Patrick Femerling versteht den Ärger der Münchner, nimmt die Referees aber in Schutz. Er blickt auf die Playoffs voraus.

Hallo Basketball-Freunde,

um es vorwegzunehmen: Schiedsrichter haben grundsätzlich einen schweren Job.

Aber es ist natürlich tragisch, wenn ein Pfiff zu einer spielentscheidenden Aktion wird. Die Szene, in der Aleksandar Nadjfeji kurz vor Ende der Partie zwichen den Artland Dragons und dem FC Bayern den Weg zum Korb für Steffen Hamann freiblockt, ist für mich kein Foul. Die Münchner Beschwerden kann ich deshalb durchaus nachvollziehen.

Die Niederlage ist allerdings kein Beinbruch. In Quakenbrück zu spielen, ist immer schwer. Die Halle ist immer ausverkauft, die Stimmung toll und die Mannschaft wird von Stefan Koch schlichtweg gut gecoacht.

Die Bayern durchlaufen derzeit sicherlich ein kleines Tief. Ich bin mir aber sicher, dass mit den Münchnern in den Playoffs wieder zu rechnen sein wird.

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Dort wird auch Ulm wieder stark auftrumpfen. Gegen ALBA Berlin hat man sich für die Niederlage im Pokal mit einem deutlichen Sieg rächen können. Dass die Pokal-Schlappe ein zusätzlicher Ansporn für die Ulmer war, konnte man dabei deutlich sehen. Der Stachel der Niederlage saß doch tief. Dieser Frust, gepaart mit der Heimstärke der Ulmer, führte letztlich zur klaren Niederlage der Berliner.

Ich denke allerdings nicht, dass ALBA lange an der Niederlage zu knabbern haben wird, dafür haben sich die Jungs zuletzt einfach zu stark präsentiert. Einzig die Tatsache, dass die Chance auf einen Heimvorteil in den Playoffs weiter schwindet, schmerzt doch sehr.

Für Bamberg war der Sieg am Wochenende nach acht Pflichtspielen ohne Sieg natürlich ein Befreiungsschlag. Auch wenn der Gegner "nur" Gießen hieß, hat man mit dem 105:54 ein Ausrufezeichen gesetzt.

Es zeigt sich aber auch, dass die Bamberger eine gewisse Zeit brauchen, um ihre neuen Spieler zu integrieren. Gerade in so einer Situation muss man dann auch mal eine Negativserie aussitzen. Ob die Mannschaft von der langen sieglosen Zeit verunsichert ist, wird sich zeigen. Dieser Sieg dürfte den Spielern aber erst einmal wieder Auftrieb geben.

Konstanter sind derzeit die Leistungen der Oldenburger. Die spielen schon die ganze Saison über guten Basketball. Egal, wer in den Playoffs auf Oldenburg trifft, wird es schwer haben. In der Mannschaft steckt eine Menge Potenzial.

Gemessen an den letzten Wochen, sehe ich aktuell allerdings Ulm, ALBA und auch Artland am stabilsten. In den Playoffs werden die Karten aber wieder neu gemischt. Der Heimvorteil kann grundsätzlich eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen.

Das Tolle in dieser Saison ist, dass es so unglaublich eng zugeht in der Beko BBL. Gut eine Hand voll Mannschaften hat Chancen auf den Titel, und das macht den großen Reiz der aktuellen Saison aus.

Bis bald,

EuerPatrick Femerling

Patrick Femerling, geboren 1975, ist aktuell mit 221 Einsätzen von 1996 bis 2009 Rekordspieler in der deutschen Nationalmannschaft. Mit dem DBB-Team gewann er WM-Bronze 2002 und EM-Silber 2005. Er wurde Meister und Pokalsieger in Deutschland, Spanien und Griechenland.

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