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Günther (v.) wurde 2011/12 mit dem Pascal Roller Award zum beliebtesten Spieler gekürt © getty

Gegen Ulm gelingt den Münchnern ein hauchdünner Heimsieg. Kapitän Steffen Hamann ist neben Ex-Ulmer Robin Benzing der Held.

Vom FC Bayern berichtet Eric Böhm

München - Ein erhofftes Geschenk hat Präsident Uli Hoeneß zu seinem 61. Geburtstag erhalten.

Sein FC Bayern München bezwang zum Abschluss der Hinrunde den Südrivalen ratiopharm Ulm - die Mannschaft seiner Heimatstadt - mit 80:78 (34:38) und feierte den sechsten Sieg in Folge.

Kapitän Steffen Hamann gelang am Ende des dramatischen Thrillers der entscheidende Treffer. Damit überholte der FCB die Ulmer in der Tabelle.

Auf Seiten der Bayern ragten der Ex-Ulmer Robin Benzing mit einem Double-Double (14 Punkte, 13 Rebounds) sowie Jared Homan (20 Zähler) heraus. Für die Gäste überzeugte Allstar Per Günther (10 Punkte).

Roberts fehlt FCB

Im mit 6700 Zuschauern aus allen Nähten platzenden Audi Dome legten zwei der offensivstärksten Teams der Beko BBL nur phasenweise das erhoffte Feuerwerk hin.

Bayern begann mit der inzwischen gewohnten Startformation um Nationalspieler Benzing, musste aber wegen einer Grippe auf Top-Rebounder Lawrence Roberts (6,6 pro Spiel) verzichten.

Trotzdem suchte die Mannschaft von Trainerfuchs Svetislav Pesic sofort den Weg zum Korb über ihre starken Big Men Chevon Troutman (17 Punkte) sowie Homan und zeigten sich auch von draußen treffsicher (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Schwethelm dreht auf

Angetrieben von etwa 500 lautstarken Anhängern nahm Ulm den offenen Schlagabtausch mit reihenweise Schnellangriffen an. Allan Ray erzielte ihre ersten neun Punkte.

Der vom FCB ausgeliehene Philipp Schwethelm (11 Zähler) führte sich nach seiner Einwechslung gleich mit einem Dreier und vielen guten Aktionen ein.

Dennoch kam sein Team erst gegen die Reservisten der Gastgeber um den bisher enttäuschenden Israeli Yotam Halperin besser ins Spiel. Nach dem ersten Viertel stand eine 19:18-Führung zu Buche.

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Troutman trägt Bayern

Der Vize-Meister behauptete bis zur Pause eine knappe Führung, obwohl MVP John Bryant ohne Punkte blieb. Ray (17 Punkte), Schwethelm und Point Guard Günther übernahmen Verantwortung.

Nachdem beide Kontrahenten die Pokal-Qualifikation bereits vor der Partie in der Tasche hatten, zog die Partie vor allem aus der regionalen Komponente ihre Brisanz.

Die Münchner hielt hauptsächlich der starke Troutman in Schlagdistanz. Topscorer Tyrese Rice kam trotz bereits 6 Assists in der ersten Hälfte nicht in Schwung.

Benzing wacht nach der Pause auf

Auch der zuletzt überragende Benzing hatte zunächst nur wenig Wurfglück, der Forward überzeugte aber in der Verteidigung und an den Brettern.

Trainer des Jahres Thorsten Leibenath hatte seine Ulmer gut auf das Tempospiel der Bayern eingestellt. Günther und sein kraftvolle Backup Lance Jeter (15 Zähler) attackierten die FCB-Guards.

Mitte des dritten Viertels schaffte der unermüdlich kämpfende Benzing mit einem persönlichen 5:0-Lauf dennoch den Ausgleich zum 49:49.

Günther trifft und muss raus

Das war der Startschuss für die "Roten Riesen". Zunächst gelang dem immer stärker werdenden Homan die Führung, Brandon Thomas (16 Punkte) setzte mit einem Dreier plus Freiwurf nach einem Foul noch einen drauf.

Wie schon in der ersten Hälfte war in dieser Phase aber wieder Schwethelm zur Stelle. Der Scharfschütze schoss die Schwaben wieder in Führung.

Günther legte einen Dreier nach, musste nach einem harten Foul durch Rice mit Knöchelproblemen ausgewechselt werden - kam aber wenig später zurück.

In die letzten zehn Minuten ging es mit einem knappen 62:59-Vorsprung der Ulmer. Der Liga-Krösus kam über seine großen Leute aber umgehend zurück (NEWS: Alles zum Basketball).

Krimi in der Schlussphase

Die spannende Partie blieb bis in die Schlussphase umkämpft. Mitte des Abschnitts gelang wieder Benzing per Dreier ein Big Point zum 71:67 für die Bayern.

Ulm gab nicht auf, der bis dahin völlig abgemeldete Bryant (5 Zähler) traf endlich einmal und Dane Watts sorgte mit einem spektakulären Dunking für den 76:77-Anschluss.

Nach einem Korb von Ray sorgte Publikumsliebling Hamann mit seinem einzigen Treffer aus dem Feld für das 79:78 - Jeter unterlief danach der entscheidende Ballverlust.

Rice traf im Anschluss nach einem Foul nur einen Freiwurf (sein erster Punkt), Ulm brachte aber keinen Wurf mehr zustande.