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EISBÄREN BREMERHAVEN - SVEN SCHULTZE: ALBA Berlins bisheriger Antreiber, Verteidigungsspezialist und Teilzeit-Dreierschütze soll in Bremerhaven mit seiner Erfahrung weiterhelfen. Der 36-jährige Schultze kommt in Berlin in nur knapp sieben Minuten pro Spiel auf vier Punkte und starke 45,5 Prozent Dreierquote und langt auch in der Verteidigung hin
Sven Schultze wechselte 2010 von Carife Ferrara zum zweiten Mal zu ALBA Berlin © getty

Sven Schultze fordert im SPORT1-Interview mehr Kampfgeist bei ALBA - und stellt seine persönliche Befindlichkeit hintenan.

Von Florian Pertsch

München - Es war ein Hauch von Champions League.

Vor dem Sieg von ALBA Berlin im letzten Spiel in der Turkish Airlines Euroleague gegen Unicaja Malaga 68:55 (40:27) (Bericht) erkannten Fans von Borussia Dortmund, die beim FC Malaga zum Viertelfinale in der Königsklasse vor Ort waren, einige der Berliner Spieler.

Eine kleine Gruppe der BVB-Anhänger ließ es sich sogar nicht nehmen, in die Halle zu kommen und die "Albatrosse" zum Sieg anzufeuern.

In der Pokal-Wettbewerben rehabilitiert sich ALBA vom enttäuschenden Alltag in der Beko BBL und der bitteren 73:92-Schlappe gegen Vizemeister Ulm.

Mehr Kampfgeist gefordert

Hinter Bayern München droht der frischgebackene Pokalsieger aktuell auf Platz fünf ohne Heimvorteil in die Playoffs zu starten.

Keine Aussicht, die Sven Schultze erfreut. Im SPORT1-Interview fordert der 121-malige Nationalspieler auch in der Liga mehr Kampfgeist - und einen Sieg gegen Würzburg (ab 20.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM).

Zudem spricht der 34-Jährige über seine sinkenden Einsatzzeiten, seine persönliche Zukunft nach Ablauf seines Vertrags zum Saisonende - und den Zoff zwischen Point Guard DaShaun Wood und Trainer Sasa Obradovic.

SPORT1: Herr Schultze, am Dienstag herrschte dicke Luft bei ALBA - vor allem um DaShaun Wood, der mit seiner Trainingsleistung den Trainer verärgert hat. Ist nach dem Sieg in Malaga alles wieder im Reinen?

Sven Schultze: Da war eigentlich schon an dem Tag, als es passiert ist, wieder alles in Ordnung. Meinungsverschiedenheiten gehören zum Sport dazu. Die beiden haben das geklärt und alles ist gut.

SPORT1: Trainer Sasa Obradovic sah das Team nach dem Pokal-Erfolg in einem Loch, physisch und mental. Das klingt fast so, als sei der Kampf um den Heimvorteil im Viertelfinale nicht Motivation genug?

Schultze: Wir haben noch sieben Spiele, um uns den Heimvorteil zu holen. Wir müssten wohl alle sieben Spiele gewinnen. Die Niederlage gegen Ulm war nach dem Kaunas-Spiel so nicht zu erwarten. Gegen Malaga haben wir eine Reaktion gezeigt, das gleiche muss gegen Würzburg passieren.

SPORT1: Stand jetzt geht es in den Playoffs gegen die Bayern. Ist das ein Duell, das Sie nach dem überzeugenden Sieg im Pokal-Halbfinale herbeisehnen?

Schultze: Das ist im Moment eigentlich wurscht, gegen wen wir spielen. Wenn es die Bayern werden, werden es die Bayern. Wenn es jemand anders wird, wird es jemand anderes. Um dort oben mitzuspielen, muss man jeden schlagen können - und wir haben gezeigt, dass wir das können. Wir brauchen uns vor keinem verstecken.

SPORT1: Zunächst mal geht es gegen die Würzburger, mit denen Sie nach dem Viertelfinal-K.o. 2012 und der Pleite im Hinspiel noch eine Rechnung offen haben. Kann sich ALBA von den Franken eine Portion Kampfgeist abschneiden?

Schultze: Wenn man sieht, was für ein Talent wir in unseren Reihen haben und was Würzburg hat - ich will sie nicht schlecht reden -, aber dann kämpft man natürlich mehr. Sie wissen, dass sie vielleicht nicht die herausragenden Einzelspieler haben, sie können nur so überleben. Manchmal wäre es zu wünschen, dass wir mehr kämpfen. Andererseits geben wir in jedem Spiel alles und versuchen immer zurückzukommen. Zum Beispiel, als wir in Ulm mit 20 zu 8 hinten lagen, haben wir gekämpft und versucht uns ranzubeißen.

SPORT1: Ihr Vertrag läuft nach der Saison aus. Bisher gab es noch keine Verlängerung. Haben Sie Ihr Interesse bereits deutlich gemacht?

Schultze: Nein, bis jetzt gab es noch keine Gespräche, andere Dinge sind wichtiger gewesen. Man wird es sehen, am Ende der Saison. Natürlich würde ich gerne bleiben, das weiß auch ALBA. Ich lasse das alles auf mich zukommen.

SPORT1: Ihre Einsatzzeit in dieser Saison ist weiter gesunken - auf durchschnittlich 8:21 Minuten. Wie weit darf das noch heruntergehen, ohne dass der Stolz eines 121-maligen Nationalspielers leidet?

Schultze: Berlin ist mein Verein. Wenn mein Name gerufen wird, bin ich bereit. Meine eigenen Interessen stelle ich ganz hinten an, ich will mithelfen, dass die Mannschaft Titel gewinnt und wir Deutscher Meister werden. Da ist es doch völlig egal, ob ich jetzt zwei, drei Minuten spiele statt zehn oder 15.

SPORT1: Fühlen Sie sich körperlich und mental noch bereit, 2013/14 in einem schwächeren BBL-Team eine größere Rolle zu übernehmen?

Schultze: Klar, könnte ich mir das auch vorstellen. Ich sage zu keiner Sache, dass ich das völlig ablehnen würde. Man wird sehen, was passiert.

[kaltura id="0_ep0416ra" class="full_size" title="ALBA mit Glanzauftritt"]

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