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Forward Konrad Wysocki spielte zwischen 2009 und 2012 bei Turow Zgorzelec in Polen © getty

Oldenburg rüstet auf und will an der Spitze "mitmischen", sagt Konrad Wysocki SPORT1. Auch LeBrons Schulfreund ist neu dabei.

Von Eric Böhm

München - Der große Gewinner des Transfer-Sommers der Beko BBL steht bereits fest: Die EWE Baskets Oldenburg haben mit ihren hochkarätigen Neuverpflichtungen für Aufsehen gesorgt.

Nach dem desaströsen Verpassen der Playoffs rüstete der Meister von 2009 innerhalb kürzester Zeit gewaltig auf und bediente sich sogar beim Liga-Dominator Brose Baskets Bamberg.

Ex-MVP Julius Jenkins schloss sich ebenso den "Donnervögeln" an wie Dru Joyce, Defensivspezialist Chris Kramer und der deutsche Nationalspieler Konrad Wysocki.

"Auf dem Papier sieht die Mannschaft unfassbar gut aus. Jetzt müssen wir aus diesem Potenzial eine geschlossene Mannschaft machen. Das sollte kein Problem sein", sagt Wysocki SPORT1.

"Es geht um das Gesamtpaket"

Der Flügelspieler kehrt nach drei Jahren aus Polen nach Deutschland zurück und entschied sich trotz lukrativer Angebote namenhafterer Klubs für Oldenburg.

In Anbetracht der neuen Ausländerregelung sind gestandene deutsche Spieler so gefragt wie lange nicht mehr, aber für Wysocki gab nicht nur ein Faktor den Ausschlag.

"Es geht ja um das Gesamtpaket. Man muss sich wohlfühlen. Auch frühere Kontakte spielen dabei eine Rolle. Ich will andere Klubs nicht schlecht machen, aber für mich war es die beste Entscheidung", sagt der 30-Jährige.

Polnische Vergangenheit

In Oldenburg soll die Polen-Connection mit Wysocki und dem neuen Coach Sebastian Machowski zum Erfolg führen. Auch Power Forward Ronald Burrell kam 2011 aus dem Nachbarland.

Machowski spielte einst für Wysockis ehemaligen Verein Turow Zgorzelec und holte als Pokalsieger in Kolobrzeg seinen ersten Trainer-Titel.

"Wir sind uns schon über den Weg gelaufen und kennen uns ganz gut. Ich habe bei Turow natürlich die Geschichten über ihn gehört ", erzählt Wysocki.

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Kein Duell mit Paulding

Machowski hat vor allem mit Low-Budget-Teams bemerkenswerte Erfolge gefeiert, jetzt könnte er regelmäßig Luxusprobleme bekommen.

Der erfahrene DBB-Akteur Wysocki spielt normalerweise Small Forward. Dort ist eigentlich der Publikumsliebling und ehemalige Finals-MVP Rickey Paulding gesetzt.

"Rickey hat in Oldenburg einen Rentenvertrag. Ihm seinen Star-Status streitig zu machen, ist absolut unmöglich. Ich versuche meine Stärken auf beiden Flügelpositionen einzubringen", bewirbt sich der Neuzugang auch für die Position 4.

Starke Neuzugänge

Dazu kommt der dynamische Jenkins, der gemeinsam mit Joyce (kommt aus Trier) Spielmacher Bobby Brown ersetzen soll.

Joyce spielte in der High School an der Seite von keinem Geringeren als NBA-MVP LeBron James und ging 2009/2010 auch schon einmal in Polen auf Korbjagd.

Der starke Verteidiger Kramer (aus Würzburg) ist vor allem für die zweite Guard-Position eingeplant. Der einstige College-Star der Purdue Boilermakers ist ein unermüdlicher Arbeiter.

Wysocki will oben angreifen

Diese Kadertiefe - Adam Chubb und Robin Smeulders bilden mit Burrell einen starken Frontcourt - muss sich vor keinem Team der Liga verstecken.

Auch nicht vor den großen Bs: ALBA Berlin steht mit dem neuen Coach Sasa Obradovic vor einem Neuaufbau, der FC Bayern München muss noch mehr BBL-Erfahrung sammeln und die Brose Baskets leiden unter ihrem personellen Aderlass.

"Oldenburg ist eine Basketball-verrückte Stadt. Die Fans sind Besseres gewohnt. Mit dem Kader ist vieles möglich. Ich hoffe, dass es für Bamberg mit dem Umbruch schwieriger wird und wir da mitmischen können", eröffnet Wysocki die Jagd auf den Serienmeister.

DBB-Team noch nicht abgehakt

Auch in der Nationalmannschaft hat Wysocki noch Ziele, obwohl er bei dem ersten Lehrgang des neuen Bundestrainers Svetislav Pesic nicht dabei war.

"Nach vielen Erfolgen ist es komisch, einmal nicht dabei zu sein. Es ist ein kleiner bitterer Beigeschmack da. Ich war immer stolz, Nationalspieler zu sein, und werde versuchen, mich mit Leistung anzubieten", stellt der Olympia-Teilnehmer von 2008 klar.

Ein freier Sommer kommt Wysocki aber in diesem Jahr sehr gut gelegen, denn erst einmal zählt für ihn der neue Verein: "Jetzt kann ich mich voll auf die neue Saison mit Oldenburg konzentrieren. Ich freue mich schon auf den Start."

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