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Steffen Hamann (l.) spielte beim sechsten Sieg unter Pesic 21, Homan 30 Minuten © getty

Seine Magie wirkt, doch der FCB-Trainer sieht beim Sieg gegen Ulm "nicht viel Qualität". Hamann erhält eine Liebeserklärung.

Vom FC Bayern berichtet Eric Böhm

München - Langsam fruchtet die Magie des Svetislav Pesic.

Der FC Bayern München hat beim 80:78-Krimi über ratiopharm Ulm (Spielbericht) nicht nur den sechsten Sieg in Folge geschafft, sondern auch erstmals in dieser Saison ein Topteam der Beko BBL geschlagen.

Trotz dem Vormarsch auf den dritten Tabellenplatz sieht die Trainerlegende sein namhaftes Ensemble selbst aber noch lange nicht unter der Liga-Elite.

"Wir sind noch kein Spitzenteam. Dafür fehlt uns noch die Konstanz. Das hat man heute gesehen. Wir haben nicht viel von unserer Qualität gezeigt. Wir sind aber auf dem richtigen Weg", bilanzierte Pesic.

FCB selbstbewusst

Dennoch bewies seine Mannschaft am 61. Geburtstag des Vereinspräsidenten Uli Hoeneß, dass die Verpflichtung des Serben eine goldrichtige Entscheidung war.

Ohne ihren besten Rebounder Lawrence Roberts (Grippe) und trotz einer unterdurchschnittlichen Leistung des ebenfalls angeschlagenen Topscorers Tyrese Rice (1 Punkt, 8 Assists) erkämpften die Münchner in einem knappen Kracher den Erfolg. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

"Das sagt viel aus. Bei uns kann jeder punkten. Unser Selbstvertrauen steigt mit jedem gewonnenen Spiel. Es geht aufwärts", sagte der gut aufgelegte Forward Brandon Thomas.

Schwächen beseitigt

Genau dieser Glaube an die eigenen Stärken gegen starke Kontrahenten schien unter Pesics Vorgängern oftmals zu fehlen.

Wenn früher der Go-to-Guy nicht in Schwung kam oder negative Aktionen passierten, versteckte sich die Truppe häufig und brach ein.

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"Das ist im Basketball entscheidend. Nicht die Taktik oder einzelne Spieler geben den Ausschlag. Es ist der Glaube. Wenn der fehlt, kannst du nicht erfolgreich sein", bestätigte Pesic.

DBB-Stil auch in München

Diese breite Brust in kurzer Zeit zu vermitteln, ist nach vielen Jahren im Geschäft vielleicht die größte Stärke des 63-Jährigen.

Wie im Sommer bei der Nationalmannschaft blühen nun auch in München einige seiner zuvor oftmals hart kritisierten Schützlinge auf.

Robin Benzing kam zwar wegen einer schwächeren Wurfquote nicht ganz an seine Ausbeute aus den vergangenen Wochen heran, war aber dank 13 Rebounds und einer kämpferisch erstklassigen Leistung trotzdem einer der Matchwinner.

[kaltura id="0_nc11ohey" class="full_size" title="Die Highlights des 17 Spieltags"]

"Heute hätte er sich ruhig zurückhalten können, aber ich freue mich für Robin. Er hat sich durch eine schwierige Zeit gebissen. Das macht große Spieler aus", lobte der Ulmer Nationalmannschaftskollege Per Günther.

Günther schaut zu

Die dramatische Endphase erlebte der Gäste-Spielmacher trotz gewohnt guter Leistung nur von der Bank aus. Sein Team gab mit drei Ballverlusten den möglichen Sieg aus der Hand.

"Das war eine taktische Entscheidung. Lance Jeter hatte bis dahin sehr gut gespielt. Das war schon sehr bitter", sagte Günther. Jeter unterlief ein entscheidender Turnover.

Auch wegen der missglückten Maßnahme des Ulmer Coaches Thorsten Leibenath wurde Bayern-Kapitän Steffen Hamann mit seinem Treffer unverhofft zum Helden.

"Er holt immer alles aus sich heraus. Nach ihrer Führung attackierte er sofort den Korb. Das liebe ich an ihm. Mit seinem gezogenen Foul hat er uns dann das Spiel endgültig gerettet", bestätigte Thomas.

Homan bremst Bryant

Zudem gelang dem FCB eine ausgezeichnete Leistung gegen MVP John Bryant, der nur zwei seiner zehn Würfe verwandelte. Dafür war in erster Linie Jared Homan verantwortlich.

Der als Nachtschwärmer bekannte Center (20 Zähler) band seinen Gegenspieler in der Abwehr und gestattete ihm im Angriff kaum Freiräume.

"Du musst ihn aus der Zone raushalten und bei seinen Würfen von draußen dranbleiben. Das Pick-and-Roll mit Günther ist gefährlich. Die Jungs haben mich gut unterstützt", erklärte Homan.

Schwethelm will Revanche

Einen besseren Tag als Bryant hatte trotz der Pleite Philipp Schwethelm erwischt. Der von Bayern ausgeliehene Dreierspezialist zeigte bei seiner Rückkehr eine starke Leistung.

"Ich hatte mich sehr darauf gefreut und war besonders motiviert. Schade, dass es nicht gereicht hat. Die Bayern legen bei Coach Pesic aber auch ein schönes Tempo vor. Das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht", sagte Schwethelm.

Im Sommer wird er wohl nach München zurückkehren, eine Kampfansage hatte er für das Rückspiel in drei Wochen dennoch parat: "Da gibt es die Revanche."

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