"Müssen mit uns hart und schonungslos sein"
Von Eric Böhm
München - Trainerentlassung, Auftaktpleite und Hoeneß-Tirade: Beim FC Bayern München geht es derzeit drunter und drüber.
Der hochgehandelte Krösus der Beko BBL steht schon unmittelbar nach Saisonstart unter Erfolgsdruck.
Nach dem Debakel gegen Oldenburg ( Bericht) braucht das Team des neuen Coaches Yannis Christopoulos nun bei den LTi Gießen 46ers (Sa., 20 Uhr LIVESCORES) dringend einen Sieg, um wieder etwas Ruhe in den Klub zu bringen.
Die erfahrenen Akteure wie Ex-Nationalspieler Demond Greene sind besonders gefordert, sonst geraten die hohen Ziele schon früh in Gefahr ( Nachbericht: Chevy kontert Hoeneß).
Bei SPORT1 spricht der Shooting Guard über die Blamage des 1. Spieltages, den Trainerwechsel, die nächsten Aufgaben und bricht eine Lanze für Christopoulos.
SPORT1: Herr Greene, die Niederlage gegen Oldenburg war sicher nicht der Auftakt, den Sie sich gewünscht hatten. Waren die turbulenten Tage in der unmittelbaren Vorbereitung auf das Spiel zu viel für das Team?
Demond Greene: Ich glaube, das Spiel hatte mit der Entlassung von Dirk Bauermann nichts zu tun. Das sind zwei verschiedene Paar Stiefel. Trotzdem wurden wir überrannt. So einen Ausgang hatten wir alle nicht erwartet. Wir waren sehr motiviert und haben sehr aggressiv trainiert. Aus irgendwelchen Gründen war Oldenburg viel aggressiver und hat deutlich besser verteidigt. Sie haben uns den Schneid abgekauft und waren teilweise mit 30 Punkten vorn. Das ist nicht akzeptabel. ( STATISTIK: Stenogramme 1. Spieltag)
SPORT1: Von der prognostizierten Stärke unter dem Korb war nicht viel zu sehen. Oldenburg kam oftmals ungehindert zum Korb. Was hat da nicht gepasst?
Greene: Wir hatten uns einige Dinge vorgenommen, um das Pick and Roll zu verteidigen. Das ist uns nicht gelungen. Instinktiv hat man dann Angst gegen die Big Men zu helfen, weil dann vielleicht der eigene Gegenspieler punktet. Das ist ein Schneeballeffekt.
SPORT1: Präsident Uli Hoeneß hat gesagt, die Mannschaft wäre körperlich in einem schlechten Zustand. Wie bewerten Sie diese Aussage?
Greene: Das geht indirekt in Richtung Dirk Bauermann, da möchte ich nichts kommentieren. Fakt ist, mit dieser Mannschaft, egal in welchem Zustand wir sind, hätten wir den Auftakt gewinnen müssen.
SPORT1: Sie hatten eine sehr schwere Vorbereitung gewählt. Es gab gegen namhafte Gegner ausnahmslos Niederlagen. War das im Nachhinein die falsche Entscheidung? Hat der Mannschaft das Selbstvertrauen gefehlt?
Greene: Nein, das hat damit nichts zu tun. Wir wurden kalt erwischt. Trotzdem waren die Tests wichtig. Wir haben in dieser Saison viel vor und wollen oben mitspielen. Man sollte immer positive Sachen mitnehmen. Da kann ich nur sagen: Lieber verliere ich das erste Spiel, als das letzte. (DIASHOW: Der SPORT1-Favoritencheck)
SPORT1: Jetzt geht es zum Auswärtsspiel nach Gießen. Was kann man in den wenigen Tagen bis zum nächsten Spiel überhaupt machen und verbessern? ( DATENCENTER: Der Beko-BBL-Spielplan)
Greene: Es ist gut, dass wir am Wochenende gleich die Chance haben, in einer fremden Halle das zu machen, was Oldenburg gegen uns gelungen ist. Ich habe schon viele Spiele verloren. Es war blamabel. Wir müssen mit uns selbst hart und schonungslos sein. Wir müssen Mann genug sein, die Fehler einzusehen. Daraus müssen wir lernen und in Gießen besser aussehen.
SPORT1: Yannis Christopoulos hat sein erstes Spiel als Head Coach bestritten. Wie passt die Abstimmung mit der Mannschaft? Was macht er anders als Dirk Bauermann?
Greene: Es ist ähnlich wie bei Spielern. Jeder Trainer ist anders und hat eigene Vorstellungen. Er macht seine Aufgabe gut. In Anbetracht der schwierigen Situation ist er der richtige Mann für uns. Denn er kennt die Mannschaft seit einem Jahr. Ich glaube, es wäre noch schwieriger, wenn ein neuer Mann gekommen wäre. Ich bin zuversichtlich, dass wir mit ihm erfolgreich sein können. Dieses Gefühl haben auch die anderen Spieler.