Heyder attackiert Hoeneß: "Hat es noch nie gegeben"
München - Wolfgang Heyder vom Deutschen Meister Brose Baskets Bamberg hat Bayern München und Uli Hoeneß scharf kritisiert.
Der Manager hat kein Verständnis für die öffentliche Abrechnung des Präsidenten mit dem entlassenen Trainer Dirk Bauermann.
"So etwas hat es im Basketball noch nie gegeben, und das braucht auch niemand", sagte Heyder der "Süddeutschen Zeitung".
Hoeneß hatte Bauermann am Mittwoch nach der Auftaktniederlage in der Bundesliga ( Bericht) bei SPORT1 in ein schlechtes Licht gerückt ( VIDEO: Hoeneß rechnet mit Bauermann ab).
"Diese sonderbare Kultur"
Der Bayern-Boss unterstellte dem früheren Bundestrainer, dass er die Mannschaft nicht intensiv genug trainiert und fernab des Platzes nicht im Griff gehabt habe.
"Für mich ist das extrem störend und ablehnenswert, wie hier eine Person und ein Mensch demontiert wird", sagte Heyder. "Das ist unanständig."
Vor allem die Art und Weise, wie der Boss des Konkurrenten aus der Beko BBL mit Bauermann umgegangen ist, hat Heyder missfallen ( DATENCENTER: Der Beko-BBL-Spielplan).
"Es sind ja schon früher in der BBL Trainer entlassen worden - aber diese sonderbare Kultur, dann so etwas in der Öffentlichkeit auszutragen und auszubreiten, die ist neu und tut dem Basketball überhaupt nicht gut."
Heyder: Verein trägt Mitschuld
Dass sich die Spieler der Bayern privat Eskapaden geleistet hätten, habe nicht allein im Verantwortungsbereich des Trainers gelegen.
"Wieso geht da in München der Verein nicht klarer dazwischen? Der Trainer muss mit Spielern sportlich streiten, das sind harte Konflikte. Nein, da hätten die Bayern drastisch eingreifen und ihren Trainer schützen müssen", sagte Heyder.
Zuletzt hatte sich Heyder bei SPORT1 bereits über die Art und Weise der Entlassung geäußert ( Bericht). Der ehemalige Bundestrainer sei "von hinten durch den Rücken eliminiert" worden: "Das Wie stört mich."
Zu viele Kompromissse
Der Manager hat in Bamberg von 2001 bis 2008 mit Bauermann zusammengearbeitet, vor zwei Jahren wäre er ihm fast nach München gefolgt (DIASHOW: Der SPORT1-Favoritencheck).
Seine Zusage habe er auch zurückgenommen, weil sich die Klubspitze der Bayern zu sehr in sportliche Belange einmische: "Für mich war damals zu undurchschaubar: Wer hat da wirklich das Sagen, wie werden am Ende die Kompetenzen verteilt? Ich hätte zu viele Kompromisse mit zu vielen Personen eingehen müssen."