Bayern kriegt Last-Second-Watschn
Aus dem Audi Dome berichtet Michael Spandern
München - Die Artland Dragons haben dem FC Bayern die nächste Watschn verpasst: Sieben Tage nach der Auftakt-Blamage in der Beko BBL gegen die EWE Baskets Oldenburg verloren die Münchner ihr zweites Heimspiel in letzter Sekunde mit 85:87 (35:38).
Damit dürfte auch die Luft für Dirk Bauermanns Nachfolger Yannis Christopoulos auf der Trainerbank dünner werden, schließlich gewannen die Quakenbrücker zuvor kein Spiel. Auch die Fans wenden sich ab: Mit 4.419 Zuschauern war der Audi Dome nicht mal zu zwei Dritteln gefüllt.
Taylor und Haynes herausragend
Bei den Dragons, die den FCB im Mai im Playoff-Viertelfinale ausgeschaltet hatten, ragten die Neuzugänge Bryce Taylor mit 16 Punkten (darunter der entscheidende Wurf) und MarQuez Haynes mit 20 Zählern heraus.
Die Münchner hatten ihre erfolgreichsten Korbjäger in Center Jared Homan (13 Punkte, zehn Rebounds) und im Ex-Quakenbrücker Tyrese Rice (16 Zähler, acht Assists).
Bei den Dragons regieren die Kleinen
Die Bayern, die wochenlang auf den knieverletzten deutschen Nationalspieler Jan Jagla verzichten müssen ( News), begannen wie zuletzt mit Spielmacher Rice, Top-Transfer Yotam Halperin, Brandon Thomas, Lawrence Roberts und dem umstrittenen Nachtschwärmer Homan, dessen Weiterpflichtung Bauermann dem Vernehmen nach ablehnte.
Power Forward Roberts erzielte die ersten drei Punkte der Partie, doch die Gäste ließen sich nicht einschüchtern und drehten durch ihren Backcourt den Spieß zum 22:15 in der achten Minute um ( DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).
Die Dragons schraubten ihre Führung durch einen Dreier des nachverpflichteten Letten Kristaps Valters Mitte des zweiten Abschnitts auf 32:22, doch dann schaltete Rice einen Gang hoch (DIASHOW: Der SPORT1-Favoritencheck).
Die Deutschen halten Bayern im Rennen
Rebound, Ballgewinn und acht Punkte trug der aus Litauen geholte Ex-Drache zum 11:2-Run bei, den Demond Greene mit einem Drei-Punkt-Spiel zum 33:34 vollendete.
Die Wende schafften die Bayern aber auch im dritten Viertel nicht, da Abstimmungsprobleme im Angriff zu vier Ballverlusten in fünf Minuten führten. Artland schlug Kapital daraus und setzte sich mit sechs Punkten nacheinander auf 52:43 ab.
Die Deutschen rüttelten das Christopoulos-Team wach: Greene traf aus der linken Ecke, Robin Benzing aus acht Metern einen Dreier.
Roberts-Dreier gleicht Partie aus
Doch dann ließ sich zunächst Kapitän Steffen Hamann beim Korbleger, dann der zögerliche Roberts nach Offensivrebound abblocken.
"Auf geht's, Bayern: kämpfen und siegen", schallte es von den Rängen, und vor allem Homan ließ Taten folgen. Doch es war Roberts, der per Dreier einen 9:2-Zwischenspurt zum 60:60 abschloss.
Nach einem Valters-Dreier nahm Quakenbrück dennoch drei Punkte Vorsprung mit ins Schlussviertel, den sie durch Distanzwürfe verteidigten und sogar auf 74:66 (35.) ausbauten.
Halperin trifft zur Führung
Mit 10:2 Punkten glich der FCB aber binnen zwei Minuten aus. Halperin traf nach Rice-Zuspiel aus der Distanz zum 76:76. Dem Israeli gelang von derselben Stelle sogar die 79:78-Führung, die erste der Bayern seit dem ersten Viertel.
In der hektischen Endphase überboten sich beide Teams mit Fehlpässen und unüberlegten Abschlüssen. 22 Sekunden vor Schluss war Dragons-Center Anthony King frei - und brachte die Gäste wieder nach vorn.
Rice trat im Gegenzug für die Münchner an, scheiterte in Bedrängnis beim Korbleger, aber Roberts stopfte den Abpraller zum Ausgleich in den Korb. In den verbleibenden zwei Sekunden spielte Quakenbrück Taylor in der rechten Ecke frei - und der versetzte Bayern den Dolchstoß.
Ray führt Ulm zum Sieg
Vizemeister ratiopharm Ulm holte indes dank einer überragenden Vorstellung von Allan Ray den zweiten Sieg ( STENOGRAMME: 3. Spieltag)
Die Mannschaft von Trainer Thorsten Leibenath setzte sich in einem überraschend engen Spiel beim Ligaschlusslicht Eisbären Bremerhaven mit 88:82 (41:39) durch.
Mann des Abends war Guard Ray, dem 31 Punkte gelangen. Daneben gänzte auch sein Teamkollege John Bryant, der mit 18 Punkten und 14 Rebounds auch im dritten Spiel ein Double-Double erzielte.
Bayreuth neuer Spitzenreiter
Neuer Spitzenreiter ist vorerst BBC Bayreuth, der sich bei den Telekom Baskets Bonn mit 78:70 (31:36) durchsetzte und weiterhin eine makellose Bilanz aufweist.
In den anderen Begegnungen besiegten die s.Oliver Baskets Würzburg die LTi Giessen 46ers mit 87:75 (46:44), Phoenix Hagen gewann gegen die New Yorker Phantoms Braunschweig 89:78 (46:32) und die Frankfurt Skyliners unterlagen dem Mitteldeutschen BC 68:71 (32:34).