Berlins Pensum wird zum Knackpunkt
Hallo Basketball-Freunde,
sechs Spieltage sind absolviert und man kann sehen, dass einiges an Breite in der Beko BBL vorhanden ist.
Natürlich zeichnet sich an der Spitze eine gewisse Tendenz ab, aber es wird sicher noch die eine oder andere Überraschung und Mannschaften geben, die einen zweiten oder dritten Schub bekommen.
Die Trierer beispielsweise haben sich bislang richtig gut verkauft und das konnte man - auch wenn dort schon in den vergangenen Jahren gute Arbeit geleistet wurde - nicht unbedingt erwarten.
Auch Oldenburg habe ich vor der Saison nicht ganz so stark gesehen. Ich habe zwar erwartet, dass sie über ein besseres Teamgefüge als zuletzt verfügen und dementsprechend auch besser spielen würden. Aber dass sie so gut dastehen, hätte ich nicht gedacht.
Bei den Ulmern sieht man nach wie vor, dass Trainer Thorsten Leibenath unglaublich gute Arbeit leistet, und sie haben bislang bewiesen, dass sie keine Eintagsfliege sind.
ALBA Berlin hingegen fand ich nur zu Beginn recht stark. In den letzten Spielen hatte ich den Eindruck, dass das hohe Pensum zum Knackpunkt wird. Die Berliner haben alle drei Tage Programm und das kann - ähnlich wie bei den Bambergern - zum Problem werden.
Eine richtige Enttäuschung gab es meiner Ansicht nach bislang aber noch nicht.
Auch die Bayern haben es geschafft, sich aus dieser schwierigen Situation nach der Entlassung von Trainer Dirk Bauermann zu befreien.
Nach dem holprigen Saisonstart stabilisieren sie sich allmählich, der Sieg in Bayreuth war ein weiteres Zeichen.
Gerade solche Spiele in einer hitzigen Atmosphäre und gegen einen Gegner, der einen Lauf hat und sehr heimstark ist, zu gewinnen, zeugt von einem Entwicklungsschritt. Den haben die Münchner gemacht. Sie haben bewiesen, dass sie an der Kritik nach dem schwachen Start nicht zerbrochen sind.
Aber sie sind natürlich noch lange nicht am Limit. Immerhin verfügen sie über exzellente Spieler und haben mit Aleksandar Nadjfeij beispielsweise noch einen siebten Ausländer, der mehr als nur Bundesliga-Qualität besitzt.
Vom Potenzial der Spieler her traue ich es den Bayern auf jeden Fall zu, dass sie unter den ersten Fünf landen.
Bis bald,
Euer
Patrick Femerling
Patrick Femerling, geboren 1975, ist aktuell mit 221 Einsätzen von 1996 bis 2009 Rekordspieler in der deutschen Nationalmannschaft. Mit dem DBB-Team gewann er WM-Bronze 2002 und EM-Silber 2005. Er wurde Meister und Pokalsieger in Deutschland, Spanien und Griechenland.