Durch Pesic' Wechsel nach München stehen der DBB und das Nationalteam erneut als Verlierer da - was kein gutes Zeichen sein kann.

Es war nur eine Frage des Zeitpunkts, wann Yannis Christopoulos seinen Stuhl als Head Coach des FC Bayern räumen muss.

Der junge Grieche war nie der starke, charismatische Trainer, den der FCB braucht. Und ein Übergangsjahr, bis ein erfahrener Recke den Kader aufrüttelt und neu sortiert, will sich ein Verein von Weltruf nicht leisten.

Nach der peinlichen Heimschlappe gegen den Tabellen-16. Braunschweig, erst recht aber nach den neuerlichen Disziplinproblemen mit Center Jared Homan (Bericht), waren nun Anlässe gegeben, die Reißleine zu ziehen.

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Zwar bestritt Präsident Uli Hoeneß, dass der FC Bayern nach der Bauermann-Entlassung vor Saisonbeginn auf der Stelle trete: Christopoulos habe das Team "auf das physische Niveau gebracht, das wir erwarten", meinte er. Zudem habe es "unter der Führung von Yannis nicht Undiszipliniertheiten en masse" gegeben.

Doch es ist kein Geheimnis, dass gerade der mächtige Klub-Boss sich einen Mann gewünscht hat, der sowohl nach innen als auch nach außen Autorität ausstrahlt.

Und er hat ihn gefunden - wieder mal beim Deutschen Basketball-Bund, der schon seinen vorigen Bundestrainer Bauermann im Tauziehen mit den Münchnern verlor.

Bereits unmittelbar nach dessen Rauswurf in München Ende September war zu hören, dass Pesic senior der Wunschkandidat sei.

Und Pesic' Zögern, nach der perfekten EM-Qualifikation die Angebote des DBB für einen langfristigen Vertrag anzunehmen, legen den Verdacht nahe, dass die Münchner längst ihre Angel ausgeworfen hatten - und nicht erst nach dem Braunschweig-Spiel die Drähte heißliefen, wie die Bayern nun beteuern.

Dass der letztjährige Viertelfinalist und momentane Tabellenneunte erneut mehr Anziehungskraft hat als der Verband und das Nationalteam, kann kein gutes Zeichen für diesen Sport sein.

Ebensowenig, dass sich nun eine Rückkehr des just von Hoeneß nach allen Regeln der Kunst demontierten Bauermann auf den Bundestrainer-Stuhl anbahnt.

Wie um seinen ungeliebten Vorgänger eine Rückkehr madig zu machen, redete Pesic den eminent bedeutsamen Bundestrainer-Posten zu seinem endgültigen Abschied klein: "Ich will weiter Trainer sein und nicht irgendein Verwalter."

Bleibt zu hoffen, dass sein Nachfolger während der EM 2013 von Pesic gut trainierte Spieler verwaltet. Sollten nämlich Benzing, Jagla und Co. im Deutschland-Trikot nicht für Furore sorgen, gerät der hiesige Basketball noch mehr in die Fänge des FCB.