit in die Kabine. (DATENCENTER: Die Playoffs)

Spielmacher Anton Gavel, der wohl im Januar einen deutschen Pass erhält, brachte die Gastgeber zu Anfang des dritten Viertels heran. Im Fast-Break ließ er sich aber von Swann den Schneid abkaufen.

Tucker und Günther früh in Foulproblemen

Shooting Guard Swann erhielt in der Offensive endlich Unterstützung von Bryant, der nach Günthers Zuckerpass zum 60:50, der höchsten Führung der Partie, ablegte.

Binnen zwei Minuten verkürzten die Bamberger bis auf einen Zähler, ließen sich auch mit Fouls nicht vom Punkten abhalten - nur um das Momentum wieder zu verspielen: Tucker ließ sich von Bryant abräumen und tobte im Zurücklaufen derart, dass ihm die Schiris sein viertes Foul anhängten.

Doch auch Ulms Günther holte sich noch weit vor Ablauf des dritten Abschnitts sein viertes Foul ab, als er nach einem Ballverlust Slaughter vergeblich am Korbleger zu hindern versuchte. Unbeeindruckt davon versenkte Swann aus dem Gegenstoß heraus seinen sechsten Dreier zum 72:65.

Jenkins wendet das Blatt

Sechs Punkte Vorsprung nahmen die Gäste mit ins Schlussviertel, den die Bamberger aber binnen anderthalb Minuten ausradierten.

Knapp sechs Minuten vor dem Ende brachte Julius Jenkins die Franken erstmals nach der Halbzeit in Front, in der Folge ging die Führung hin und her.

Drei Minuten vor Schluss flog Günther mit dem fünften Foul vom Feld, obwohl er Pleiß nur leicht touchiert hatte.

Wieder ist der Kapitän zur Stelle

Und 50 Sekunden vor dem Ende brachte Captain Casey Jacobsen, der schon im Pokal-Halbfinale einen Big Shot versenkt hatte, die Franken mit einem Dreier 94:92 nach vorn.

Ein Alley-Oop von Brian Roberts auf Pleiß brachte die Halle zum Toben, und auch wenn die Bamberger sich einige Nachlässigkeiten erlaubten, konnten die Ulmer den historischen Triumph nicht mehr verhindern.

Und Pleiß war es vorbehalten, seinem Trainer Fleming die Bierdusche zu verpassen - gerade als der den Finals-MVP Tucker umarmte.

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