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Center John Bryant (r.) wechselte 2010 von den Erie BayHawks zu Ulm in die BBL © getty

Allstar-MVP John Bryant spricht im SPORT1-Interview über seine Awards, Ulms Ambitionen und Antipathien zu Bayern München.

Aus Nürnberg berichtet Michael Spandern

Nürnberg - Selten genug sind schwergewichtige Center König des Spektakels.

Doch John Bryant, Ulms zottelmähniger Bär in der Mitte, holte sich in Nürnberg bereits zum zweiten Mal die Trophäe als wertvollster Spieler des Beko BBL Allstar Games (664894DIASHOW: Die Bilder des Allstar Games).

19 Punkte und sechs Rebounds trug der 25-Jährige zum erneuten, ungefährdeten Sieg der besten Bundesliga-Ausländer über das Team National (Bericht) bei.

Im SPORT1-Interview sprach "Big John" anschließend über seine Awards, die Ambitionen von ratiopharm Ulm und Antipathien zwischen Ulmern und Münchnern.

Und er blickt auf den Euroleague-Kracher bei Galatasaray Istanbul (Di., 19.15 Uhr im LIVESTREAM) voraus.

SPORT1: Sie haben Per Günther zu einen wuchtigen Dunking über Sie hinweg verholfen. Schafft er das nicht, ohne dass Sie ihn anheben?

John Bryant: Doch, der kann das. Er hat mächtig Sprungkraft und stopft im Training dauernd.

SPORT1: Sie haben erneut den MVP-Titel beim Allstar Game abgeräumt. Wiederholen Sie Ihren Award auch in der Liga?

Bryant: Wir werden sehen. Erst mal wollen wir wieder in die Playoffs einziehen. Persönliche Statistiken und Ehrungen sind schön, aber nur solange das Team gewinnt.

SPORT1: Aber Henning Harnisch kennen Sie schon?

Bryant: Ich habe den Namen schon mal gehört. Aber ich weiß nicht, wer er ist.

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SPORT1: Er war 1992 der letzte Spieler, der zweimal in Folge zum MVP der Saison gewählt wurde. Und Sie sind ja auf bestem Wege, seine Nachfolge anzutreten. Wie haben Sie es geschafft, ihre Rebound- und Punktausbeute noch mal zu steigern?

Bryant: Ich habe ein Jahr mehr an Erfahrung, kenne die Liga noch besser. Ich habe am Sommer an mir gearbeitet, vor allem an meiner Kondition und am Wurf. Ich werfe wesentlich mehr Dreier als in der Vorsaison. Punkte und Rebounds kommen automatisch, wenn du hart spielst, und das mache ich in jedem Match.

SPORT1: Wie wichtig ist Ihnen der Eurocup?

Bryant: Definitiv sehr wichtig für mich und das Team. Es ist unser erstes Jahr auf der internationalen Bühne, und wir wollen Ulm auf die Landkarte bringen. Wir wollen eine deutsche Macht werden und jedes Jahr im Eurocup oder in der Euroleague spielen. Das war einer der Gründe, warum ich geblieben bin - neben der guten Klubführung und dem guten Coach.

[kaltura id="0_0da1kx83" class="full_size" title="Dirty Dancing Figuren und krachende Dunks"]

SPORT1: Bereits am Dienstag geht es weiter - bei Galatasaray...

Bryant: Es ist ganz schwer, da zu bestehen. Wir wollen unser Bestes geben und sehen, was am Ende drin ist.

SPORT1: Sie dürften ziemlich müde sein, schließlich folgt ja dem Allstar Game eine Riesenparty...

Bryant: Zu ausgelassen kann ich nicht feiern, am Sonntag steht wieder Training an.

SPORT1: Passt Coach Leibenath auf, dass Sie nicht über die Stränge schlagen?

Bryant: Ja, er ist wohl dabei und hat ein Auge auf mich. Wir alle wollen ein wenig abhängen und Abstand vom Basketball kriegen.

SPORT1: In der Beko BBL tobt ein Vierkampf um Platz 2. Hat sich Ulm diesen als Ziel gesetzt oder ist es letztlich egal, an welcher Position es in die Playoffs geht?

Bryant: Wir wollen den Heimvorteil haben - so lange wie möglich. Und da wäre Platz 2 natürlich riesig. Dazu müssen wir die Pflichtsiege auch einfahren. Wir haben einige verpasst, weil wir zu mit zu wenig Energie gespielt haben.

SPORT1: Am Sonntag haben Sie die Bayern zu Gast. Wieviel Geld würden Sie darauf wetten, dass Robin Benzing und Chevon Troutman, die fürs Allstar Game abgesagt hatten, dann wieder in Topform auflaufen?

Bryant: Ich würde auf jeden Fall viel drauf wetten, dass sie spielen. Es entwickelt sich eine Rivalität. Die Städte liegen dicht beieinander, die Leute in Ulm mögen die Münchner nicht und umgekehrt auch nicht. Das wird garantiert ein heißer Tanz.

SPORT1: Sie kennen den berühmtesten Ulmer?

Bryant: Ach ja, der war voriges Jahr hier. Wie heißt der gleich?

SPORT1: Uli Hoeneß. Aber vielleicht können Sie mehr dazu sagen, welchen Einfluss der neue Trainer Svetislav Pesic auf die Bayern hat?

Bryant: Oh ja! Während meines ersten Jahres in Ulm kam er einige Male zum Training hinzu. Sein Coaching und die Disziplin, die unter ihm herrscht, macht eine Menge aus. Deswegen haben die Bayern auch sieben Spiele in Folge gewonnen.

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